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26.10.2020

So geht es mit der Staudenbahn weiter

Das Warten auf die Staudenbahn geht weiter.
Bild: Rupprecht

Plus Das Nahverkehrsprojekt stockt. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert mehr Geld aus München. Es herrscht Zeitdruck.

Die versprochene Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Staudenbahn zwischen Gessertshausen und Langenneufnach stockt seit Jahren. Jetzt fordert der Fahrgastverband Pro Bahn vom Freistaat Bayern mehr finanzielles Engagement. Der Zeitpunkt des Vorstoßes dürfte nicht von ungefähr kommen. Denn Ende Oktober wird auf Landkreisebene beraten, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. Die Reaktivierung der Staudenbahn hat immer wieder auch die Gemeinderäte in Türkheim und Ettringen beschäftigt. Zwischen Ettringen und Türkheim soll die Staudenbahn wieder in Fahrt kommen. 2018 hatte der Unterallgäuer Kreistag einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst

Am 26. Oktober sollen die Ergebnisse der so genannten Projektvalidierung im Kreisausschuss der Nachbarn im Augsburger Land erörtert werden. Vereinfacht gesagt geht es dabei darum, wie die 13 Kilometer lange Strecke zwischen Gessertshausen und Langenneufnach modernisiert werden kann. Ein wichtiger Punkt sind dabei die Bahnübergänge, die sicherer werden sollen. Dieses Vorhaben muss erst in einem Planfeststellungsverfahren genehmigt werden.

Gutachter rechnen inzwischen mit einer hohen Millionensumme

Gutachter sollen die Kosten für diesen Ausbau nach Informationen unserer Redaktion inzwischen mit 30 Millionen Euro beziffern. Inzwischen drängt die Zeit. Kommt das Genehmigungsverfahren nicht ins Rollen, ist der Zeitplan für den Start erneut überholt. Beim Thema Geld hakt Pro Bahn ein. Der Fahrgastverband sieht die Finanzierung der nicht bundeseigenen (NE) Eisenbahnen in Bayern als unzureichend an. Anders als die Deutsche Bahn erhalten diese keine pauschalen Zahlungen vom Bund. Daher müsse sich der Freistaat beteiligen, um die gleichwertigen Lebensverhältnisse in den Regionen abzusichern.

Auch für die Reaktivierung still gelegter Strecken stellt die mangelnde Finanzierung ein Problem dar. So steht der Betreiber der Staudenbahn vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, eine Finanzierung für die Ertüchtigung des Abschnitts Gessertshausen - Langenneufach (Landkreis Augsburg) für den täglichen Personenverkehr auf die Beine zu stellen. Den Banken reicht die Garantie des Freistaats, dort für mehrere Jahre Züge zu bestellen, nicht aus.

Fahrgastverband lässt Argument der Ministerien und Behörden nicht gelten

Das Argument von Ministerien und Behörden, dass der Freistaat gar nicht zuständig sei oder rechtlich hier gar nicht aktiv werden dürfe, lässt der Fahrgastverband nicht gelten. „Baden-Württemberg und weitere Länder finanzieren seit Jahren ihre NE-Bahnen, ohne, dass sie dafür vor Gericht gezerrt worden wären. Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe“, sagt Timm Kretschmar, Beisitzer im Vorstand des Fahrgastverbands. Die Reaktivierung der Bahn wurde inzwischen mehrfach verschoben. Versprochen ist der Neustart bereits seit 2014. Doch der Fahrplan für die Wiedereröffnung geriet schon wiederholt durcheinander. Zunächst war 2019 für den Start vorgesehen. Zuletzt war offiziell von einem Betriebsbeginn Ende 2024 die Rede. Mittlerweile gilt aber schon als fraglich, ob dieses Datum überhaupt zu halten ist.

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