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Gemeinderat

15.09.2011

Schlummerndes Schmuckstück

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Das Mesnerhaus neben der Kirche in Ettringen wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut. Jetzt soll es saniert werden.
Bild: Foto: Stegen

Das Ettringer Mesnerhaus aus dem 18. Jahrhundert soll für rund 822 000 Euro saniert und neue Heimat für die Musikvereine des Ortes werden

Ettringen Dieses Bauernhaus ist nur scheinbar unscheinbar: Das Ettringer Mesnerhaus ist eigentlich ein richtiges Schmuckstück. Dass das aber jeder sieht, dazu wird das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert jetzt saniert. Anschließend soll es Heimat für die Musikvereine im Ort werden. Das hat der Gemeinderat jetzt beschlossen.

Die Kirche im Dorf zu lassen, reicht zum Erhalt eines unverwechselbaren, charakteristischen Ortsbildes nicht aus. Da waren sich Bürgermeister Robert Sturm und der Gemeinderat einig. Ettringen sei zwar nicht zuletzt mit der Sanierung der Hauptstraße manch anderen Gemeinden im Unterallgäu um einige Jahre voraus. Allerdings sollen noch mehr Projekte zur Identifikation der Bürger mit dem Wohnort beitragen. Und so griff die Gemeinde zu, als das in Kirchenbesitz befindliche Mesnerhaus zu haben war. Zukunft und Nutzung des gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbauten Hauses waren unter anderem Thema der Bürgerversammlung (wir berichteten). Das Haus interessiert die Ettringer offenbar: Auch zur jüngsten Gemeinderatssitzung kamen zahlreiche Zuhörer.

Bürgermeister Sturm formulierte sein Ziel so: „Den Schandfleck in ein Schmuckstück verwandeln.“ Wie das Mesnerhaus einmal aussehen könnte, das zeigte der Architekt Martin Hofmann aus Irsee. Er erläuterte die detaillierte und mühevolle Planung; mühevoll auch deshalb, weil sie die engen Vorgaben des Städtebauförderungsprogramms „Aufbruch Bayern“ erfüllen sollte, um Zuschüsse zu bekommen. Das nur scheinbar unscheinbare Bauernhaus besetze eine städtebaulich markante Stelle im Dorf und bilde mit der gegenüberliegenden Taverne ein bedeutendes historisch-ästhetisches Bauensemble, sagte Hofmann.

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An der Substanz soll wenig verändert werden, auch die dreigliedrige Struktur mit dem zentralen Flur – dem späteren Foyer – soll erhalten bleiben. Die ehemalige Tenne werde mit einer quergespannten Decke zu einem stützenfreien hohen Probenraum umfunktioniert, mit idealen akustischen Voraussetzungen. Daneben sind Räume für die Jugend, den Chor „Liederkranz“, ein Archiv und Sozialräume vorgesehen. Ein Schiebegitter soll eine Teil-öffnung des Gebäudes und Kirchenbesuchern die Benutzung der sanitären Anlagen über den rückseitigen Zugang ermöglichen.

Den Gemeinderäten gefielen die Pläne des Architekten. Sorge bereiteten einigen von ihnen jedoch die Kosten: Veranschlagt sind 822 000 Euro. Robert Kugelmann (FWV) verwies darauf, dass ursprünglich eine Deckelung der Kosten bei 600 000 Euro abgesprochen gewesen sei. Kämmerer Karl-Heinz Müller gab dann einen Einblick in das komplexe Zahlenwerk aus 280 Einzelpositionen und ihre Unterteilung in förderungsfähige und nicht förderungsfähige Aufwendungen. Dazu kommen Gelder aus dem Kulturfonds und Eigenleistungen der Vereine, sodass die Gemeinde 287 000 Euro selbst tragen müsse. Dennoch meinte auch Gerold Bittner (FWV), die Kosten seien zu hoch, während Stephanie Lang (FWV) argumentierte, dass es sich hier um eine echte „Antiquität“ handele, die sich Ettringen leisten solle. Dem pflichtete Ulrich Plukas (CSU) bei: Hier biete sich ein optimales Objekt, mitten im Dorf, das positiv besetzt sei und den Gemeinsinn fördere.

Die nötigen Anträge zur Nutzungsänderung, Instandsetzung und Bezuschussung des Mesnerhauses hat der Gemeinderat am Ende mit einer Gegenstimme beschlossen.

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