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Serie "Grünes Unterallgäu"

07.04.2021

So einfach geht Umweltschutz beim Frühjahrsputz

Ihre Fenster putzt Johanna Schwägle mit Fensterleder und Baumwolltuch. Sie ist überzeugt, dass vier Reinigungsmittel locker ausreichen, um den Dreck im Haus in den Griff zu bekommen.
Foto: Schwägle

Plus Hauswirtschaftsmeisterin Johanna Schwägle aus Egelhofen gibt Tipps, wie man beim Putzen die Umwelt schonen kann - und nebenbei auch den Geldbeutel.

Scheuermilch, Bad-, Glas- und Essigreiniger, spezielle Reiniger gegen Fett und Kalk oder auch für Böden und Toiletten, dazu noch Kunststoff- und Hygienereiniger und – nicht zu vergessen – das Geschirrspülmittel: Die Auswahl an Putzmitteln ist riesig. Aber braucht man das alles wirklich? „Ganz klar nein“, lautet die Antwort von Hauswirtschaftsmeisterin Johanna Schwägle. „Eigentlich braucht man nur vier Reinigungsmittel.“ Hier erklärt sie, welche das sind, wie man so manchen Reiniger ganz einfach selbst zusammenmixen kann und wie der Frühjahrsputz auch mit gekauften Putzmitteln umweltfreundlicher wird.

Um dem Dreck Herr zu werden, reichen ihrer Meinung nach ein Kalklöser, ein Allzweckreiniger für Fließen, Böden und pflegeleichte Oberflächen, ein Mittel gegen Fett und Eingebranntes und ein Glasreiniger. „Damit ist man schon mal gut aufgestellt.“ Bevor man dazu greift, sollte man sich aber erst einmal überlegen, ob das überhaupt nötig ist, rät Johanna Schwägle. „Oft ist es ja nur staubig, da reicht klares Wasser völlig aus“, sagt sie.

Zwar enthalten die meisten Putzmittel neben den Reinigungsstoffen auch Pflegesubstanzen. „Aber braucht man die wirklich jedes Mal?“ Schwägele fragt sich oft, wie das wohl früher war, als es noch gar nicht so viele verschiedene Reinigungsmittel gab und es trotzdem überall blitzeblank war – nicht zuletzt auch dank diverser Hausmittel.

Natron ist ein altes Hausmittel, das Gerüche gut entfernen kann

Eines davon ist Natron. Es entfernt zum Beispiel Gerüche, wenn das frühere Gurkenglas nun mit Marmelade gefüllt werden soll oder Biomüll-Eimer oder Abfluss unangenehm müffeln. Einfach auf einen feuchten Lappen gestreut leistet es außerdem auch als Scheuermilchersatz gute Dienste. Auch eingebrannte Töpfe oder Isolierkannen, in denen sich ein unappetitlicher Belag gebildet hat, sind ein Fall für Natron: Dafür je nach Verschmutzung einfach einen halben oder ganzen Teelöffel des Pulvers in die Thermoskanne geben und mit lauwarmem Wasser aufgießen.

Einfach unschlagbar im Entfernen von Kalk ist laut Johanna Schwägle Zitronensäure. Sie ist nicht so aggressiv wie Essig oder Essigsäure, die auf Dauer die Verchromung der Armaturen angreift, aber genauso wirkungsvoll und riecht nicht. Wer damit den Wasserkocher entkalkt, kann mit dem Wasser anschließend gleich noch die Isolierkanne reinigen und das Spülbecken entkalken. Und ein prima Badreiniger lässt sich mit der Zitronensäure auch herstellen. Dazu eine Sprühflasche etwa einen Zentimeter hoch mit Zitronensäure füllen, mit Wasser auffüllen und einen Spritzer Spülmittel dazugeben. Einziger Wermutstropfen: Rückstände von Seife, Shampoo und Konsorten bekommt man damit – anders als den Kalk – nicht in den Griff.

Kernseife löst Fett und ist auch mit Zitronensäure und Natron ein guter Allzweckreiniger

Aber natürlich kennt die Hauswirtschaftsmeisterin auch dafür ein Hausmittel, nämlich Kernseife: Sie löst Fett, wenn nach dem Anbraten des Steaks der ganze Herd verspritzt ist oder eben auch im Bad. Wer Kalk und fettigem Schmutz gleichzeitig an den Kragen will, mischt sich aus Kernseife, Zitronensäure und Natron einen Allzweckreiniger zusammen und schont damit nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Wer die Herstellung von Putzmitteln lieber Profis überlässt, aber trotzdem umweltschonend putzen will, wird auch im Handel fündig. Johanna Schwägle empfiehlt Produkte mit dem EU-Ökolabel „blaue Blume“, deren Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein müssen. „Die sind nicht teuer und man weiß, dass man nichts Umweltschädliches kauft.“

Als „nachhaltige Sache“ bezeichnet sie außerdem die Reinigungstabs, die man in einer Sprühflasche in Wasser auflöst und sich so die Verpackung spart. Dazu tragen auch Konzentrate bei, die viel ergiebiger sind als herkömmliche Reinigungsmittel – wenn man sie denn auch richtig dosiert. Um ihren Verbrauch zu kontrollieren, schreibt Johanna Schwägle auf ihre Spülmittelflasche das Datum, an dem sie sie geöffnet hat und sieht so, ob sie wirklich nur die erforderlichen drei Spritzer ins Wasser gegeben hat oder öfter zu „großzügig“ war. Sie rät außerdem, sich bei der Dosierung an der tatsächlichen Verschmutzung zu orientieren und nicht zwingend an den Herstellerangaben. „Denn die Hersteller schreiben da ja keine Minimum-Angabe drauf. Die wollen ihr Putzmittel ja verkaufen.“

Warum die Egelhofenerin wenig von Mikrofasertüchern hällt

Und auch bei den Lappen kann man auf die Umwelt achten: Für die Holz-Alu-Rahmen ihrer Fenster, die Fenster selbst, Spiegel, Waschbecken und die Duschkabine würde sie niemals zu Mikrofaser-Tüchern greifen. Denn zum einen zerkratzen sie langfristig das Material und zum anderen landet der Abrieb der Tücher als Mikroplastik im Wasser. Fensterleder und Lappen aus Baumwolle – gerne auch aus alten T-Shirts oder Laken geschnitten – seien deshalb die bessere und nachhaltigere Wahl.

„Man muss nicht gleich den ganzen Haushalt umkrempeln, wenn man umweltfreundlich putzen will“, sagt Johanna Schwägle. Vielleicht nimmt man erst einmal nur einen anderen Reiniger oder verzichtet jedes zweite Mal ganz auf ihn – und tut so bei jedem Hausputz auch etwas für den Umweltschutz.

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