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Erkheim

28.05.2019

Sechs Unterallgäuer Gemeinden gründen eine Musikschule

Weil die Bläserschule Günz-Kammel Ende des Schuljahres schließt, haben sich die Gemeinden Erkheim, Sontheim, Holzgünz, Pfaffenhausen, Salgen und Oberrieden zur "Musikschule Unterallgäu-Mitte" zusammengeschlossen.
Bild: Symbolfoto: Edith Calabró

Im September soll die neue "Musikschule Unterallgäu-Mitte" starten. Auch Vereine beteiligen sich daran

Nachdem kein landkreisweiter Zusammenschluss zustande gekommen ist, haben nun sechs Gemeinden und zehn Musikvereine die „Musikschule Unterallgäu-Mitte“ gegründet. Gründungs-Vorsitzender Alfred Gänsdorfer, Bürgermeister der Gemeinde Sontheim, freute sich: „Wir waren die Mutigen – die Gestalter, die mitbestimmen, wo es künftig langgeht.“ Wenn die Truppe ehrgeizig sei, habe man nun die Möglichkeit, zu gestalten. Die eigentlichen Arbeiten seien ein Klacks.

Bei der Musikschule Unterallgäu-Mitte dabei sind auch Pfaffenhausen, Salgen und Oberrieden

Die neue Musikschule ist deswegen ins Leben gerufen worden, da die bisherige Bläserschule Günz-Kammel zum Ende des Schuljahres 2019/20 aus haftungsrechtlichen Gründen geschlossen werden soll. Die „Musikschule Unterallgäu-Mitte“ soll mit Beginn des kommenden Schuljahres, also im September 2019, starten. Angeboten wird ein Unterricht für Bläser, Streicher, Klavier und Gesang. Das Angebot soll in den jeweiligen Schulen stattfinden. Um die Bürger zu informieren, soll es in den beteiligten Gemeinden Infoveranstaltungen geben. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Gemeinden Erkheim (vertreten durch Bürgermeister Christian Seeberger), Sontheim (Alfred Gänsdorfer), Holzgünz (Paul Nagler), Pfaffenhausen (Franz Renftle), Salgen (Johann Egger) und Oberrieden (Robert Wilhelm). Die Bürgermeister der Gebietskörperschaften zählen als „geborene Mitglieder“ auch zum Vorstand.

Noch bekommt die Musikschule Unterallgäu-Mitte keine Zuschuss vom Landkreis

Die beteiligten Musikvereine werden als „juristische Personen“ geführt. Zudem gibt es auch für Privatpersonen die Möglichkeit der Mitgliedschaft. Der Beitrag für Musikvereine beträgt 100 Euro, für Privatpersonen 15 Euro.

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Wie der musikalische Leiter, Magnus Blank, erläuterte, wird für Investitionen in den Lehrbetrieb innerhalb der nächsten vier Jahre mit einer 50-prozentigen Förderung vom Freistaat Bayern gerechnet. Blank bedauerte allerdings, dass es „momentan noch keinen Kreiszuschuss gibt“. Eventuell könne man dies aber in Zukunft ja ändern.

Der Haushaltsplan sieht Einnahmen und Ausgaben von jeweils rund 170000 Euro vor. Inklusive Geschwister- und Sozialermäßigung sollen etwa 65 Prozent davon die Eltern der Musikschüler tragen, 25 Prozent (etwa 41000 Euro) die beteiligten Kommunen. Gedeckelt auf ein maximales Gesamt-Budget von 43000 Euro erfolgt die Aufteilung nach den tatsächlich erbrachten Jahres-Wochenstunden (JW), die von Blank auf etwa 110 beziffert wurden. Insgesamt wird ein Staatszuschuss von 16000 Euro erwartet.

Aus einer Kreismusikschule wurde nichts

Satzungsgemäßer Zweck der Musikschule ist die „Trägerschaft in Wahrnehmung der kommunalen Aufgabe musikalischer Jugendbildung“. Hinsichtlich des fachlichen Aufbaus erfüllt sie die Grundfachverpflichtung für Kinder im Vor- und Grundschulalter in der Fächerbreite im Instrumentalunterricht, heißt es in der einstimmig beschlossenen Satzung. Vereinssitz ist Erkheim; das Geschäftsjahr jeweils das Kalenderjahr.

Laut dem Versammlungsleiter Christian Seeberger wurde die Gründung vorberaten. Die entsprechenden Beschlüsse zum Beitritt hatten die jeweiligen Gemeinderäte bereits gefasst. Vor einigen Monaten sei die landkreisweite Gründung einer Musikschule sehr lebhaft diskutiert worden. Leider sei es letztlich nicht zur Umsetzung gekommen.

Erkheims Bürgermeister Seeberger hatte sich mit den benachbarten Bürgermeisterkollegen „kurzgeschlossen, um das Ganze etwas kleiner zu gründen“. Nun müssen nur noch Verträge der Gebietskörperschaften mit dem Verein vereinbart werden.

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