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Dirlewang

29.04.2019

So sieht das neue Heimatmuseum aus

Auf dem großen Dachboden sind zahlreiche Exponate aus der Landwirtschaft und viele Hilfsmittel bei der Herstellung unterschiedlicher Güter, wie Seile und Teppiche, untergebracht.
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Auf dem großen Dachboden sind zahlreiche Exponate aus der Landwirtschaft und viele Hilfsmittel bei der Herstellung unterschiedlicher Güter, wie Seile und Teppiche, untergebracht.
Bild: Adelwarth

Nach über 3000 Arbeitsstunden feiern die Dirlewanger am 1. Mai ihre Geschichte.

Das Mauerwerk des Heimathauses „Taverne“ hat schon viel erlebt. Das jetzige Gebäude wurde 1754 errichtet. „Davor stand dort ein Ziegelhaus, das bereits vor 1400 gebaut wurde“, erzählt Alfred Walter, Ehrenvorsitzender des Heimatdienstes.

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1578 war es das Amtshaus. Dort hatte der Ammann seinen Sitz, der als Beamter der Gemeinde auch als Richter fungierte und Urteile aussprach. Wenn Gefangene verurteilt wurden und ihr Leben am Galgen lassen mussten, bekamen sie dort ihre Henkersmahlzeit. Im Keller war der Kerker, in dem die Verurteilten auf dem Holzboden oft wochenlang ausharren mussten.

In der Geschichte ist zu lesen, dass 1616 dann das Gasthaus „Zum goldenen Adler“ gegründet wurde. Dort war in vielen Jahrzehnten die Fischenz (das Fischereirecht) und die Brauerei untergebracht. Die Marktgemeinde kaufte das Anwesen 1937 und genau ein Jahr später wurde es zum Museum für die Geschichte Dirlewangs. Im Zweiten Weltkrieg war das Gebäude bis 1945 zusätzlich auch noch ein Jugendheim.

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Der Heimatdienst kümmert sich seit Vereinsgründung 1930 um die Relikte aus vergangenen Zeiten und pflegt und hegt die Unikate mit großer Fürsorge. Stefan Fröhlich hat mit seinen 15 Gründungsmitgliedern den Verein aus der Taufe gehoben und gemeinsam mit Josef Striebel die Geschichte um die Marktgemeinde für die Nachwelt unvergessen gemacht. „Doch nach dem Tod von Stefan Fröhlich ist der Verein in einen Dornröschenschlaf gefallen“, berichtet Alfred Walter, der sich 1975 dann der neuen Aufgabe angenommen hat und den Verein sowie das Museum wiederbelebte.

2014 fiel eine weit reichende Entscheidung in Dirlewang

Aus den zwei Museumsräumen wurden sechs Zimmer und im Laufe der Jahre auch ein großer Dachboden ausgebaut. Nachdem die letzte Renovierung Mitte der 70er Jahre stattgefunden hat, entschied der Heimatdienst 2014, das Museum für längere Zeit zu schließen und eine Generalsanierung vorzunehmen. Dazu wurde das Gebäude 2015 sogar zur Bekämpfung des Holzwurmes in eine Plane gesteckt. Über vier Jahre steckten die Mitglieder all ihre Arbeitskraft in dieses Projekt. Über 3000 Arbeitsstunden haben die Mitglieder geleistet.

Auf neuen Infotafeln, die drehbar sind, kann man sich über alle wichtigen Details der Exponate informieren. Auch ein moderner Touchbildschirm wird künftig mit allen lesens- und sehenswerten Berichten rund um die Marktgemeinde zur Verfügung stehen. Damit ist das Heimatmuseum im Digitalzeitalter angekommen. Umfangreiche Bilderkollektionen von Eike Kinast und Franz Bollhagen runden die Sammlung ab.

Die Renovierungshürde ist damit aber noch nicht ganz genommen, denn die alamannischen Ausgrabungen sind für die Besucher noch nicht zugänglich. „Dies wird nochmal einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Josef Seeger, der gemeinsam mit Werner Gingele und Klaus Ehrhard das Vorstandstrio bildet. Der Heimatdienst strebt nämlich ein „Alleinstellungsmerkmal“ an, was die Taverne von einem herkömmlichen Dorfmuseum abheben soll. Darin werden in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München die Ausgrabungen der 60er Jahre nördlich von Dirlewang dargestellt.

Doch nun freuen sich die Vorstandsmitglieder sehr, dass das Museum am Mittwoch, 1. Mai, wiedereröffnet werden kann.

Ab 13 Uhr findet dazu rund um die Taverne ein umfangreiches Rahmenprogramm mit vielen Attraktionen für Groß und Klein statt. Musikalisch umrahmt wird der Eröffnungstag von den Kirchbergmusikanten und dem Dirlewanger Kinderchor.

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