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Mundart

24.12.2014

Schwäbische Weihnacht’ überall

Zugunsten der Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, fand die „Schwäbische Weihnacht“ in Mindelheim und Dirlewang statt.
Bild: iss

Georg Steber trägt die Geschichte der Heiligen Familie auf Allgäuer Art vor

Provinz findet offenbar nur in Köpfen statt. Den Eindruck nahmen Besucher mit, die in der Pfarrkirche St. Michael in Dirlewang und in der evangelischen Johanneskirche der „Schwäbischen Weihnacht“ des Heimatdichters Arthur Maximilian Miller lauschten. Das Werk gehört zu den schönsten Mundartschöpfungen des Mindelheimer Ehrenbürgers, gilt als schwäbisches Pendant zu Ludwig Thomas „Heilige Nacht“. Die „Schwäbische Weihnacht“, für die Millers Bruder Robert Maximilian die Musik für Soli, Chor und Orchester schrieb, wurde letztmals 1990 hier aufgeführt.

Grund genug für das Ehepaar Laxgang, das „Opus“ neu zu inszenieren. Mit Georg Steber als Vorleser wurde ein würdiger Nachfolger für den verstorbenen Mindelheimer Ehrenbürger Erwin Holzbaur gefunden. Steber kennt die Texte wie kaum ein anderer und rezitierte sie sehr einfühlsam. Ihm gelang es, die Weihnachtsgeschichte, wie sie sich hätte im Allgäu zutragen können, den Zuhörern eindringlich und unvergesslich vorzutragen. Musikalisch standen ihm dabei Chöre und das Mindelheimer Kammerorchester zur Seite.

Steber untermalte die Lesungen mit Gestik und Mimik. Nach Arthur Maximilian Miller beschrieb er den beschwerlichen Weg einer Frau und deren Bräutigam übers Gebirge zur Volkszählung nach Bethlehem.

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Wie der Dichter hielt er sich genau an die im Lukas-Evangelium beschriebene Weihnachtsgeschichte. Dabei hatte er es nicht immer leicht, das geheimnisvolle Geschehen um Hirten und Herden, die Geburt Christi und die Verkündigung der Engel sprachlich in die Allgäuer Landschaft und Gefühlswelt zu übertragen. Da war Besinnliches mit Humorvollem gepaart, die Texte zielten auf die raue schwäbische Wesensart und trafen mitten ins Herz. Zugereiste dürften ihre liebe Not gehabt haben, der in Mundart geschilderten Handlung zu folgen.

Wenn Steber nicht las, erklangen Stimmen aus Sängerkehlen und Instrumente. Geboten wurde eine Mischung aus Sprache und Musik, die nach wie vor ankommt. Längst nicht alle Besucher fanden Platz in der Kirche und mussten auf der Treppe zur Empore oder auf der Orgelbank sitzen. Insgesamt mehr als ein Kunstgenuss, eher ein Event das anrührte und berührte, bei dem sich Heimatliebe und Frömmigkeit begegneten. So sah dies auch Pfarrer Erik Herrmanns: „Gott wird Mensch, kommt in unsere Welt und auch ins Allgäu, um ganz nahe bei uns zu sein“, lautete seine Botschaft. Die Spenden der Besucher kommen der Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, zugute.

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