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Bad Wörishofen

10.11.2019

So wird das Seniorenheim Bad Wörishofen erweitert

Das Seniorenheim des Landkreises Unterallgäu in Bad Wörishofen soll erweitert werden. Nun ist auch klar, welche Variante die Kreisräte bevorzugen.
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Das Seniorenheim des Landkreises Unterallgäu in Bad Wörishofen soll erweitert werden. Nun ist auch klar, welche Variante die Kreisräte bevorzugen.
Foto: Schneider Architekten

Plus Nach langer Diskussion um die Erweiterung des Kreis-Seniorenheims hat der Kreisrat eine Entscheidung gefällt – zum Leidwesen eines bekannten Baums.

Nein, eine Schicksalsentscheidung sei das nun nicht mehr, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather vor der Abstimmung. Aber doch eine Entscheidung. Und die fiel kurz darauf relativ klar aus: Der Bauausschuss des Kreistags hat die Erweiterung des Kreis-Seniorenheims in Bad Wörishofen endgültig auf den Weg gebracht. Er entschied sich dabei für eine Variante, die dann doch ein Schicksal besiegelte: das der markanten Baumhasel in der Mitte des bisherigen, u-förmigen Innenhofs.

Schon seit über acht Jahren liegen Pläne in der Schublade, nach denen das Kreis-Seniorenheim erweitert werden soll. Landkreis und Stadt sind sich darüber schon länger einig. Knackpunkt war bis zuletzt das Wie. Nachdem im vergangenen Jahr Gedankenspiele verworfen wurden, nach denen das Dach des Heims teilweise abgehoben und dem Gebäude ein neues Stockwerk aufgesetzt werden sollte, stand nun im Bauausschuss nur noch ein zweigeschossiger Anbau zur Diskussion – davon aber gleich fünf Varianten.

Allen gemein war die Erweiterung des Speisesaals in Richtung Süden. Auch über den Anbau von insgesamt zwölf Wohneinheiten an den Ostflügel des Gebäudes, verteilt auf zwei Geschoße, gab es keine Unstimmigkeiten. Beide Maßnahmen hatte bereits die Vorplanung aus dem vergangenen Jahr vorgesehen.

Darf die Baumhasel im Seniorenheim Bad Wörishofen stehenbleiben?

Die Diskussion im Bauausschuss drehte sich nun im Wesentlichen um die Frage, wo der Verbindungsgang zwischen West- und Ostflügel verlaufen soll – und ob damit die Baumhasel, die seit der Gründung des Kreis-Seniorenheims 1992 genau dazwischen steht, weichen muss oder nicht. Drei Varianten schieden schnell aus, da sie entweder zu statischen Problemen geführt, viel Fläche verbraucht oder extrem aufwendige Arbeiten verursacht hätten. Die Entscheidung fiel also zwischen den verbliebenen Varianten drei und fünf, die beide eine Erweiterung um 18 Wohneinheiten und damit 21 zusätzliche Wohnplätze vorsahen.

Variante drei sah vor, den verglasten Verbindungsgang in etwa auf Höhe der Mitte beider Flügel verlaufen zu lassen. Diese Option hätte die Baumhasel verschont, jedoch einen zusätzlichen Anbau im südlichen Teil des Westflügels erforderlich gemacht. Dieser Anbau sei baulich und hinsichtlich der Anbindung an die Haustechnik recht kompliziert, erklärte Hochbauamtsleiter Anton Bartenschlager. Im Entwurf der verbliebenen Variante fünf verläuft der Verbindungsgang dagegen vom südlichen Ende des Ostflügels quer Richtung Westen – und damit genau über die Stelle, an der die Baumhasel heute steht. Die Vorteile dieser Option laut Hochbauamtsleiter Bartenschlager: Der Innenhof fällt größer aus, und die Bauarbeiten finden hauptsächlich nur im süd-östlichen Teil des Gebäudekomplexes statt. Außerdem sei davon auszugehen, dass diese Variante weniger koste als Variante drei.

Stefan Welzel, Kreisrat und Bürgermeisterkandidat der CSU für Bad Wörishofen im kommenden Jahr, sprach sich gerade in Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit für die Variante aus, bei der die Baumhasel gefällt werden müsste. „Wir sind zwar alle für Baumschutz“, sagte Welzel. „Das Gesamtpaket muss aber passen. Und da ist die Variante fünf am schlüssigsten.“ Er regte an, über Ersatzpflanzungen nachzudenken.

Das Seniorenheim Bad Wörishofen wird von 48 auf 69 Plätze ausgeweitet

Der Gesamtleiter der Kreis-Seniorenwohnheime, Ara Gharakhanian, erklärte, beide Varianten seien im Vergleich zum aktuellen Zustand ein klarer Fortschritt. So verbessere die Variante fünf insbesondere die Aufenthaltsmöglichkeiten der Bewohner. Trotzdem sei die Variante drei aus seiner Sicht sinnvoller, da wegen des kürzeren Verbindungsgangs praktikabler für Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims. Auch Landrat Weirather (FW) sprach sich für die baum-freundliche Option aus. „Damit wird die Leichtigkeit des Baus erhalten und wir kommen dem Anspruch auf Funktionalität und Kompaktheit am besten nach. Und: Dieser alte Baum, um den das Seniorenheim damals geplant wurde, bleibt erhalten.“ Dem Vorschlag von Kreisrat Roland Ahne (SPD), den Baum umzupflanzen, entgegnete Weirather, dies komme wegen zu tief reichender Wurzeln nicht infrage. „Da geben wir viel Geld für einen Baum aus, der dann vielleicht hinüber ist.“ Markus Schindele (JWU) kommentierte: „Das ist kein einheimischer Baum. Das macht es leichter.“

Schlussendlich entschied sich der Kreisrat mit einer Mehrheit von acht zu vier Stimmen für die Variante, nach der die Baumhasel weichen muss. Die Landkreis-Verwaltung kann damit die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung angehen. Das Vorhaben, das Kreis-Seniorenheim in Bad Wörishofen von 48 auf 69 Plätze auszuweiten, ist damit einen entscheiden Schritt weiter gekommen – zum Leidwesen des bekannten Baums.

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