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Breitband-Internet

02.04.2017

Schnelles Netz – unter einer Bedingung

Minister Alexander Dobrindt übergab in Berlin im Beisein von Georg Nüßlein den Förderbescheid an Bürgermeister Robert Wilhelm (von links).
Bild: Amrhein

Was die Ober- und Unterriedener tun müssen, damit sie Glasfaser bekommen. Stichtag ist der 13. April

Bürgermeister Robert Wilhelm spricht von einer „einmaligen Chance“ für Ober- und Unterrieden, von einem „tollen Angebot, das es nur einmal gibt“. Es geht um das Projekt „Gas und Glas“, das die Gemeinde gemeinsam mit Erdgas Schwaben und Schwaben Netz verwirklichen könnte. Vorausgesetzt, es finden sich genügend Bürger, die mitmachen.

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Viel Zeit bleibt nicht mehr: Zum Stichtag 13. April entscheidet sich, ob Ober- und Unterrieden wie schon zuvor Tussenhausen, Salgen und Apfeltrach mit im „Projekt“-Boot sind und somit gleichzeitig schnelles Internet über Glasfaserkabel und einen Erdgasanschluss erhalten. Von allen Haushalten, bei denen der Anschluss grundsätzlich möglich ist, müssen sich mindestens 55 Prozent beteiligen – im Fall von Ober- und Unterrieden sind das 240 Stück.

Wie Monika Walz, Breitbandpatin und Hauptamtsleiterin der Verwaltungsgemeinschaft in Pfaffenhausen, verdeutlichte, sollten Interessierte nicht mehr lange zögern: Der Stichtag 13. April steht – und wird auch nicht verschoben. „Andere lecken sich die Finger nach so einem Projekt“, sagt Walz. In Ober- und Unterrieden sei bislang noch nicht die erforderliche Zahl an Unterschriften zusammengekommen. Sie hofft aber wie Wilhelm auf einen „Schlussspurt“ der Bürger – denn ansonsten freuen sich andere über die Möglichkeit, schnelles Internet zu bekommen.

Schnelles Netz – unter einer Bedingung

Gerade auf dem Land sind solche Investitionen Experten zufolge besonders teuer, weil Straßen über viele Kilometer aufgegraben werden müssten und vergleichsweise wenig Kunden angeschlossen werden könnten. Deshalb fordert Erdgas Schwaben eine Mindestzahl an Anschlusswilligen.

1400 Euro muss jeder Hausbesitzer für den Gasanschluss bezahlen. Sollten 65 Prozent der Eigentümer mitmachen, sinkt der Preis auf 1200 Euro, erklärt Walz. Selbst wenn Hausbesitzer danach nicht mit Erdgas heizen wollen, würden sie mit diesem Anschluss ihre Immobilie aufwerten, erklärt sie. Insofern sei die Investition in jedem Fall sinnvoll.

Im Rathaus von Oberrieden können sich alle Interessierten von Montag bis Freitag direkt informieren. Zwei Mitarbeiter von Schwaben Netz stehen für Fragen zur Verfügung. Auf der Homepage von Oberrieden (www.oberrieden.de) gibt es detailliertere Informationen über das Projekte und Antworten auf alle wichtigen Fragen.

Robert Wilhelm nennt die Anbindung ans schnelle Internet einen „wichtigen Schritt“. Die Nachfrage werde immer größer, auch die Zahl der Heimarbeitsplätze steige. Für den Ausbau von Glasfaser nutzt die Gemeinde Oberrieden alle Fördermöglichkeiten des Freistaats und des Bundes – so konnte Bürgermeister Wilhelm kürzlich in Berlin einen Förderbescheid über rund 1,18 Millionen Euro von Minister Alexander Dobrindt entgegennehmen.

Schon in einer ersten Förderrunde wurde Oberrieden mit 50000 Euro Bundesförderung bedacht, heißt es in einer Mitteilung des Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein, der bei der Übergabe ebenfalls dabei war. Damit konnte die Gemeinde Planungs-, Beratungs- und Antragskosten für das Ausbauprojekt stemmen. Nun können in Oberrieden bald die eigentlichen Arbeiten für den Glasfaserausbau beginnen.

„Oberrieden macht es vor. Hier können sich bald alle Bewohner ans Turbo-Internet anschließen lassen“, sagte Nüßlein in seinen Glückwünschen. Wie er erläuterte, investiert der Bund mit seinem Förderprogramm insgesamt 2,3 Milliarden Euro in ländliche Regionen, in denen sich der Breitbandausbau für die Telekommunikationsunternehmen rechnerisch nicht lohnt. Mit dem Bundeszuschuss wird diese sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ geschlossen, sodass die Unternehmen hier doch noch schnelle Leitungen verlegen. „Oberrieden ist auch bald in der digitalen Champions-League vertreten“, freut sich Nüßlein.

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