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Bad Wörishofen

15.09.2020

Schwermer: „Ära geht im Mutterhaus weiter“

Das große Café Schwermer am südlichen Stadtrand von Bad Wörishofen ist das Mutterhaus des Unternehmens Schwermer.
Bild: Tobias Hartmann

Plus Für den Süßwarenhersteller aus Bad Wörishofen kommt das Aus. Im Café Schwermer dagegen hält die Familie den Namen des Gründers hoch.

Die Pralinen vom anderen Ende der Stadt gehören im Café Schwermer Bad Wörishofen seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Naschereien. Kein Wunder, war es doch lange Zeit das selbe Haus, das Café und die Manufaktur – welche zum Jahresende schließen muss. Das weithin bekannte Kaffeehaus jedoch bleibt bestehen, es ist seit 2010 ein eigenständiger Betrieb und weiterhin in der Hand der Familie des Schwermer-Gründers Henry Schwermer. Von der Schließung der Manufaktur habe man erst erfahren, als die Dinge schon im Gang waren, sagt Ruth Jakob.

Jakob kennt Schwermer seit 53 Jahren in und auswendig, hatte auch nach dem Verkauf der Manufaktur in dem Gebäude noch ein Büro, ebenso wie Dietrich Stiel, der langjährige Inhaber des Café Schwermer. Er ist der Sohn von Charlotte Stiel. Deren Vater hatte Schwermer einst in Königsberg gegründet.

Nach der Flucht im Zweiten Weltkrieg fing Charlotte Stiel 1945 in Bad Wörishofen neu an. 1953 gründete sie das Café am südlichen Stadtrand von Bad Wörishofen, wo einige der feinsten Hotels Bad Wörishofens stehen. Auch Dietrich Stiel sei vorab nicht über die drohende Schließung der Manufaktur informiert worden, sagt Ruth Jakob. Er habe aber auch schon lange Zeit nicht mehr in erster Reihe mit dem Betrieb zu tun gehabt.

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Einst gründete Charlotte Stiel in Bad Wörishofen das Kaffeehaus, aus dem eine Manufaktur hervorging

Die Manufaktur gehört seit 2017 der Heidi Chocolat, einem Unternehmen der Meinl-Gruppe. Das Café dagegen bleibt seinen Wurzeln treu. Die Geschäftsführerin Marianne Lederle sagt deshalb: „Die Ära Schwermer begann bei uns an der Hartenthaler Straße und wird nun auch hier, im Mutterhaus von Schwermer, weitergeführt.“ Inhaber ist zwischenzeitlich ihr Sohn Michael Reiser, selbst Vater dreier Kinder. Im Café muss man nun sehen, wie lange man die beliebten Schwermer-Produkte noch anbieten kann. Bis ins Weihnachtsgeschäft werde man Vereinbarungen noch erfüllen, hatte Friedrich Plail mitgeteilt, der Geschäftsführer der Heidi Chocolat Schwermer GmbH, wie die Manufaktur seit 2017 heißt.

Die Familie rechnet damit, dass der Markenname Schwermer verschwindet

Im Café ist man aber auch darauf vorbereitet, dass früher Schluss sein könnte. Man habe die Zusammenarbeit mit anderen Lieferanten intensiviert, könne weiterhin hohe Qualität anbieten.

Dass der Markenname Schwermer verschwinden wird, damit rechnet man in der Familie. Das Café Schwermer wird die Erinnerung an den Gründer aber weiterhin bewahren.

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