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Wirtschaft

23.11.2017

Sorge um Jobs bei Arla

Noch prangt weithin sichtbar der Arla-Schriftzug auf den Tanks des Milchwerks Bad Wörishofen. Doch der Konzern prüft einen möglichen Verkauf.
Bild: Tobias Hartmann

Die Nachricht von einem möglichen Verkauf der Molkerei schlägt wenige Wochen vor Weihnachten bei den rund 100 Mitarbeitern ein wie eine Bombe. Sie hatten nach turbulenten Zeiten auf Ruhe gehofft – vergeblich.

„Auf die Gefühle der Beschäftigten wird bei so einer Entscheidung doch keine Rücksicht genommen“, sagt Claudia Weixler, Geschäftsführerin der Gewerkschaft NGG Allgäu. Sie weiß dagegen ganz genau, wie es um die Gefühle der rund 100 Beschäftigten der Milchwerke Bad Wörishofen bestellt ist, seit die Nachricht von einem möglichen Verkauf durch Arla durchgesickert ist – ausgerechnet jetzt, wenige Wochen vor Weihnachten: „Die Leute machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz, das ist doch klar“, weiß Weixler.

Wie berichtet, prüft der dänisch-schwedische Molkereikonzern „Arla Foods“ derzeit, ob er seine Werke in Bad Wörishofen und Sonthofen verkauft. Dort liefern Landwirte aus dem Allgäu und dem Landkreis Lindau ihre Milch ab. Das Werk in der Kneippstadt ist der größte Standort von Arla im Allgäu.

Und das Geschäft läuft bestens, weiß NGG-Geschäftsführerin Weixler: „Bei Arla in Bad Wörishofen wird an sieben Tagen die Woche im Drei-Schicht-Betrieb produziert, die Auftragslage ist offenbar sehr gut“.

Warum sich der dänische Konzern dennoch um einen Verkauf bemüht, könne sie auch nicht sagen: „Das sind strategische Entscheidungen in den Konzernen, über die Gründe erfahren auch wir da nichts“, so Weixler.

Und auch die Belegschaft bei Arla wisse nichts Offizielles und erfuhr lediglich aus der Mindelheimer Zeitung von dem möglichen Verkauf: „Das ist zwar nicht optimal, aber in solchen Fällen ist das leider so üblich“, meint die Gewerkschafterin.

„Es ist richtig, dass Arla Foods derzeit verschiedene strategische Handlungsoptionen für sein Geschäft im Allgäu prüft. Auch ein Verkauf der Standorte ist dabei nicht ausgeschlossen“, bestätigte Arla-Pressesprecher Markus Teubner.

Er könne sich aber auch vorstellen, „dass strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen, auch in der Region, zum Tragen kommen“. Oberstes Ziel sei, eine gute, zukunftsfähige Lösung für Mitarbeiter und Vertragsmilchlieferanten. Produktion und Vertrieb von Emmentaler Käse, Schwerpunkt etwa in der Bad Wörishofer Produktion, würden nicht mehr der strategischen Ausrichtung von Arlas Geschäften in Deutschland und Europa entsprechen.

Darauf hoffen jetzt auch die Arla-Mitarbeiter, betont Claudia Weixler von der NGG: Wenn ein Verkauf kommt, dann hoffen wir auf einen geordneten Übergang mit einem neuen Betreiber, der alle Arbeitsplätze erhält und den erfolgreich laufenden Betrieb an beiden Standorten weiter führt“.

Bis wann eine Entscheidung ansteht, wisse sie freilich auch nicht: „Das ist eine Hängepartie“. In der Arla-Belegschaft herrsche große Verunsicherung, nachdem die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren nach der Allgäuland-Pleite schon unruhige Zeiten überstehen mussten und seit der Übernahme durch Arla auf eine sichere Zukunft hofften. Dass damit jetzt erst einmal Schluss ist, gefällt der NGG-Geschäftsführerin so wenig wie den betroffenen Arla-Mitarbeitern: „Jetzt geht der Zirkus schon wieder los“, meinte sie.

Es finden Gespräche zwischen „Arla Foods“ und den Vertretern der Landwirte statt, bestätigte unlängst Hubert Rupp, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der „Allgäuer Bergbauernmilch eG“. Die Landwirte in der Region, die Verträge mit „Arla Foods“ haben, bräuchten keine Angst zu haben. „Die Werke werden ja nicht geschlossen.“

Es gehe ja wahrscheinlich mit einem neuen Partner weiter. „Die Gespräche sind zwar schwierig, aber ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden“, sagt Rupp. Bei Arla rechnet man mit Neuigkeiten in vier bis sechs Wochen.

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