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Mindelheim

08.02.2015

So gefährlich sind E-Shishas

Wie gefährlich sind E-Shishas wirklich? Bisher gibt es kaum Erkenntnisse darüber.
Bild: Daniel Reinhardt (dpa)

E-Shishas erfreuen sich großer Beliebtheit unter Jugendlichen. Doch hinter der knalligen Fassade steckt oft ein Chemikaliengemisch, das unbekannte Gefahren birgt.

Sie sehen aus wie Kugelschreiber, sind knallig und bunt im Design, schmecken nach Himbeere, Heidelbeere oder Apfel. Der neue Trend: E-Shishas. Sie funktionieren im Prinzip wie eine E-Zigarette, aber genau genommen raucht man sie nicht, sondern man dampft sie. Und im Gegensatz zu E-Zigaretten beinhalten die E-Shishas meist kein Nikotin, stattdessen aber eine Menge Chemie. Sie sind süß, fruchtig und attraktiv für Jugendliche – aber auch womöglich gefährlich.

Das enthaltene Propylenglykol kann laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum unter anderem Beeinträchtigungen der Lungenfunktion, Reizungen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit hervorrufen. Weil die aktuelle Datenlage derzeit nicht ausreicht, können die Forscher keine sicheren Aussagen über Gesundheitsgefährdungen durch den langfristigen Konsum von E-Shishas treffen, vor allem gebe es keine Erfahrungen zur langfristigen Inhalation „derart hoher Dosen eines Chemikaliengemischs“, schreibt das Forschungszentrum.

E-Shishas sind vor allem bei 16- und 17-Jährigen beliebt

Im Internet ist zu lesen, dass schon Zwölfjährige die E-Shisha legal an Tankstellen oder Kiosken kaufen konnten, weil sie ohne Nikotin nicht dem Jugendschutzgesetz unterliegen. Doch ganz so einfach scheint es zumindest in Mindelheim nicht zu funktionieren. Dort gibt es die E-Shisha in drei Läden. In zwei davon kann man die Shishas nur gegen Vorlage seines Ausweises ab einem Alter von 16 Jahren erwerben, bei dem dritten Geschäft sogar erst ab 18.

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„Doch gerade das führt dazu, dass viele Jugendliche direkt an ihrem 16. Geburtstag nur ein Ziel kennen – die Tankstelle – um für sich und ihre oft noch jüngeren Freunde eben solche E-Shishas zu kaufen“, sagt Yasemin Koc von einer Mindelheimer Tankstelle. Das Angebot der Geschmacksrichtungen in der Tankstelle ist groß: von Erdbeere über Heidelbeere, Pfirsich, Apfel und Traube ist alles dabei.

Die angesprochene Gruppe sind vor allem 16- und 17-jährige Jugendliche. „Am Wochenende ist die Nachfrage höher, obwohl unter der Woche bereits an jedem Tag etwa fünf E-Shishas über den Ladentisch gehen“, meint Koc. Viele Jugendliche kommen zum ersten Mal nur, um es auszuprobieren, doch es gebe auch „Stammkunden“. Von den vor Weihnachten bestellten 30 normalen Shishas waren zehn Tage später nur noch fünf übrig.

Gefährliche Sucht? Viele Jugendliche bevorzugen E-Shishas gegenüber Zigaretten

Bei der Frage, wieso viele Jugendliche zur E-Shisha greifen, gehen die Meinungen auseinander: Manche führen es auf den Gruppenzwang unter Klassenkameraden zurück, andere finden den Rauch cool und letztere den Geschmack. Aber alle sind sich einig: Wenn man es einmal gemacht hat, macht man es immer wieder. Auch der Vorteil, dass man die E-Shisha überall mitnehmen kann, zählt.

Die Geschwister Leonie (16) und Simon (18) erzählen von ihren Erfahrungen mit der E-Shisha. Simon, der selbst Raucher ist, nutzt sie lediglich als Abwechslung und genießt die Geschmacksrichtungen, die ihm die „normale“ Zigarette nicht bieten kann. „Außerdem kann ich sie herausnehmen, einmal daran ziehen und wieder einpacken. Das kann ich bei einer herkömmlichen Zigarette nicht. Da muss ich sie quasi fertig rauchen“, sagt er. „Und der Rauch riecht nicht so abartig. Man merkt es niemandem an, der sie raucht.“ Simon findet sie aber im Verhältnis zur Zigarette einen teuren Spaß.

Warnung auf E-Shishas: Nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet

Der 19-jährige Samuel will seiner Leidenschaft zur E-Shisha ein Ende setzen. Sein Vorsatz stand fest: Ab 2015 rauche ich nicht mehr. Sein Rat war zuletzt nur: Wer das Rauchen nicht anfängt, muss es auch nicht aufhören.

Allein die Warnung, die auf der E-Shisha steht, gibt ihm wohl Recht: „Von Kindern fernhalten. Nicht für Personen unter 16 Jahren geeignet. Nicht für Nikotinallergiker und Menschen mit Herzbeschwerden geeignet.“ Über die Inhaltsstoffe verlieren die Hersteller dabei keinen Ton.

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