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Wirtschaft

05.12.2017

Schulterschluss der Raiffeisenfamilie

Sie kamen zum Zusammenschluss des Raiffeisen-Warengeschäfts von Iller-Roth-Günz und der Raiffeisen-Ware Unterallgäu zusammen: (vorne von links) die Vorsitzenden Anton Jall (Genossenschaftsbank Unterallgäu) und Helmut Graf (Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz), (hinten von links) der scheidende Geschäftsführer Erwin Lang sowie die Geschäftsführer Christian Gerstle, Helmut Rauh und Markus Grauer.
Bild: Johann Stoll

In Allgäu-Schwaben entsteht ein neuer starker Verbund im Warengeschäft. Welche Folgen das für Mitarbeiter und Kunden hat

Die Raiffeisen-Warenhäuser in der Region bündeln ihre Kräfte. Konkret planen die Raiffeisen-Waren GmbH Iller-Roth-Günz als reine Tochtergesellschaft der Raiffeisenbank Schwaben-Mitte eG mit Sitz in Babenhausen und die Raiffeisen-Ware Unterallgäu GmbH in Ottobeuren für den 1. Januar 2018 den Zusammenschluss.

Das erklärten der Aufsichtsratsvorsitzende der Unterallgäuer Waren GmbH und Vorstand der Genossenschaftsbank Unterallgäu, Anton Jall und der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Schwaben-Mitte, Helmut Graf, gegenüber der Mindelheimer Zeitung. Das künftige Geschäftsgebiet wird sich dann von Ichenhausen im Landkreis Günzburg bis Wertach im Oberallgäu erstrecken. Das neu formierte Unternehmen soll daher den Namen Raiffeisen Ware Schwaben Allgäu GmbH tragen. Es wird das drittgrößte seiner Art in Bayern. Nur Rottal-Münster und Erding liegen dann noch vor den Schwaben und Allgäuern.

Rund 20 Millionen Euro Jahresumsatz steuert die Raiffeisen-Ware Unterallgäu in die Ehe ein. Zusammen mit den rund 50 Millionen Euro Umsatz der Iller-Roth-Günz-Ware peilen die drei Geschäftsführer Markus Grauer, Christian Gerstle und Helmut Rauh mit der neuen Gesellschaft einen Jahresumsatz von über 70 Millionen Euro an. In den Ruhestand verabschiedet sich nach 46 Jahren bei Raiffeisen Geschäftsführer Erwin Lang aus Altenstadt.

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Beide Unternehmen seien kerngesund. An den 29 Filialen soll festgehalten werden. Als Gründe für den Zusammenschluss nennen die Verantwortlichen unter anderem den schärfer werdenden Wettbewerb. So ließen sich durch größere Stückzahlen günstiger Einkaufspreise verhandeln, sagt Graf. Verschlankt wird nur die Geschäftsleitung, weil Erwin Lang nicht ersetzt wird. Die 232 Arbeitsplätze bleiben erhalten, darunter sind so manche Minijobs.

Je zur Hälfte entfällt das Geschäft bei den Warenhäusern auf die Landwirtschaft und auf Privatkunden. Die Veränderung in der Landwirtschaft hin zu immer größeren Betrieben wird weiter gehen, rechnen die Raiffeisen-Fachleute. Geht die Entwicklung so weiter, halbiert sich alle 15 Jahre die Zahl der Landwirte. Markus Grauer sagt, Schätzungen zufolge werden die Unterallgäuer Landwirte in den nächsten Jahren Jahr für Jahr rund 15 Millionen Euro investieren. „Die Landwirte sind Getriebene“, sagt Helmut Graf. Der Lebensmitteleinzelhandel gebe Tierwohllabel vor, der Milchpreis schwankt und die bürokratischen Vorgaben würden nicht weniger.

Eine Rolle spielt auch im Landhandel das Internet, der den Wettbewerb verschärft. Das Unternehmen bietet neben dem Agrargeschäft Haus- und Gartenartikel sowie Getränke. Aktiv sind sie auch im Brennstoffhandel. 55 000 Tonnen Getreide erfasst das Unternehmen und lagert es ein.

Und es gibt noch eine Besonderheit: Bei Altenstadt produzieren die Raiffeisen-Waren Iller-Roth-Günz seit 14 Jahren mit großem Erfolg Feuerbällchen. Das sind Anzünder für den Kamin.

Die Kunden werden keine Nachteile erleiden, betonen die Beteiligten. Die regionale Verankerung sei der Firma weiterhin wichtig.

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