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Mindelheim

30.03.2019

So legt man eine Wildblumenwiese an

Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks kann jeder im eigenen Garten eine Wildblumenwiese anlegen.
Bild: Pia Seiler

Viele wollen der Natur mit einer Wildblumenwiese etwas Gutes tun, oft fehlt es aber am Fachwissen. Walter Feil erklärt, wie es geht.

Die erste Veranstaltung der Aktion „Jeder Quadratmeter zählt ... für heimische Natur“ hat bei strahlendem Sonnenschein im Mindelheimer Naturlehrgarten stattgefunden. Walter Feil von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz erklärte, worauf es beim Anlegen einer Wildblumenwiese ankommt:

  • Zunächst die Grasnarbe abtragen und den Boden etwas auflockern.
  • Die fehlende Schicht locker auffüllen – dafür eignen sich gewaschener Sand, feiner Split oder auch alles gemischt mit torffreier Blumenerde.
  • Darauf achten, dass sich keine Beikräuter im Gemisch befinden. Je magerer der Boden ist, desto mehr Vielfalt ist möglich.
  • Blumen-Samen breitwürfig auf dem feinkrümeligen Boden verteilen. Das Saatgut kann zur leichteren Aussaat mit trockenem Sand gemischt werden.
  • Samen anwalzen oder andrücken, mit der Hand oder einem Brett.
  • Gießen (mit Brause-Aufsatz) oder auf den ersten Regen warten. Wenn die Samen einmal feucht geworden sind, sollte man sie circa sechs Wochen lang feucht halten.
  • Geduld ist gefragt, die ersten Keimlinge erscheinen nach zwei bis drei Wochen.
  • Ein guter Zeitpunkt für die Aussaat ist von Mitte April bis Ende Mai.

Vorsichtig sein sollte man bei den vielen bunten Samenpäckchen im Handel, da es sich meist um einjährige, exotische Mischungen handelt. Dort können nur einige Generalisten wie Honigbienen Nektar trinken. Die meisten Wildbienen jedoch sind seit hunderten von Jahren auf die heimischen Pflanzen programmiert.

Walter Feil überreichte seinen Besuchern ein Päckchen Samen-Mischung von den Wespenberatern Bettina und Jan-Erik Ahlborn. Im ersten Jahr bieten vor allem die 14 einjährigen Pflanzen ein buntes Bild. Sie sterben im Winter ab, während im zweiten Jahr die 35 heimischen Wildblumen zum Tragen kommen.

So legt man eine Wildblumenwiese an

"Wilde Ecken sind extrem wichtig"

Walter Feil führte seine Besucher weiter zu den Stauden-Beeten und einer großen Insekten-Nisthilfe, die vor allem mit vielen Schilf-Röhrchen bestückt ist. Die Veranstaltung endete vor einem Reisighaufen. „Wilde Ecken sind extrem wichtig“, betonte Feil. In Gärten können aufgeschichtete Äste, Holz und Laub Unterschlupf, Kinderstube und Winterquartier sein.

Am Samstag, 30. März, 15 Uhr, wiederholt Walter Feil seine Veranstaltung im Naturlehrgarten. Am Donnerstag, 4. April, 20 Uhr, zeigt Silke Lotterbach anhand vieler Beispiele in der Alten Post, was jeder für die Artenvielfalt tun kann. Auch am 4. April, allerdings um 19 Uhr, findet in Memmingen der Vortrag „Stadtgärten für Artenvielfalt“ im Rohrbeck’s statt. Mehr zur Aktion unter www.jeder-m2-zaehlt.de.

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