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Mindelheim

24.12.2019

Schüler des Maristenkollegs kochen für Bedürftige

Maristenschüler haben auch in diesem Jahr kurz vor Weihnachten wieder für Bedürftige gekocht.
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Maristenschüler haben auch in diesem Jahr kurz vor Weihnachten wieder für Bedürftige gekocht.

Schüler des Mindelheimer Maristenkollegs haben ein Weihnachtsmenü für Bedürftige gekocht. Unsere Mitarbeiterin hat dabei besondere Momente erlebt.

Es ist erst 14 Uhr, doch die Vorbereitungen für das festliche Weihnachtsessen, das an diesem Abend im Maristenkolleg stattfinden soll, haben bereits begonnen. Die Köche haben sich in der Küche versammelt und bereiten das Essen zu. Mit ihm wollen sich Lehrer und Schüler – dem Beispiel des verstorbenen Unternehmers Ludwig Kleiner folgend – für weniger privilegierte Mitglieder der Gesellschaft einsetzen, inzwischen schon zum zweiten Mal. Unterstützt werden die Schüler von der Ludwig-Kleiner-Stiftung als Hauptsponsor und der Stadt Mindelheim. Die Caritas, die Tafel und Obdachlosenbetreuung umfasst, ist enger Partner des Abends. Bemerkenswert ist in diesem Jahr, dass sowohl Vertreter der beiden christlichen Gemeinden als auch der muslimischen anwesend sind. Unsere Mitarbeiterin Pauline May, selbst noch Schülerin, war Teil des Abends – und berichtet hier über ihre Erlebnisse.

"So ist das Leben", sagt die Frau, die mit 600 Euro Rente auskommen muss

Im Verlauf des Abends rede ich mit einigen Menschen, die mich allesamt sehr beeindrucken. So erzählt eine Frau davon, wie es war, mit 19 Jahren nach Deutschland zu kommen, und bringt mir einige Worte Ungarisch bei. Szép zum Beispiel, das bedeutet schön. Sie beschreibt, wie es sich hier nach vielen, vielen Jahren anfühlt und wie es ist, im Monat mit 600 Euro Rente auszukommen. Mehr Geld steht ihr trotz 37-jähriger Berufstätigkeit nicht zur Verfügung. „Eigentlich wollte ich nur ein, zwei Jahre in Deutschland bleiben. Aber nach den vielen Jahren im Ausland, die es geworden sind, hätte ich auch in meiner Heimat nicht richtig dazugehört.“ Einen Satz wiederholt sie immer wieder: „So ist das Leben.“

Schüler und Lehrer des Maristenkollegs bieten Essen an - aber auch Unterhaltung

Wir erfahren an diesem Abend einiges über die Schattenseiten des Lebens, aber wir erleben auch die Lichtseite. Zum Beispiel durch die Musik, die im Hintergrund zu hören ist: Eine Band, bestehend aus einem Musik- und zwei Mathelehrern, sorgt für eine perfekte musikalische Umrahmung, zwischendrin wird sie durch Schallplatten abgelöst. Wir wippen mit, eine Frau lacht: „Da kann man fast nicht anders.“ Kinder mit Mundwinkeln, die weit nach oben zeigen, rennen durch den Raum. Ich verliebe mich an diesem Abend mindestens fünf Mal in die Menschheit, da sie solche Personen hervorbringt. Szép. So ist das Leben manchmal auch.

Hier lesen Sie mehr über die Aktion der Maristenschüler:

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