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Mindelheim

07.10.2019

So helfen Mindelheimer Schüler in Afrika

Acht junge Leute reisen im November für 14 Tage nach Uganda in Ostafrika. Dort wollen sie unter anderem eine Solarlampe konstruieren. Links im Bild Peter Förg von den Uganda-Freunden. Außerdem auf dem Foto sind die Lehrkräfte Johannes Goldstein, Daniel Dietrich und Alexandra Zieger, die mit nach Afrika fliegen sowie die Schulleiter Georg Renner und Sven Mayer-Huppmann sowie Studiendirektor Karl Geller.

Acht Studierende machen sich auf zu einer beschwerlichen Reise. In Uganda wollen sie mit jungen Leuten ein ganz besonderes Gerät konstruieren.

Die Mindelheimer Berufsschule wird mehr und mehr zum Brückenbauer in andere Länder. Austausch gibt es bisher mit Schulen in Frankreich, England und zuletzt sogar Russland. Jetzt kommt ein neues Projekt hinzu. Acht Studierende der Technikerschule machen sich im November mit drei Lehrkräften für zwei Wochen auf nach Afrika. Dort wollen sie an einer Berufsschule ein Solar-Projekt auf die Beine stellen, um den Menschen vor Ort ganz konkret zu helfen.

Die Mindelheimer wollen eine billige Solarlampe entwickeln

Uganda im Osten Afrikas zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Hälfte der Bevölkerung sind Kinder unter 15 Jahre. Fast alle Menschen leben in Behausungen ohne Strom und fließend Wasser. Ihnen wollen die Mindelheimer eine Perspektive für die Zukunft geben. Zusammen mit Schülern vor Ort in Mitjana soll mit Hilfe eines Solarkoffers eine Solarlampe konstruiert werden. Wichtig dabei: Diese Lampe wird mit Materialien gebaut, die in Uganda gekauft werden können oder wie Plastikflaschen Millionenfach herumliegen. Die Wirtschaftskreisläufe vor Ort will der Verein Uganda-Freunde fördern, der das Projekt gemeinsam mit der Mindelheimer Berufsschule auf die Beine stellt. Die Lampe soll möglichst günstig sein, damit sich diese auch alle Menschen leisten können. Ein Lehrer etwa verdient in Uganda im Monat 120 Euro, ein Tagelöhner am Tag einen Euro.

Mit vor Ort wird auch Peter Förg aus Buxheim sein, der viele Jahre den Verein „Uganda-Freunde“ geleitet hat. Seit 30 Jahren setzen sich Förg und seine Mitstreiter vor Ort vor allem für Kinder ein. Schulen sind aufgebaut worden, in denen 1400 Kinder lernen können. Auch ein Sozialzentrum gehört dazu, das beispielsweise den unzähligen Kindern hilft, deren Eltern an Aids gestroben sind. Nicht zuletzt dank der Sternsinger-Aktion konnten diese hilfreichen Projekte gestemmt werden.

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Unglaubliche 38 Milliarden Euro geben arme Menschen weltweit Jahr für Jahr dafür aus, dass sie kleine Blechbüchsen mit Petroleum füllen und sie dann entzünden. Das ist für 90 Prozent der Menschen in Uganda die einzige Lichtquelle. Diese Lampen sollen durch eine umweltfreundliche Solarlösung abgelöst werden. Das ist das langfristige Ziel der Initiative aus Mindelheim.

Am Berufsbildungszentrum Zigoti wollen die Mindelheimer Studierenden nachhaltige Entwicklungshilfe leisten. In Uganda gibt es keine duale Berufsausbildung, sagt Förg. Aber die jungen Leute seien sehr kreativ. In den 14 Tagen sollen die jungen Afrikaner so weit befähigt werden, selbst solche Lampen zu bauen.

Das Projekt zwischen Mindelheim und Uganda ist langfristig angelegt

Aber auch wenn das nicht ganz klappen sollte: Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt. Nächstes Jahr will eine Gruppe junger Afrikaner von der dortigen Berufsschule zum Gegenbesuch nach Mindelheim kommen. Studiendirektor Karl Geller, dem die Zusammenarbeit mit anderen Ländern eine Herzensangelegenheit ist, setzt auf diesen langfristigen Austausch. Gewinner bei diesen Begegnungen werden auch die Mindelheimer sein. Der Leiter der Berufsschule, Georg Renner, wies darauf hin, dass es sich im Lebenslauf gut mache, an einem solchen Projekt mitgewirkt zu haben. Peter Förg sieht das ähnlich, betonte aber vor allem den menschlichen Gewinn. Trotz der großen Armut seien die Menschen immens freundlich und begeisterten mit ihrer Freude und Fröhlichkeit.

Die acht Studierenden finanzieren die rund 1200 Euro teure Flugreise für jeden zum Teil aus der eigenen Tasche. Durch das Umweltprojekt vor Ort rechnet Lehrer Daniel Dietrich damit, dass die Reise klimaneutral abläuft.

Bis zu 30.000 Euro kommen aus dem Unterallgäu

Die Uganda-Freunde steuern zwischen 20.000 und 30.000 Euro bei. Auch auf Spenden kann Förg zählen. Und dann läuft noch ein Antrag beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Minister Gerd Müller wirbt seit langem dafür, Afrika mehr zu unterstützen, damit sich die Menschen vor Ort selbst eine Existenz aufbauen können und nicht den weiten Fluchtweg nach Europa antreten.

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