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Frundsbergfest in Mindelheim

28.06.2009

Schwelgen in Schönheit

Mindelheim Es rauschen Samt und Seide, es blitzen die Juwelen. Der Brokat der prunkvollen Gewänder schillert, Perlen und Pailletten entfalten ihren Glanz im Licht der Fackeln, die Federn auf den Hüten wehen im leichten Abendwind. Edle Köpfe neigen sich, anmutig schreitet man aufeinander zu, hebt die Pokale, lächelt geziert oder kokett.

So ähnlich muss es zugegangen sein, wenn der hohe Adel bei den Festen der Renaissance unter sich war. Und so lebt es wieder auf beim "Rauschenden Fest der Renaissance", das unter dem Motto "Feiern, Lachen, Spiel und Freude" im Innenhof des Kreuzklosters seine opernhafte Pracht entfaltet.

Vielleicht drangen ja auch damals kriegerischer Lärm, Trommeln und Geschrei von draußen in das Ghetto der Schönen und Reichen? Und wahrscheinlich ließen die sich vor 500 Jahren ebenso wenig davon irritieren wie heute.

Fast ein kleines Wunder war es, dass sogar das Wetter bei diesem Spektakel mitspielte, denn obwohl Mindelheim umgeben war von Gewittern und Regengüssen, blieb es an diesem Abend in der Frundsbergstadt selbst trocken und mild.

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So konnte das Renaissancefest unter freiem Himmel vor schönster Kulisse seinen ganzen Reiz entfalten. Der Kammerchor Vocal Total, die Renaissancemusik Mindelheim, die Tanzgruppe des Festrings und das Bläserensemble der Musikschule wirkten gemeinsam virtuos daran mit, dass dieser Abend zu einem Genuss für Augen und Ohren wurde.

Die Solisten Daniel Hoang (Bariton) und Barbara Schingnitz (Mezzosopran) spielten ihre Rollen großartig, und auch alle anderen Mitwirkenden zeigten durchaus schauspielerisches Talent.

Das ist in der Tat gefragt, denn der lose Handlungsfaden, der die Musikstücke und Tänze verbindet, erschöpft sich nicht in zierlichen Verbeugungen. Da geht es um heiße Liebe, die in Eifersucht und schließlich in eine veritable Rauferei mündet; die Rivalen versöhnen sich schnell, die schöne Geliebte bleibt verlassen und gedemütigt zurück. Als unheimliche Gestalt schleicht der Sensenmann vorbei. Kurz streift die Gesellschaft ein kalter Hauch, aber auch schon vor 500 Jahren galt das Motto : "the show must go on." Und so wird weiter gefeiert.

Das Publikum darf mittrinken, mal mischt sich der Adel auch huldvoll unters Volk, das sich mit einbezogen fühlen darf.

Info Wer's verpasst hat: Am Samstag, 4. Juli, um 21 Uhr gibt es eine weitere Aufführung. Bei schlechtem Wetter wird sie ins Forum verlegt.

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