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Bad Wörishofen

03.07.2020

Seniorenheim-Ausbau wird für Bad Wörishofen und den Landkreis teurer

So soll das Kreis-Seniorenheim Bad Wörishofen erweitert werden.
Bild: GS Schneider & Cie. Ges. Archit

Plus Weil staatliche Zuschüsse ausbleiben, will der Kreis das Gebäude in Bad Wörishofen nun im Alleingang mit der Kneippstadt erweitern. Nun steht fest, was das kosten wird.

Der Landkreis Unterallgäu hält an der Erweiterung des Kreis-Seniorenwohnheims in Bad Wörishofen fest. Baubeginn soll wie geplant im Herbst dieses Jahres sein, auch wenn es für die Maßnahme anders als erwartet keine staatliche Förderung gibt. Dafür habe sich der Ausschuss für Personal und Soziales des Unterallgäuer Kreistags mehrheitlich ausgesprochen, wie die Behörde mitteilt. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die Stadt Bad Wörishofen, wie im Februar dort beschlossen, an den Kosten beteiligt. Allerdings wären diese Kosten für Bad Wörishofen nun wesentlich höher, als ursprünglich errechnet.

Landrat Alex Eder (FW) informierte die Kreistagsmitglieder in der Sitzung, dass der Landkreis mit den geplanten Fördermitteln in Höhe von rund 840.000 Euro für das Seniorenheim heuer nicht rechnen könne. Deswegen sei überlegt worden, den Baubeginn auf Herbst 2021 zu verschieben. „Wir hatten erwartet, dass es 2021 eine Restchance auf eine Förderung gibt“, sagte Eder. Er habe deswegen extra bei Landtagsabgeordnetem Franz Josef Pschierer (CSU) nachgefragt. Das Ministerium habe daraufhin jedoch sehr deutlich mittgeteilt, dass mit einer Förderung auch 2021 nicht gerechnet werden könne. Deshalb war Eder der Auffassung: „Bevor die Baukosten weiter steigen, machen wir es lieber gleich.“

So argumentiert das Landesamt für Pflege in Sachen Bad Wörishofen

Wie Ara Gharakhanian, der Leiter der Kreis-Seniorenwohnheime, erläuterte, habe der Freistaat die Förderung zunächst in Aussicht gestellt und man habe beim Landesamt für Pflege einen Antrag gestellt. Vom Landesamt sei dann jedoch die Antwort gekommen, dass heuer wohl keine Förderung möglich sei und man den Antrag bis 2021 ruhen lassen könne, teilt das Landratsamt mit. Aufgrund der Vielzahl an Anträgen seien die Erfolgsaussichten aber auch 2021 gering, hieß es demnach weiter. Projekte mit „demenzsensibler und innovativer Gestaltung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Sehbeeinträchtigung“ werden laut Landesamt bevorzugt behandelt.

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Bad Wörishofen ist an den Kosten mit 20 Prozent beteiligt

Vorgesehen ist, dass das Kreis-Seniorenwohnheim Am Anger in Bad Wörishofen um 21 auf 69 Plätze erweitert wird. Die Kosten für die Erweiterung, die im Juli vergangenen Jahres vom Ausschuss für Personal und Soziales beschlossen wurde, betragen voraussichtlich 3,9 Millionen Euro. Geplant war, dass nach Abzug der Förderung von 840.000 Euro sowie einem Zuschuss der Stadt Bad Wörishofen von 613.000 Euro ein Eigenteil von 2,45 Millionen Euro für den Landkreis verbleibt. Dieser sollte über einen Kredit finanziert werden.

Fällt die Förderung weg, steigt der Eigenanteil des Landkreises – und damit auch der Kredit – von 2,45 Millionen Euro auf 3,12 Millionen Euro, erklärte Gharakhanian. Der Anteil der Stadt Bad Wörishofen, die sich mit 20 Prozent an den beim Landkreis verbleibenden Kosten beteiligen wollte und das Thema nun nochmal in den Stadtrat bringen will, erhöht sich von 613.000 auf 780.000 Euro.

Ohne die Fördermittel steigen laut Gharakhanian leider auch die Investitionsanteile des Pflegesatzes, den die Bewohner bezahlen müssen. „Die bisherige Kalkulation ging davon aus, dass sich mit dem Erweiterungsbau der Investitionskostenanteil pro Platz und Tag um 1,08 Euro erhöht“, sagte der Leiter der Heime. Ohne die staatliche Förderung steige dieser um weitere 1,11 Euro pro Tag und Platz auf 2,19 Euro. Die Kosten für einen Pflegeplatz im Kreis-Seniorenwohnheim Bad Wörishofen würden aber auch dann noch im Mittelfeld liegen, so Gharakhanian. (mz)

Die Erweiterung des Seniorenheims in Bad Wörishofen beschäftigt die Verantwortlichen bei Stadt und Landkreis schon seit vielen Jahren:

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