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Mindelheim

04.10.2019

So geheimnisvoll ist die Mindelburg

Weit ins Land hinaus und in die Kreisstadt hinab reicht der Blick vom Turm der Mindelburg. Das Burggebäude selbst ist für die Öffentichkeit nicht zugänglich. Hier hat der Verlag Sachon seine Büros untergebracht.
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Weit ins Land hinaus und in die Kreisstadt hinab reicht der Blick vom Turm der Mindelburg. Das Burggebäude selbst ist für die Öffentichkeit nicht zugänglich. Hier hat der Verlag Sachon seine Büros untergebracht.
Bild: Joachim Mende

Plus Den öffentlich zugänglichen Turm der Mindelburg kennt jeder. Aber was verbirgt sich im Hauptgebäude der Mindelheimer Burganlage?

Türme prägen nicht nur das Bild der Mindelheimer Altstadt, sondern sind auch in anderen Orten des Unterallgäus markante Wahrzeichen. Wir haben uns auf Spurensuche begeben. Wie sieht es in diesen Türmen aus? Wie werden sie genutzt, welche Geheimnisse können sie uns verraten? Heute geht es um die Mindelburg in Mindelheim.

Was wäre eine Serie über Türme in der Region ohne das mächtigste Bollwerk der Stadt Mindelheim, die Mindelburg? Richtig: in jedem Fall unvollständig. Deshalb rauf auf den Turm, von dem aus sich bei klarer Sicht ein herrlicher Blick auf die Kreisstadt und das Mindeltal bis nach Kirchheim und sogar nach Gundremmingen und die Alpen bietet. Und er eigenen Fitness tut das Treppensteigen obendrein noch gut.

Der Verlag Sachon ist eng mit der Mindelburg verbunden

Während der Turm tagsüber für jedermann öffentlich zugänglich ist, sieht es in der benachbarten Burg anders aus. In dem Gebäudekomplex ist seit Jahrzehnten der Verlag Sachon untergebracht, der in Mindelheim 45 Mitarbeiter beschäftigt. Sachon ist weltweit aktiv und gibt Fachzeitschriften zum Beispiel auch in China und Brasilien heraus. Und nebenbei macht das Unternehmen damit Werbung für Mindelheim und vor allem die Mindelburg.

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Geschäftsführer Wolfgang Burkart hat Einblick in das nordöstlich gelegene gegeben, in die Kernburg. Fünf Stockwerke hoch ragt das mächtige Bauwerk über Mindelheim. In diesem Gebäude war bis vor ein paar Jahren noch die Druckerei des Verlags untergebracht. In einer atemberaubenden Abbauaktion wurde das tonnenschwere Gerät aus der Burg geholt. Heute ist die Druckerei immer noch in Betrieb - im fernen Bangladesch.

Vom Wehrturm aus bieten sich besondere Ausblicke.

Georg von Frundsberg hat die Mindelburg um 1500 massiv gegen Kanonenbeschuss verstärkt

Die Burg war im 12. Jahrhundert zum Schutz der Salzstraße gebaut worden, die Mindelheim Wohlstand gebracht hat. Um 1500 musste die Burg zu Zeiten von Georg von Frundsberg umfangreich verstärkt werden. Neue Feuerwaffen machten das notwendig. In dieser Zeit kamen die äußeren Rondelle dazu, um Kanonen aufnehmen zu können. Die Vorburggebäude wurden in den folgenden Jahrhunderten immer wieder modernisiert.

Während des 30-jährigen Krieges wurde die Burg 1634 von den Schweden niedergebrannt. Danach diente die Ruine nur noch als dürftiger Kornspeicher. 1878 übernahm der aus Mindelheim stammende Münchner Architekt Ludwig Schramm die ruinöse Burg vom Königreich Bayern. Er romantisierte die Burg mit Täfelungen und Holzdecken. Davon ist im Palas noch einiges zu sehen. 1927 kaufte die Stadt Mindelheim die Anlage. Sie ist noch heute Eigentümer des historischen Gemäuers.

Die Räume im Palas werden heute als Büros und auch als Lager für Zeitschriften verwendet. Auch ein Lastenaufzug ist noch vorhanden. Gleich im Eingangsbereich empfängt den Besucher eine lebensgroße Figur von Georg von Frundsberg, die wohl aus der Zeit von Ludwig Schramm stammt. Im ganzen Gebäude sind Kopien der Manesse-Handschrift aufgehängt. Das hatte der frühere Firmenchef Werner Sachon veranlasst. Aus dem Mittelalter sind kaum noch Spuren vorhanden, allenfalls eine Gewölbedecke und eine romanische Säule erinnern an die Glanzzeit der Burg.

Vom vierten und fünften Stockwerk bietet sich ein atemberaubend schöner Ausblick auf Mindelheim, die Schlosskapelle und den Bergwald, der von den Krähen besetzt ist. Der technische Leiter des Verlags Sachon, Werner Reischl, hat den Logenplatz. Nirgendwo ist der Blick auf Mindelheim schöner als von seinem Schreibtisch aus.

Blick von der Kernburg zur Kapelle der Mindelburg.

Der Dachstuhl im fünften Stock ist ein handwerkliche Meisterleistung. Die Balken sind mit hölzernen Zapfen miteinander verbunden, die Ziegel in Biberschwanzform mit ihrem typischen Rundschnitt.

In unserer Serie über Türme in und um Mindelheim sind folgende Beiträge erschienen:

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