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29.11.2019

Sorge ums Archiv

Michael Scharpf übt harsche Kritik

Im Stadtarchiv im Rathauskeller sind umfangreiche Arbeiten nötig, der Grund ist Schimmelbefall. Hobby-Historiker Michael Scharpf, der sich nach dem Stand der Dinge erkundigt hatte, übt nun scharfe Kritik am bisherigen Vorgehen.

„Am 13. September 2017 berichtet die MZ von einem geplatzten Rohr, das einen Wasserschaden im Archiv verursacht hätte“, erinnert Scharpf. Die Pressestelle des Rathauses habe damals mitgeteilt, man würde einen Sachverständigen hinzuziehen, betroffen seien aber hauptsächlich Papiervorräte und Holzmöbel. „Kaum sind mehr als zwei Jahre vergangen, gibt Bürgermeister Gruschka – allerdings erst auf meine Nachfrage – bekannt, es hätte sich inzwischen eine Fachfirma die Situation angesehen und das Ausmaß des Schimmelbefalls festgestellt“, so Scharpf.

„In meiner beruflichen Tätigkeit als Hausverwalter habe ich gelernt, dass bei Wassereinbruch rasches Handeln unabdingbar ist, um gravierende Folgeschäden zu vermeiden und damit Folgekosten so gering wie möglich zu halten“, betont er. „Die nicht nur in diesem Fall offensichtliche passive Haltung Gruschkas grenzt meiner Ansicht nach an Fahrlässigkeit, vor allem wenn man bedenkt, dass ja vorerst bis April 2020 weiterhin nichts geschieht.“ Damit habe Gruschka dann „zweieinhalb Jahre wertvolle Zeit verstreichen lassen und womöglich einen finanziellen Schaden verursacht, der bei sofortigem Handeln niedriger ausgefallen wäre“, befürchtet Scharpf.

„Besonders befremdlich mutet die Geheimniskrämerei des Bürgermeisters an“, kritisiert er. „Den Stadträten wurde das Gutachten, der Schadensbericht oder was auch immer, bislang nicht vorgelegt, der MZ auch auf Nachfrage genauere Ergebnisse vorenthalten. „Was gibt es da zu verbergen?“ Wo bleibe die „vielfach versprochene Transparenz und Offenheit, die sich Herr Gruschka einst auf die Fahnen schrieb?“, fragt Scharpf.

Zudem hält er Gruschka vor, dieser habe es bislang nicht geschafft, einen fachkundigen Archivar zu bestellen. „Die kommunale Pflichtaufgabe, ein Archiv sach- und fachgerecht zu führen und für Auswertungen nutzbar zu machen, wird leider in der größten Stadt des Unterallgäus mit diesem besonderen, historischen Erbe aufs sträflichste vernachlässigt“, so Scharpf. (mz)

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