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Unterallgäuer Mundartwettbewerb

26.01.2016

So schwätzt ma bei eis!

Eine intensive Arbeitssitzung hat die Jury des Mundartwettbewerbs erlebt mit von links: Margot Walser, Hans Ferk und Manfred Kraus.
Bild: Berchtold

Die Jury hatte aus 95 Beiträgen die besten Arbeiten auszuwählen: ein schwieriges Unterfangen. Im März wird es einen Festabend mit den Preisträgern geben.

Wie halten wir es mit unserer Mundart? Wer pflegt das Schwäbische überhaupt noch in Zeiten von Internet und Fernsehen? Und sind wir uns des sprachlichen Reichtums des Dialekts überhaupt noch bewusst? Die Mindelheimer und Memminger Zeitung haben vor diesem Hintergrund im vergangenen Herbst zu einem großen gemeinsamen Mundartwettbewerb aufgerufen. Bis Jahresende konnten Beiträge eingereicht werden. Das Ergebnis war überwältigend: 95 Wettbewerbsbeiträge waren eingegangen.

Die Jury stand nun vor einer alles andere als einfachen Aufgabe. Sie hatte zu entscheiden, welche Beiträge die besten sind. Zwei Stunden lag haben Kreisbäuerin Margot Walser, der Memminger Heimatdichter mit Eppishausener Wurzeln Hans Ferk und der Mundartschriftsteller Manfred Kraus aus Apfeltrach miteinander gerungen. Als Vierte gehört Waltraud Mair aus Bidingen der Jury an, die Bücher in ihrem Allgäuer Dialekt verfasst und auch im Unterland regelmäßig Lesungen hält. Sie war kurzfristig wegen einer Erkrankung verhindert.

Auf 15 Siegerbeiträge hat sich die Jury verständigt, wobei die Erstplatzierten auf einem Festabend bekannt gegeben werden, der im März geplant ist (Die Namen der 15 besten Autoren siehe Kasten). An dem Abend werden die Siegerarbeiten auch vorgelesen. Der genaue Termin des Festabends wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

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Zusätzlich wird es einen Ehrenpreis für Ältere gegeben, der an dem Abend vergeben wird. Und auch Grundschüler, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben, werden separat ausgezeichnet. Die preisgekrönten und fast preisgekrönten Arbeiten sollen obendrein in einem Buch veröffentlicht werden. Die Jury war immer wieder über den Themenreichtum der Teilnehmer erstaunt. So hat beispielsweise ein Autor aus Ottobeuren ein Loblieb aufs Nordic Walking angestimmt - auf Schwäbisch. „Weil des Laufa isch so gsund, hand heit viele Leut an Hund. Mir Nordigwalker, mir sind gescheider, mir hand immer zwei Begleiter. Mit zwei Stöck kascht schee aufrecht gau, und der Lunga Platz zum Schnaufa lau“.

Andere haben schwäbisches Brauchtum wie den Krippenbau beschrieben oder sogar ein Rezept über die Leberknödelsuppe eingereicht, ohne die eine schwäbische Küche nicht denkbar ist. Und auch das Jaucheausfahren, das „Lachafiera“ wurde in einem Mundart-Gedicht gewürdigt. Der Autor kommt aus Zaisertshofen.

Einzelne haben auch den schwäbischen Dialekt unserer Region selbst zum Thema gemacht. „I bin gar nix, aber richtig“ ist so ein Beitrag einer Memmingerin überschrieben. Wird sie gefragt, woher sie kommt, sagt sie Bayern. Ist sie in München, wird schnell klar, wie weit weg ihr Schwäbisch doch vom Oberbayerischen ist. „Aber Schwob will i mi nenna, des laß i mir ganz g’wieß it nemma. Do wirft d’r Württaberger ei’, dass er der echte Schwabe sei“. Ihr Reden sei ein Durcheinander, irgendwo aus dem Niemandsland. In Zukunft sagt sie ganz selbstbewusst: „Horch guat na! Wia i schwätz, schwätzt ma z’Memminga!“

Die Jury des Mundartwettbewerbs hat sich auf folgende 15 Autoren verständigt, die die besten Arbeiten eingereicht haben. Die Reihenfolge ist keine Wertung.

Petra Klotz (Amendingen)

Magdalena Dietmaier (Oberneufnach)

Leonhard Götzfried (Tussenhausen)

Josef Salger (Derndorf)

Dr. Johann Liebrich (Lauben)

Alfons Biber (Bedernau)

Josef Hölzle (Pfaffenhausen)

Lydia Klein (Lauben)

Georg Leinsle (Oberrieden)

Maria Mayer-Günther (Türkheim)

Inge Beitlich (Bad Wörishofen)

Reinhard Heuß (Memmingen)

Christine Ledermann (Türkheim)

Sophie Vogt (Oberneufnach)

Martin Strobel (Zaisertshofen).

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