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Bad Wörishofen

15.08.2018

So geht es im Gewerbepark weiter

Direkt an der A 96 soll der interkommunale Gewerbepark auf Bad Wörishofer Flur entstehen. Noch steht dort als einziges Unternehmen in diesem Bereich der Firmensitz der Tricor AG.
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Direkt an der A 96 soll der interkommunale Gewerbepark auf Bad Wörishofer Flur entstehen. Noch steht dort als einziges Unternehmen in diesem Bereich der Firmensitz der Tricor AG.
Bild: Ulrich Wagner

Der Zweckverbandsvorsitzende Paul Gruschka schildert das Ergebnis von Grundstücksverhandlungen für einen zweiten Bauabschnitt. Beteiligt war ein Vermittler.

Wie geht es im Interkommunalen Gewerbepark A96 Bad Wörishofen/ Allgäu weiter? Eine Antwort darauf gab nun Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka (FW), der auch Vorsitzender des Zweckverbands für den Gewerbepark ist.

Demnach hat der Verband in einer nicht-öffentlichen Sitzung im Juli einen Grundsatzbeschluss zu der weiteren Entwicklung des Bauabschnitts II gefasst.

„Vor dem Bauabschnitt II soll zunächst der Bauabschnitt I abgeschlossen werden um Nachzahlungsverpflichtungen wegen der derzeit hohen Grundstückspreise zu vermeiden“, heißt es in Gruschkas Stellungnahme. Dies gelte nicht, wenn Grundstücke im Bauabschnitt II zum Preis wie beim Bauabschnitt I gekauft werden können. „Bis 2023/2024 soll ein Grundstückspool aufgebaut werden, damit Grundstücke für den Bauabschnitt II im Tauschverfahren erworben werden können“, teilt Gruschka mit.

Der Zweckverband sei sich einig darin, dass Grundstücke für den Bauabschnitt II nicht um jeden Preis erworben werden sollen, da dies die Kalkulation des Zweckverbandes negativ beeinflussen würde. „Dieser Beschluss erfolgte einstimmig“, so Gruschka.

Das fordern die Eigentümer in Bad Wörishofen

Grund für diesen Beschluss waren nach Angaben des Bürgermeisters Gespräche, die er selbst gemeinsam mit einem „externen Vermittler“ mit den Eigentümern der Grundstücke geführt habe, die für den zweiten Bauabschnitt benötigt werden. Wer hier als Vermittler tätig war, sagt Gruschka nicht.

„Die Meinungen der Grundstückseigentümer waren unter anderem, dass ihnen der Landverbrauch zu hoch sei und sie teilweise die Ansicht vertraten, das interkommunale Gewerbegebiet brauche man nicht“, heißt es weiter. Teilweise seien Verkäufe vollständig abgelehnt worden. Allenfalls wolle man nur einem Grundstückstausch zustimmen, hätten Eigentümer signalisiert. „Teilweise wurde das Fünffache an Tauschfläche in naher Umgebung gefordert“, berichtet Gruschka. „Daraus resultierte dann das einheitliche Meinungsbild, die Grundstücke nicht um jeden Preis zu kaufen.“

Braucht Bad Wörishofen bis zu 30 Hektar Tauschflächen?

In der Mitteilung des Bürgermeisters wird auch eine Einschätzung des unbekannten externen Vermittlers transportiert. Demnach sollte eine Stadt wie Bad Wörishofen „für derartige Tauschgeschäfte 20 bis 30 Hektar an Flächen zur Verfügung haben.“

Gemeinden, die vor zehn bis fünfzehn Jahren Grundstücksflächen gekauft haben, hätten diese Probleme nicht, betont Gruschka.

Der Bürgermeister sagt außerdem, dass sich Käufer der Grundstücke in den notariellen Kaufverträgen verpflichten, die Grundstücke „mit eigengenutzten gewerblichen Gebäuden innerhalb von fünf Jahren zu bebauen“ und dass der Baubeginn spätestens drei Jahre nach Vertragsabschluss erfolgen müsse. „Wenn also bei einem Grundstück im interkommunalen Gewerbegebiet noch kein Kran steht, können daraus keine negativen Rückschlüsse gezogen werden“, betont der Verbandsvorsitzende. Immer wieder wurden zuletzt kritische Stimmen laut, die anprangerte, dass es im interkommunalen Gewerbepark nicht voran gehe. Wer dort bauen will oder soll und was genau in direkter Nachbarschaft der Tricor AG entstehen wird, ist allerdings immer noch nicht öffentlich bekannt. Das Rathaus nannte hier bislang auch auf Nachfragen keine Details.

„Im Bauabschnitt I ist die Nachfrage nach wie vor erfreulich“, teilt Gruschka dazu jetzt nur mit. Dem Zweckverband gehe es hier um eine nachhaltige Entwicklung, wobei die neuen Unternehmen auch zu der Kurstadt Bad Wörishofen passen müssten. „Auch bei den Aufgaben des Zweckverbandes wäre ein Wirtschaftsförderer sinnvoll“, sagt Gruschka noch. Im Frühjahr hatte sich noch Bad Wörishofens Finanzreferentin Michaela Bahle-Schmid (CSU) in öffentlicher Sitzung nach dem Gewerbepark erkundigt. Es werde Zeit, dass sich da etwas tue, machte sie damals deutlich. An anderen Orten an der A 96 würden die Gewerbeansiedlungen „florieren“. In Bad Wörishofen dagegen stehe „erst ein Bau“. Bürgermeister Paul Gruschka berichtete damals, dass im Bauabschnitt eins mit seinen rund 100000 Quadratmetern 40000 Quadratmeter verkauft seien, wies aber ebenfalls auf die Baufristen hin.

So komme es, dass ein Unternehmen, dem man 30000 Quadratmeter verkauft habe, Stand März noch nicht mit dem Bau begonnen habe. Bad Wörishofen hat den Zweckverband Interkommunalen Gewerbepark gemeinsam mit Amberg, Eppishausen, Ettringen und Rammingen gegründet. Im Endausbau soll er 40 Hektar groß sein.

Hier lesen Sie den Kommentar von Markus Heinrich zu diesem Thema.

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