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Kriminalität

04.11.2017

Serieneinbrecher machen den Vereinen Angst

Zahlreiche Einbrüche sorgen derzeit in Bad Wörishofen für Verunsicherung. Am Tatort bleibt den Ermittlern oft nur, möglicherweise vorhandene Spuren zu sichern. Der oder die Einbrecher sind noch auf freiem Fuß.
Bild: Carsten Rehder/dpa

Nach den Einbrüchen der vergangenen Wochen in Sport- und Vereinsheime sind die Verantwortlichen vorsichtig.

Die jüngste Einbruchsserie in Vereinsheime und Gaststätten in Bad Wörishofen hat bei den Verantwortlichen Besorgnis ausgelöst, auch von „Angst“ ist die Rede – insbesondere dann, wenn Bedienungspersonal nach der Sperrstunde und den anschließenden Reinigungsarbeiten mit dem vollen Geldbeutel alleine nach Hause geht.

Jürgen Thiemann vom FC Bad Wörishofen kennt diese Situation und er weiß, dass es hier ernste Bedenken gibt. Sein Verein hofft jetzt erst einmal, dass der von den Einbrechern angerichtete Schaden von der Stadt schnell wieder repariert wird – und dass die Polizei den oder die Täter möglichst schnell dingfest machen kann. „Da ist jetzt vor allem die Polizei gefordert, wir wünschen uns natürlich auch häufigere Kontrollen und Streifenfahrten“, sagt Thiemann.

Was genau die Einbrecher suchen, ist auch dem FCW-Vereinschef nicht so ganz klar: Beim Einbruch ins FCW-Sportheim wurden einige Flaschen Alkoholika gestohlen, andere aber stehen gelassen. Und offenbar hatten die Täter auch Hunger: 40 tiefgefrorene Schnitzel ließen sie mitgehen. Und dazu auch noch Ketchup, wundert sich Thiemann.

Die Vereine in der Stadt und den Ortsteilen reagieren vorsichtig und zurückhaltend – naturgemäß will sich keiner der Verantwortlichen in die Karten schauen lassen und verraten, welche zusätzlichen Sicherungsvorkehrungen nach den jüngsten Vorfällen getroffen wurden. Peter Jäger vom Tennisclub Kirchdorf wollte daher gar keine Stellung nehmen. Nur so viel: „Die von uns getroffenen Maßnahmen wollen wir nicht veröffentlichen.“

Ähnlich reagiert auch Wolfgang Eberle, Schützenmeister beim Sportschützenverein 1886 Kirchdorf, dessen Schützenheim auch schon Ziel der Einbruchsserie war. „Wir haben nach dem Einbruch bei uns im Heim diverse Maßnahmen getroffen“, meint Eberle, ohne genau sagen zu wollen, welche Maßnahmen genau das sind.

Gerade in Schützenheimen ist die Situation noch schwieriger, da hier vereinzelt auch Waffen der Sportschützen gelagert werden. Ob dies auch in Kirchdorf der Fall ist, wollte Schützenmeister Wolfgang Eberle nicht kommentieren.

In der Nacht zum Dienstag vor zwei Wochen brach ein unbekannter Täter in die Gaststätte am Tennisheim in Bad Wörishofen ein. Das Clubhaus wurde durchwühlt. Allerdings machte der Einbrecher auch hier keine Beute, so die Polizei. Beim Tennisclub hat dies zwar durchaus für Kopfzerbrechen bei den Verantwortlichen gesorgt, von zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen durch den Verein weiß Präsident Thomas Karl jedoch nichts, da für die Gaststätte alleine der Pächter verantwortlich sei.

In der gleichen Nacht wurde auch in die Minigolfanlage beim Jagdhäusle Bad Wörishofen eingebrochen. Der unbekannte Täter hebelte das Schloss am Nebengebäude auf und gelangte über ein Schiebefenster, das er ebenfalls aufbrach, in den Kiosk.

Die Beute dort: etwa 20 Schokoladenriegel und etwas Salzgebäck. Allerdings hat der Unbekannte nach Polizeiangaben einen Sachschaden von etwa 500 Euro angerichtet. Am frühen Dienstagmorgen war dann der Dartclub „Dart-Stüberl“ an der Max-Planck-Straße das Ziel eines Einbrechers. Durch ein Fenster gelangte er in das Innere des Gebäudes und stahl Münzgeld in Höhe von 50 Euro und eine Registrierkasse.

An einem Sonntag hatte der Tennisclub in Dorschhausen ungebetenen Besuch erhalten. Dort wurde Geld gestohlen. Zuvor waren Unbekannte bereits in das Sportheim im Stadion Bad Wörishofen eingebrochen, dann in einen Bürocontainer, später in das Schützenheim Kirchdorf und in das Tennisheim Kirchdorf. Dazu kommen zwei weitere Einbrüche kurze Zeit vorher in Wohnhäuser in der Gartenstadt.

Die Einbruchsserie weitet sich damit auf bislang 14 Fälle allein im Dienstbereich der Polizeiinspektion Bad Wörishofen aus, mehrheitlich in Bad Wörishofen selbst. Dazu kommen weitere, ähnlich gelagerte Fälle, an denen derzeit die Kripo Kaufbeuren arbeitet (wir berichteten), etwa im benachbarten Pforzen.

Über die zurückliegenden Feiertage seien keine weiteren Fälle dazugekommen, sagte Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier unserer Zeitung am Freitag. Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei verfolgt Spuren, welche an den Tatorten gesichert wurden. Maier wiederholt seinen Appell an die Vereinsverantwortlichen der Stadt, besonders wachsam zu sein und ihre Vereinsheime nach Möglichkeit zu schützen, im Innenraum am besten mit einer Überwachungskamera.

Die Polizei selbst biete sicherheitstechnische Beratung an, Vereinsvertreter könnten sich jederzeit an die Dienststelle wenden, sagt Maier.

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