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04.08.2016

Solarpark soll an der A 96 gebaut werden

Ein Solarpark soll an der A 96 entstehen.
Bild: Wiedemann

Doch die Zeit drängt und das gefällt Vielen nicht

Zwischen der A 96 und der Bahnlinie soll eine neue Freiflächen-PV-Anlage gebaut werden. Architekt Gerhard Abt stellte auf der jüngsten Marktgemeinderatssitzung entsprechende Pläne vor. Als Vorhabensträger fungiert die „Beo.ix GmbH“ aus Gauting, Geschäftsführer ist Ralf Paschetag. Für das Vorhaben sei laut Abt ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan vorgesehen, der aus Zeitgründen parallel mit der Änderung des Flächennutzungsplanes laufen könnte. Eile sei geboten, da Paschetag den Solarpark dieses Jahr noch bauen und Betrieb nehmen möchte. Die Einspeisungsbedingungen ändern sich nämlich zum Jahresbeginn 2017. Die ehemalige Kiesgrube sei laut Abt wieder aufgefüllt, sprich für die Landwirtschaft rekultiviert, worden, werde derzeit exzessiv bewirtschaftet. „Sollten die Solarmodule nach einer bestimmten Laufzeit wieder abgebaut werden, würde die Fläche wieder in den derzeitigen Zustand übergehen“, betonte Abt ausdrücklich. Die geplante Anlage werde rund eine 2,5 Megawatt Leistung erbringen.

Als „ein sehr ambitioniertes Unterfangen“ bezeichnete Marktgemeinderat Franz Haugg von den Freien Wählern aufgrund des Zeitdrucks den geplanten Solarpark. Grundsätzlich könne er sich ein solches Projekt aber immer vorstellen. Ihm stimmten SPD-Marktgemeinderätin Agnes Sell und CSU Marktgemeinderat Josef Miller bei.

Ganz anders urteilte Otto Rinninger von den Freien Wählern. Er machte darauf aufmerksam, dass Bad Wörishofen erst vor Kurzem solch einen Solarpark an der A 96 abgelehnt habe. Die Fläche an der Autobahn war der Kurstadt laut Rinninger wohl zu wertvoll dafür. Bürgermeister Sebastian Seemüller gab zu bedenken, dass an dieser Stelle Türkheim in absehbarer Zeit kein Gewerbegebiet vorgesehen habe.

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„Dies ist kein idealer Standort für einen Solarpark“, stellte Marktgemeinderat Rudolf Mendle von den Grünen fest, der auch kein Verständnis für den Zeitdruck zeigte. Grundsätzlich begrüßten zwar die Grünen solche Anlagen, doch müssten immer auch die Belange des Naturschutzes gewährleistet werden. Dieses bezweifelte er bei der Eile des Verfahrens. Da pflichtete ihm seine Fraktionskollegin bei. „Laut den Angaben der Unteren Naturschutzbehörde muss bei solch einem Vorhaben immer eine artenschutzrechtliche Prüfung stattfinden. Diese kann aber immer nur im Frühjahr durchgeführt werden“, so Gudrun Kissinger-Schneider. Sowohl sie als auch Mendle und Sell machten auf kleine Nassbiotope in diesem Gebiet aufmerksam, die ausgespart werden müssten.

Hinsichtlich einer Gewerbesteuereinnahme trübte Kämmerer Claus-Dieter Hiemer die Erwartungen. „Die Gewerbesteuereinnahmen der bereits bestehenden fünf Solarparks auf Türkheimer Flur fließen spärlich“, so Hiemer. Die Investoren hätten ihre teilweise hohen Versprechungen bisher nicht unbedingt eingehalten. Abschließend stimmte der Marktgemeinderat dennoch gegen vier Stimmen für das Vorhaben. (ara)

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