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Mindelheim

15.06.2020

Schulbank statt Esstisch: Neue Normalität für die Grundschüler

Zweit- und Drittklässler kehren in Bayern wieder in die Schulen zurück - aber einige Schüler mussten am Montag trotzdem daheim bleiben.
Bild: Alexander Kaya/Symbolfoto

Plus Seit Montag dürfen auch wieder die Zweit- und Drittklässler in die Klassenzimmer. An vielen Schulen gibt es weiterhin einen Schichtbetrieb, auch in Mindelheim.

Zurück zur Normalität – so lautet das Motto vieler Grundschulkinder und Eltern. Wegen der Corona-Pandemie fiel der Präsenzunterricht zeitweise für alle Grundschüler aus. Sie mussten zu Hause meist von ihren Eltern betreut werden, Lernmaterialien bekamen sie zugeschickt. Zuletzt kamen Erst- und Viertklässler wieder zum Präsenzunterricht. Seit Montag kommen nun wieder alle Jahrgangsstufen in die Schulen – aber immer noch nicht alle Schulkinder.

Schichtbetrieb an der Grundschule Mindelheim

Unter anderem in der Mindelheimer Grundschule mit ihren 560 Schülern gibt es weiterhin einen Schichtbetrieb. Die erste Gruppe jeder Klasse durfte ins Klassenzimmer – aber nur für eine Woche. In der kommenden Woche werden die Kinder wieder fünf Tage lang daheim sein und die zweite Gruppe wird ins Schulgebäude kommen. Schulleiterin Angela Börner erklärt den Hintergrund: „Wir dürfen nur 15 Kinder in einem Zimmer gleichzeitig betreuen.“

Für einen Schichtbetrieb am selben Tag, also eine Gruppe vormittags und eine nachmittags, stünden nicht genug Lehrer zur Verfügung. Auch für berufstätige Eltern wäre dieses Modell schwer zu organisieren. 15 bis 20 Kinder werden an der Mindelheimer Grundschule jeden Tag in der sogenannten Notfallbetreuung versorgt. Anspruch haben Kinder von alleinerziehenden, berufstätigen Müttern oder Vätern. Auch Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, profitieren von dieser von der bayerischen Staatsregierung initiierten Regelung.

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Zurück zu den beiden Gruppen: Sie werden in Mindelheim nach bestimmten Kriterien ausgewählt, erklärt Börner. Geschwister sind in einer Gruppe und auch der Schulweg, etwa ob ein Kind mit dem Bus fährt, spielt eine Rolle. Es zählen zudem pädagogische und soziale Gesichtspunkte, welche die Schule mit den Eltern im Dialog erarbeitet hat. Beste Freunde zum Beispiel sind ebenfalls in einer Gruppe.

Freudiges Wiedersehen nach Corona-Lockdown

Für die Schulkinder, die nun wieder ins Klassenzimmer durften, gab es ein freudiges Wiedersehen, berichtet die 52-jährige Rektorin. Alles sei nach Plan verlaufen. Damit die Kinder sich nicht zu nahe kommen, werden sie vier Eingängen mit jeweils einer Aufsicht zugeteilt. „Ab halb acht sind die Klassenzimmer auf.“ Auch bei den Pausen hat sich etwas geändert. Es gibt eine Aufteilung in vier Gruppen à 30 Minuten Pause im Freien. Dort können sich die Kinder austoben, auch wenn sie dabei Abstand halten sollen. Der Sportunterricht fällt wegen der Ansteckungsgefahr ersatzlos aus – gemeinsames Singen ist ebenso nicht mehr möglich.

Die ersten und zweiten Klassen haben jeden Tag nur vier Stunden, die anderen beiden Jahrgangsstufen jeweils fünf. Nach Unterrichtsende werden die Schüler peu à peu nach Hause beziehungsweise zum Bus geschickt. Damit die Gruppe im Homeschooling keine Nachteile hat, bekommt sie andere Materialien. Erst wenn sie wieder in der Schule sind, lernen sie denselben Stoff.

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