1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Schwele prüft juristische Schritte

Interview

29.03.2019

Schwele prüft juristische Schritte

Die Diskussion um die Gülleanleitung überlagert fast die Nachricht, dass in Rammingen die Wasser- und Abwassergebühren gesenkt werden.
Bild: A. Kaya

Bürgermeister Schwele sagt: „Ich kann meine Aussagen belegen, Herr Scharpf verbreitet unbelegte Theorien. Wer lügt nun?“

Knapp 24 Jahre ist Anton Schwele inzwischen Bürgermeister in der 1700-Einwohner-Gemeinde Rammingen. Inzwischen denkt der 66-Jährige sogar darüber nach, bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren. Dass der Bürgerliste-Gemeinderat nun erneut die „uralte Geschichte“ ausgegraben habe, sieht Schwele auch im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Kommunalwahlkampf.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Herr Schwele, Ihnen wird vorgeworfen, ein Lügner zu sein. Was sagen Sie dazu?

Im Zuge der Beratung über die Senkung des Beitrages für das Abwasser hat Gemeinderat Scharpf wieder die uralte Geschichte von Gülleeinleitung auf den Tisch gebracht. Hier stellt er immer wieder nicht belegbare und unsachliche Theorien auf.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wie stellen sich die Fakten aus Ihrer Sicht dar?

Damals wurde eine Untersuchung des Abwassers durch ein unabhängiges Labor durchgeführt. Herr Scharpf behauptete auch auf der vergangenen Gemeinderatssitzung, dass im Ergebnis dieses Gutachtens mit keinem Wort Gülle erwähnt sei.

Da ich aber erklärt hatte, dass eben dieses Gutachten durchaus festgestellt hat, dass es sich bei den unerlaubten Einleitungen nur um Gülle handeln kann. Daraufhin hat Herr Scharpf mich einen Lügner genannt.

Nach dem Ende der Debatte um die Gebührensenkung habe ich jedoch den Wortlaut des Gutachtens verlesen und die Sachlage richtig gestellt. Tatsächlich steht im Fazit des Gutachtens, dass es sich bei den Einleitungen nur um Gülle handeln kann.

Interessant war dann die Äußerung von Herrn Scharpf, dass der Gemeinderat das Gutachten gar nicht kennt. daher meine Gegenfrage: Wie kann man dann daraus zitieren oder behaupten dieses oder jenes Wort steht drin?

Er sagte, das Gutachten kennen lediglich zwei Leute. Ich vermute, er meinte damit den 1. und 2. Bürgermeister der Gemeinde Rammingen – also mich und meinen Stellvertreter Fritz Böckh.

Das stimmt aber nicht: Schon vor vier Jahren habe ich das Gutachten auf der Bürgerversammlung öffentlich vorgestellt.

Was ist genau passiert?

Fakt ist, dass die Bürgerliste damals das Gutachten beantragt hat und nun seit Jahren das Ergebnis nicht wahrhaben will. Leider erschöpfen sich die Aktivitäten der Bürgerliste in Kritik an Vergangenem und nicht an der Weiterentwicklung der Gemeinde.

Fakt ist auch, dass ich meine Aussagen belegen kann – Herr Scharpf verbreitet dagegen lediglich seine unbelegten Theorien. Wer lügt nun?

Gab es noch weitere Probleme mit dem Abwasser?

Nein. Zur Beruhigung der Bevölkerung kann ich eindeutig sagen, dass es seit den damaligen Vorfällen keine weiteren Probleme mit unserem Abwasser mehr gegeben hat. Gemeinderat Scharpf behauptet ja auch, dass die damalige Verschmutzung aus einer defekten Rückschlagklappe an der Druckleitung zur Kläranlage Türkheim herrührt. Dies ist wieder so eine irrwitzige Theorie von Scharpf. Tatsache ist, dass es eine defekte Rückschlagklappe gegeben hat, diese wurde jedoch am 22.12.2014 repariert . Die Belege dafür sind vorhanden.

Die Entnahmen der Proben mit den festgestellten Fremdstoffen durch Mitarbeiter der Kläranlage Türkheim wurden jedoch erst vom 18.2. bis 22.2.2015 durchgeführt. Also acht Wochen später. Auch dies ist belegt. Wie kann dann die Rückschlagklappe das Problem sein?

Wie bewerten Sie das Vorgehen von Herrn Scharpf?

Schon diese zuvor geschilderte, kurze Darstellung der belegbaren Tatsachen zeigt die unsachliche und diffamierende Darstellungsweise von Scharpf. Leider kennen wir seine üble Art inzwischen aus der letzten Kommunalwahl und dem von ihm angestrengten Bürgerbegehren gegen unser neues Gemeindehaus.

Zur Erinnerung, bei diesem Bürgerbegehren haben ihm die Ramminger Wählerinnen und Wähler eine schallende Ohrfeige verpasst. Ich möchte diese inzwischen schwachsinnige Diskussion um die Belastung des Abwassers mit einem Zitat von Sokrates beenden, das da heißt: „Der Kluge lernt von allem und jedem, der Normale lernt aus seiner Erfahrung, nur der Dumme weiß alles selber“.

Werden Sie den Lügen-Vorwurf von Herrn Scharpf so stehen lassen oder gibt es weitere juristische Schritte?

Ob juristische Schritte in Erwägung gezogen werden, werden wir zu gegebener Zeit prüfen. (alf)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren