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Leben in der Patchworkfamilie

24.11.2017

So klappt Weihnachten ohne Stress

Monika Grimaldi
2 Bilder
Monika Grimaldi
Bild: kjf/Agentur flavour

Wenn Familien sich neu zusammensetzen, erfordert das besondere Rücksicht

Der Bund fürs Leben fällt oft kürzer aus, als sich das jung Verliebte ausmalen. Wie sehr trifft eine Trennung Kinder?

Grimaldi:

Schaffen das betroffene Eltern alleine?

Grimaldi:

Es ist heute ja nichts Ungewöhnliches mehr, dass sich Familien in neuer Zusammensetzung neu gründen. Vor welchen Herausforderungen stehen diese Familien, wenn Kinder aus früheren Bindungen zusammenkommen?

Grimaldi:

Das klingt sehr kompliziert.

Grimaldi:

Jetzt gehen wir auf Weihnachten zu. Da verdichtet sich alles. Weihnachten ist das Fest der Familie. Da kommen ja schon normale Familien an ihre Grenzen, weil ein Termin den anderen jagt. Was bedeutet die Weihnachtszeit eigentlich für Patchwork-Familien?

Grimaldi:

Man kann sich ja nicht zerteilen. Was macht man denn da?

Grimaldi:

Das heißt, jetzt schon über den Ablauf der Weihnachtstage reden?

Grimaldi:

Am Dienstag, 28. November informiert die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle für den Landkreis Unterallgäu Eltern und Interessierte zum Thema „Patchwork-Familien“. Die Veranstaltung findet um 19.30 Uhr in der Herrenstraße 15 in Memmingen statt. Sie und Annette Mayrock-Albrecht stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. Was dürfen die Besucher an dem Abend erwarten?

Grimaldi: Wir wollen die Herausforderungen aufzeigen, die sich aus den unterschiedlichen Rollen ergeben. Wir wollen Verständnis dafür wecken, dass nicht nur das eigene Thema wichtig ist, sondern dass jeder der Beteiligten seine eigene Perspektive hat. Wir wollen ermutigen, über den üblichen Rahmen hinauszudenken und den Mut zu haben, eigene Lösungen zu finden. Wir erleben immer wieder in Beratungen, dass es den Menschen bewusst ist, dass sie in der Klemme stecken. Aber es hilft zu hören, dass das eine strukturelle Geschichte ist, die sich aus den unterschiedlichen Rollen ergibt.

Wenn man sich den Problemen nicht stellt, birgt das Sprengstoff für die neue Beziehung?

Grimaldi:

Dr. Monika Grimaldi ist Leiterin der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelles Unterallgäu. Annette Mayrock-Albrecht ist Mitarbeiterin.

Genau. Das kann man auf jeden Fall sagen. Auf jeden Fall. Da sind konstruktive Lösungen notwendig. Wenn die Eltern sich einig sind, muss man Kompromisse schließen. Man kann zum Beispiel mit alten Traditionen brechen. Im Zweifel ist der getrennt lebende Elternteil vielleicht doch wichtiger als die Großeltern. Das bedeutet einen großen Organisationsaufwand. Wo sonst nur entschieden werden muss, gehen wir am ersten

Feiertag

zu den väterlichen Großeltern und am zweiten zu den mütterlichen, muss jetzt zwischen den Eltern gerecht aufgeteilt werden. Jeder möchte

Weihnachten

ja mit seinem Kind feiern. Möglicherweise stellt auch der neue Partner Ansprüche, weil es in seiner Familie schon immer Tradition war ... Ja, das ist auch durchaus kompliziert, weil sich die Beziehungen sozusagen potenzieren. Plötzlich stehen Großeltern da, obwohl sie mit dem Kind eigentlich gar nichts zu tun haben. Der neue Partner hat vielleicht auch schon Kinder. Die Kinder müssen sich an jemand Neuen gewöhnen, mit dem sie eigentlich gar nichts zu tun haben, der ihnen aber plötzlich in der Vater- oder Mutterrolle gegenübersteht. Der neue Partner muss sich an eine neue Elternrolle gewöhnen. Er sieht sich plötzlich einem sechsjährigen Sohn und einer 14-jährigen pubertierenden Tochter gegenüber. Der Elternteil, dass mit Kind eine neue Partnerschaft eingeht, steht oft in einer Pufferfunktion. Einerseits versteht der den neuen Partner mit seinen Vorbehalten. Andererseits versteht er das Kind. Er will immer allen gerecht werden. Meist ist es schon schwierig. Ich glaube, dass es gut ist, Unterstützung von außen zu holen. Es ist gut, wenn man einen Neutralen zur Seite hat. Für Kinder ist es immer ein sehr einschneidendes Erlebnis, wenn die Eltern auseinandergehen. Das kann man uneingeschränkt sagen. Das gilt für jede Altersstufe. Entscheidend hängt es davon ab, wie sehr die Eltern nachher mit der Situation umgehen. Ob die Trennung in einen Dauerkonflikt mündet oder ob es die Eltern nach der heftigen Trennungsphase es doch schaffen, als Eltern wieder ein Stück kooperativer zu werden.

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