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06.10.2009

Sechs Pfarreien drehen zusammen an einem großen Rad

Kirchheim "Sechs Pfarreien bilden zukünftig gemeinsam einen Seelsorgeraum der Zusammengehörigkeit und Zusammenarbeit, einen Heimatraum des Glaubens und des Gottvertrauens", sagte Dekan Michael Kratschmer beim Festgottesdienst anlässlich der offiziellen Installation der neuen Pfarreiengemeinschaft Kirchheim, in der sechs Pfarreien zukünftig zusammenarbeiten. Als Sinnbild der Zusammengehörigkeit nannte Kratschmer das Wagenrad, das die Pfarreien anfertigen ließen. Sie füllten dann die Leerstellen bei den sechs Speichen mit Bildern der jeweiligen Pfarrkirchen.

Vor dem Festgottesdienst in der Kirchheimer Pfarrkirche formierte sich ein eindrucksvoller Zug mit den Abordnungen der Vereine in der Pfarreiengemeinschaft mit Fahnen, den Ministranten, Dekan Michael Kratschmer, den beiden Geistlichen Pater Benedikt und Thomas und weiteren Pfarrern aus dem Dekanat Mindelheim, Diakonen und nicht zuletzt den Kirchenpflegern und Pfarrgemeinderäten.

Den Festgottesdienst umrahmte eindrucksvoll der Kirchenchor Kirchheim mit Streichern.

"Wir füllen die Zwischenräume zwischen den Speichen mit den Kirchen der sechs Pfarreien und bringen zum Ausdruck: Heute beginnt etwas Neues, eine neue Verbindung der Menschen miteinander und mit Gott", betonte Kratschmer weiter. Er nannte das Rad als ein Zeichen des geordneten Gemeinwesens der Menschen sowie der Menschlichkeit.

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Lebendige Beziehungen schaffen

Die Pfarreiengemeinschaft habe die Aufgabe, lebendige Beziehungen zu stiften und offenes und aufrichtiges Miteinander zu gestalten. Wie die Speichen des Rades sollten die Gemeinden zusammenwirken.

Und jede Pfarrei steuerte zu diesem Akt Wünsche und Hoffnungen bei. Als Beispiel Kirchheim: "Wir träumen von einer Pfarreiengemeinschaft, die verständnisvoll ist, die an das Gute im Menschen glaubt", sagte unter anderem in der Kirche Eleonore Kastner, Pfarrgemeinderatsvorsitzende aus Kirchheim.

Bei aller Freude gab es aber auch nachdenkliche Töne: "Ich bin selber Pfarrer einer Pfarreiengemeinschaft und weiß um die Chancen und auch Schwierigkeiten", gab Dekan Kratschmer offen zu. Damit die Träume Realität würden, sei jeder aufgerufen, seinen Teil beizutragen. Denn nur miteinander könne es gelingen.

Nach dem Gottesdienst gab es beim anschließenden Empfang von Graf Albert Fugger von Glött weiter Wermutstropfen in den Freudenkelch: "Wir werden in der Pfarreiengemeinschaft von lieb gewonnenen Dingen Abschied nehmen müssen", meinte Graf Albert, "und auch neue Erfahrungen machen." Er wünsche allen Beteiligten Mut, die Aufgaben, welche die Zeit stelle, zu lösen.

Bürgermeister Hermann Lochbronner (Kirchheim) meinte, dass man seit zwei Jahren auf diesen Tag hin arbeite. Somit gehe man gerüstet auf den gemeinsamen Weg, der sicher Veränderungen mit sich bringen werde.

Sein Amtskollege Josef Kerler aus Eppishausen erinnerte daran, dass es nach dem Tod von Dekan Arnold wegen des Priestermangels leider keine Alternative zum eingeschlagenen Verfahren gebe. Man stehe vor einer großen Herausforderung. Die beiden Pater Benedikt und Thomas hätten nun sechs Pfarreien mit immerhin 3800 Gläubigen zu betreuen.

Kirchenpfleger Stephan Sollors verriet noch einiges über die zukünftige Organisationsstruktur. Auch er zeigte sich überzeugt, dass die Pfarreiengemeinschaft der einzig mögliche Weg sei, der aber viel Opfer und Toleranz verlange. Allerdings bleibe jede Kirchenverwaltung selbstständig. Lediglich übergreifende Ausgaben würden nach dem Anteil der Katholiken finanziert.

Wunsch nach guter Zusammenarbeit

Mit einem Dank an die Organisatoren des Festgottesdienstes und des Abends verabschiedete Pater Thomas die Gäste. Besonderer Dank bekam die Musikkapelle Hasberg für die musikalische Umrahmung. Und abschließend wünschte sich dann Pater Thomas eine "starke Zusammenarbeit".

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