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Tussenhausen

13.02.2020

Sie will eine Schule, in der sich jeder wohlfühlt

Gabriele Binder-Stoll ist seit diesem Schuljahr auch Schulleiterin der Grundschule Tussenhausen und hat neben den vielen Aufgaben als Schulleiterin auch eine Klassenführung übernommen. Inmitten der Kinder fühlt sich die 61-Jährige rundum wohl.
Bild: Sabine Adelwarth

Plus Für Schulleiterin Gabriele Binder-Stoll sind Kreativität und Freiraum besonders wichtig.

Sofort fallen im Klassenzimmer der 3a die vielen bunten Bilder und Bastelarbeiten ins Auge, die Wände und Fenster zieren. Farbenfroh dürfen die Schüler hier lernen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen, was ihrer Klassenlehrerin Gabriele Binder-Stoll besonders am Herzen liegt: „Die Kinder sollen sich wohlfühlen, dann können sie auch mehr leisten und ihr Potenzial kommt zum Vorschein“, sagt die Pädagogin mit einem Lächeln.

Die gebürtige Ansbacherin ist gerne Lehrerin, und wollte es auch schon von Kindesbeinen an werden. Bereits in der ersten Klasse war für sie ihr beruflicher Werdegang klar. „Ich habe nach der Schule immer mit meinem Bruder und den Nachbarskindern Schule weitergespielt“, schmunzelt sie heute. Dass sie dabei die Lehrerin war, versteht sich von selbst.

Auf ihrem Berufsweg musste die Mindelheimerin einige Hürden überwinden

Obwohl man ihr in den 80er Jahren vom Lehrberuf abriet, hielt sie an ihrem Ziel fest. „Einige Hürden musste ich überwinden“, erzählt die 61-Jährige, die seit diesem Schuljahr auch die Schulleitung in Tussenhausen übernommen hat. Fünf Klassen zählt die Grundschule, die Gabriele Binder-Stoll bereits kennt, denn vor einigen Jahren war sie schon als normale Lehrkraft im Haus. Dass sie neben den vielen Aufgaben als Schulleiterin auch eine eigene Klasse unterrichtet, ist nicht selbstverständlich. „Es ist schon stressiger, aber es macht mir auch Spaß und ich unterrichte gerne“, sagt die Powerfrau im Gespräch und fügt an: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“

Sie will eine Schule, in der sich jeder wohlfühlt

Am Anfang des Schuljahres war die Umstellung als Schulleiterin eine größere Herausforderung. Gerade das Lehrerkollegium musste sich umstellen. „Jeder hat seinen eigenen Stil und Gepflogenheiten und bringt seine Erfahrungen und seinen Background ein“, sagt sie. Die „Aneinander-Gewöhn-Phase“ haben sie aber mittlerweile gemeistert und befinden sich in „gutem Fahrwasser“. Besonders lobenswert sei auch die Unterstützung von Elternbeirat und Förderverein gewesen. „Bei einigen Umstrukturierungen standen sie mir dankenswerterweise zur Seite. Sie haben viel mitgetragen und nehmen uns Arbeit ab.“ Dass Gabriele Binder-Stoll dabei auch Verantwortung abgibt und die Menschen machen lässt, ist für sie wichtig. „Damit ist man freier zum Denken und kann wieder kreativ sein.“

In der Schule in Tussenhausen möchte sie überall etwas bewegen

Gerade in Sachen Kreativität wird Gabriele Binder-Stoll nicht müde. Überall möchte sie etwas bewegen und einen „i-Punkt setzen“, wie sie es selbst bezeichnet. In ihren früheren Wirkungsstätten hat sie Projekte wie Schulgarten, Schülerzeitung, Umwelterziehung oder Pausenhofgestaltung umgesetzt, die für sie fest zum Schulalltag gehören. „Diese Dinge ergeben sich einfach. Damit möchte ich eine offene und demokratische Schule schaffen, in der sich jeder wohlfühlt, mitgestaltet und sein Bestes geben kann.“

In diesem Schuljahr hat sie die Schulversammlungen eingeführt. Dort trifft sich die komplette Schule in der Turnhalle zum gemeinsamen Austausch. „Ich möchte die Schüler einbeziehen.“ Noch heute hat die Mindelheimerin eine kleine Begebenheit in bester Erinnerung: „Nach der Schulversammlung kam ein kleines Mädchen zu mir und fragte mich, was sie jetzt genau noch dürfe und was nicht und ob sie im Bus noch rumlaufen darf“, schmunzelt Binder-Stoll.

Auch das digitale Zeitalter hält in der Tussenhausener Schule immer stärker Einzug

Die Gemeinde hat schon viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen und auch die Basis für das digitale Zeitalter geschaffen. Doch dies müsse man immer weiter ausbauen. „In einer guten, zeitgemäßen Umgebung möchte ich erfolgreiches und nachhaltiges Lernen ermöglichen. Wir bleiben dran, die Gebäude, die Ausstattung und auch die digitale Ausstattung der Schule noch weiter voranzubringen.“

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