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Beschluss

21.05.2015

Stadt steigt aus dem Golfclub aus

Die Golfer in Bad Wörishofen haben sich neu aufgestellt.
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Die Golfer in Bad Wörishofen haben sich neu aufgestellt.

Bürgermeister und Kämmerin nicht mehr im Vorstand. Bad Wörishofen haftet nicht mehr für Pachtzahlungen und Clubbetrieb. Es gibt auch einen neuen Vereinspräsidenten: Peter Ried. Das Ganze hat eine Vorgeschichte

Umbruch im Golfclub Bad Wörishofen: Die Stadt Bad Wörishofen zieht sich aus dem Verein zurück, samt aller städtischer Haftungen und Garantien. „Andererseits entfallen deshalb auch bisherige Sicherungsvereinbarungen“, teil Evelyn Joss mit, die Vizepräsidentin den Clubs. Dazu gehörte bislang ein Vetorecht für den Clubhaushalt. Außerdem waren der jeweilige Erste Bürgermeister der Stadt Bad Wörishofen und der Kämmerer geborene Vorstandsmitglieder des Vereins. In diesen Rollen gehörten zuletzt Bürgermeister Paul Gruschka und Kämmerin Beate Ullrich der Clubspitze an. Die Mindelheimer Zeitung hatte bereits im April berichtet, dass der Stadtrat den Ausstieg aus dem Golfclub in einer nicht öffentlichen Sitzung befürwortet hat. Nun wurde man sich auch mit dem Verein einig. Ein Aufhebungsvertrag wurde unterzeichnet. Der Club teilt aber mit, dass man sich mit der Stadt Bad Wörishofen aber ebenso einig darin sei, dass eine enge Kooperation auch künftig „für beide Seiten mit großen Chancen und Vorteilen verbunden und deshalb angestrengt sei.“ Die Verhandlungen für den Golfclub Bad Wörishofen hatte der bisherige Schatzmeister Peter Ried geführt. Bei der Mitgliederversammlung des Golfclubs beerbte er nun Peter Leinsle als Präsident des Vereins.

Auch mit der Verpächterin der Grundstücke, auf denen der Golfclub in Rieden liegt, wurde man sich einig. Man habe eine Vertragslaufzeit bis 31. Dezember 2040 vereinbart. Die Verpächterin – die Schönberger Vermögensverwaltungs GmbH – sei dem Verein etwa durch eine ermäßigte Pacht entgegengekommen. Dies sei ein Beitrag zu den notwendigen Investitionen in die Platzrenovierung und -sanierung gewesen. Diese Arbeiten müssten „in absehbarer Zukunft“ beginnen. Der Verein stehe wirtschaftlich gesund da. Die Verpächterin habe auch akzeptiert, dass die Stadt Bad Wörishofen künftig nicht mehr für Pachtzinszahlungen haftet und es auch die Fortführungsverpflichtung für die Golfanlage bei Insolvenz des Club und die Beseitigungs- und Renaturierungsverpflichtung bei Pachtvertragsende nicht mehr geben wird. Dafür stand die Stadt Bad Wörishofen seit der Gründung des Clubs gerade. „Stattdessen stellt der Verein nun selbst eine Sicherheit“, teilt die Clubführung mit. „Der neue einheitliche Pachtvertrag ersetzt 25 Verträge der Vergangenheit, die allesamt noch nebeneinander bestanden haben.“

Die 153 anwesenden Mitglieder haben auch eine neue Satzung verabschiedet. Die bestehende Satzung sei zum Teil nicht mehr rechtskonform gewesen. Die Neufassung sieht auch fünf Vorstandsämter vor. Peter Leinsle ist nicht mehr dabei. Er stellte sich nach 23 Jahren als Vorstandsmitglied und fünf Jahren als Präsident nicht mehr zur Wiederwahl. Er sei beruflich stark engagiert, was die verfügbare Zeit für den Golfclub erheblich einschränke.

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Vizepräsidentin bleibt Evelin Joss, Schriftführer Anton Schmid. Neu im Vorstand sind Schatzmeister Wolfgang Zasche und Spielführer Morten Henningsen. Der neue Präsident Peter Ried würdigte die Leistung seines Vorgängers. Neue Ehrenräte sind Bruno Klinger, Josef Schmalholz und Carolin Stumböck. Peter Ried kündigt an, das im Vorjahr entwickelte Betriebskonzept weiterzuverfolgen. Dazu gehörten nach Angaben des Clubs weitere Zertifizierungen, der Schwerpunkt Mitgliederbindung und -gewinnung, die Platzsanierung , die Etablierung von „Golf und Gesundheit“ als Markenzeichen des Golfclubs Bad Wörishofen.

Die Sonderstellung der Stadt wurde in jüngster Zeit öfter kritisiert (wir berichteten). Im Oktober 2013 wollte sich der Club mit einer Satzungsänderung abnabeln. Allerdings wollte man nicht auf die städtische Garantie für Verpflichtungen und Haftung verzichten. Gegen diese Pläne legte der Stadtrat damals sein Veto ein und drohte gar mit Klage beziehungsweise außerordentlicher Kündigung des Pachtvertrages.

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