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Babenhausen

19.11.2019

So ist die Bauplatz-Situation in Babenhausen

Die Nachfrage nach Bauplätzen ist in Babenhausen groß. Doch die Marktgemeinde tut sich schwer, Bauwilligen Flächen anzubieten.
Foto: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Grundstücke sind im Fuggermarkt Babenhausen sehr gefragt. Deren Kauf gestaltet sich aber nicht selten schwierig.

Bauplätze sind ein gefragtes Gut. Das ist auch in Babenhausen nur allzu gut bekannt. Doch wie an geeignete Flächen kommen? Dass das Thema die Bürger, vor allem potenzielle Häuslebauer, beschäftigt, hat Marktrat Werner Sutter (CSU) kürzlich in einer Sitzung betont. Er erkundigte sich nach dem Status quo.

Bauplätze in Babenhausen: Situation "sehr unbefriedigend"

Bürgermeister Otto Göppel (CSU) bezeichnete die Situation als „sehr unbefriedigend“. Es gestalte sich in Babenhausen schwierig, Flächen zur Verfügung zu stellen. Denn noch immer bestehe das Problem, dass viele Eigentümer ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten. Eine Luftaufnahme der Marktgemeinde zeige einige Flächen, die zwar seit längerer Zeit erschlossen, aber nicht bebaut seien – und auch nicht veräußert würden. Eine Verhandlungsbasis könnten eventuell Tauschflächen bieten – „aber so viele haben wir nicht“, erklärt Göppel.

Sein Appell: Bauplätze in Privatbesitz sollten nicht als „Kapitalanlage“ gehandelt werden und über lange Zeit hinweg brachliegen. „Im Interesse der Gemeinde ist es, dass erschlossene Grundstücke auch bebaut werden und nicht, dass wir Spekulationsobjekte haben.“ Vor allem dann, wenn die Grundstücke eine Baulücke innerhalb Babenhausens darstellten. Denn angestrebt werde es nach wie vor, „innen vor außen“ zu bauen. Er werde auch regelmäßig von Bauwilligen gefragt, wem diese oder jene unbebaute Fläche im Ort gehöre, erzählt Göppel – wobei bei solchen Anfragen der Datenschutz zu beachten sei.

Bauplätze in Babenhausen: So soll es jetzt weitergehen

Eine Hoffnung des Bürgermeisters liegt auf der Einführung einer sogenannten Grundsteuer C. Das Prinzip dahinter: „Die Gemeinden erhalten die Möglichkeit, für unbebaute, baureife Grundstücke einen erhöhten Hebesatz festzulegen“, heißt es auf der Internetseite der Bundesregierung zu der Reform der Grundsteuer, welcher der Deutsche Bundestag kürzlich mehrheitlich zugestimmt hat. Eine solche höhere Besteuerung könne dabei helfen, Wohnraumbedarf künftig schneller zu decken. Die neuen Regelungen sollen jedoch erst ab 2025 gelten.

Rat Josef Deggendorfer (Freie Wähler) ergänzte in der Sitzung den Appell des Bürgermeisters. Aus seiner Sicht sollte dieser ebenso an das Wasserwirtschaftsamt gerichtet sein. Er verstehe nicht, weshalb Flächen mit Bausperren blockiert seien, weil es „irgendwann alle 100 Jahre mal zu einem Hochwasser kommen kann“. Göppel erwiderte, dass das neue Dammbauwerk an der Günz bei Eldern die Hochwasserverhältnisse in Babenhausen neu definieren sollte – auch wenn es kein 100-jähriges Hochwasser abhielte. Besser als in Babenhausen sieht die Situation für Bauwerber in Klosterbeuren aus. Die Perspektiven für ein neues Baugebiet sind konkret; der Bebauungsplan „K4 – Klosterbeuren West“ wird aufgestellt. Laut Göppel kann die Kommune eine Fläche in dem Geltungsbereich kaufen – mit Platz für bestenfalls bis zu zehn Häuser. Weitere Gespräche mit Eigentümern seien noch zu führen. „Ich denke, da kommen wir einen Schritt weiter“, so Göppel.

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