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Türkheim

05.12.2020

Soll an Silvester in Türkheim weiter geböllert werden?

Eine beliebte Attraktion zum Jahreswechsel in Türkheim: Das Feuerwerk lockt in der Silvesternacht viele in den Ortskern. Gefeiert werden soll dort auch in Zukunft. Die Frage ist: Mit oder ohne Feuerwerk?
Bild: scaa

Plus Heuer kann der Jahreswechsel in Türkheim nicht gemeinsam gefeiert werden. Nach Corona aber auf jeden Fall. Nur wie?

In diesem Jahr fällt das Feuerwerk der Gemeinde am Tor wegen Corona aus, in den folgenden Jahren will die Gemeinde aber an dem großen zentralen Feuerwerk am Schloss festhalten. Weniger weil man Feuerwerk toll findet, sondern, weil man durch einen Fünf-Jahres-Vertrag gebunden sei, wie Walter Fritsch von der SPD betonte. Ein Ausstieg würde Vertragsstrafen nach sich ziehen. Er erhielt Schützenhilfe von Jens Gaiser ( CSU).

Türkheimer Rathausverwaltung soll sich Gedanken über mögliche Alternativen machen

Unbenommen davon hat der Rat Teile des Antrages der Freien Wähler übernommen und die Verwaltung beauftragt, sich Gedanken über Alternativen wie Laser- oder Lichtershow zu machen. Denn den Jahreswechsel, so Fraktionsvorsitzender Josef Vogel, solle man weiterhin gemeinsam begehen.

Bürgermeister Christian Kähler gab dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Josef Vogel, das Wort, um den Antrag nochmals vorzutragen. In dem Antrag wurde festgestellt, im Sinne des Klimawandels sei ein Großfeuerwerk nicht mehr zu verantworten. Im Gremium wies Vogel auf die damit verbundene Feinstaubbelastung hin. Es sei sinnvoll, auf diese Attraktion zu verzichten.

Die Forderung: Ausstieg und Suche nach Alternativen, wie die Türkheimer gemeinsam Silvester feiern können. Diese könnte dann früher beginnen, damit man auch die heimische Gastronomie mit einbinden könne.

Walter Fritsch von der SPD sah den Antrag kritisch. Er verwies darauf, dass die Gemeinde sich vertraglich für fünf Jahre gebunden habe. Es seien Regressansprüche zu befürchten. Und Fritsch wies darauf hin, dass eine Lasershow wesentlich teurer käme, die jetzt angesetzten Kosten von 10.000 Euro würden sich verdoppeln. Jens Gaiser von der CSU sah dies ebenfalls kritisch. Es gebe Verträge und das mit dem Umweltschutz sah er ebenfalls aus einer anderen Sicht. Statt des großen Feuerwerks gebe es dann zahlreiche kleinere Feuerwerke mit entsprechender Feinstaubbelastung.

Der Kämmerer warnt: Ein Feuerwerk ist keine kommunale Aufgabe

Der Bürgermeister meinte, man könne über Alternativen nachdenken und Kämmerer Klaus-Dieter Hiemer steuerte die Info bei, dass man tatsächlich bis zum Jahreswechsel 2023/24 das Feuerwerk gebucht habe.

In er Diskussion sprach sich Rätin Anna-Kristin Josten (Grüne) dafür aus, die Bürger in den Entscheidungsprozess mit einzubinden. Vielleicht ergeben sich aus den Rückmeldungen neue Ideen.

Marcus Jakwerth (Freie Wähler) stellte fest, dass die Freien Wähler nicht gegen das Treffen am Tor seien. Es gehe um die Form des Feierns. Es müsse nicht gleich eine teure Lasershow sein, es gebe auch preiswertere Lichtershows.

An Silvester würden in Deutschland 2000 Tonnen Feinstaub niederrieseln, das seien mehr als ein Prozent der Jahresbelastung.

Dritte Bürgermeisterin Gudrun Kissinger-Schneider meinte, Feuerwerk sei sicher ein Ritual, trotzdem müsse man die Menschen auf die Feinstaubbelastung hinweisen und appellieren, deswegen auf Feuerwerk zu verzichten.

Jens Gaiser verwies auf die Stimmungslage. Die Menschen möchten an Silvester „böllern“. Auch dies müsse man respektieren. Er sah die Gemeinde nicht im Zugzwang, durch die Corona-Krise heuer und den laufenden Vertrag habe man genügend Zeit, sich Gedanken über eine Ersatzveranstaltung zu machen.

Lesen Sie dazu auch: Silvesterspektakel am Türkheimer Schloss

Einen anderen Aspekt warf noch der Kämmerer ein. „Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, ein Feuerwerk zu organisieren“, stellte er mit Blick auf die kommunalen Aufgaben fest. Er verwies noch auf die Anfänge, als der frühere Bürgermeister Bihler die Veranstaltung ins Leben rief. Der Gedanke war, dass die Bürger das gesparte Geld für das Hausfeuerwerk der Gemeinde spenden, die Spendebereitschaft sei zu Beginn viel größer gewesen.

Bürgermeister Kähler baute dann eine Brücke. Ein Ausstieg werde nicht weiter verfolgt, trotzdem nehme er gerne den Auftrag an, zusammen mit der Verwaltung nach alternativen Feierformen für das gemeinsame Fest am Tor in der Silvesternacht zu suchen.


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05.12.2020

Besonders in diesem Jahr ist das Türkheimer Feuerwerk das absolute Highlight für mich. Das ganze Jahr über hat uns Corona in allen Bereichen eingeschränkt. Wir hatten keine Feste, keine Feiern, keine Sehenswürdigkeiten. Urlaub zu Hause, wenig Abwechslung und wenig Kontakte.
Deshalb freue mich dieses Jahr ganz besonders auf das schöne Feuerwerk. Ich bin froh, dass wenigstens die nächsten Jahre diese Tradition fortgesetzt wird.

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