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20.02.2015

Stadt verteidigt Höhe der Personalkosten

Die Personalkosten der Stadt Bad Wörishofen sind in den Blickpunkt geraten.
Bild: Weigel

Finanzreferentin will genau untersuchen. Im Rathaus verweist man auf tarifbedingte Steigerung

Die Personalkosten der Stadt Bad Wörishofen sind nicht zu hoch. Dieser Meinung ist man im Kneippstädter Rathaus. „Personalausgaben in Höhe von rund 7,7 Millionen Euro sind für eine Stadt vergleichbarer Größe eher unterdurchschnittlich“, teilt die Stadt Bad Wörishofen mit.

Die Nachbarstadt Mindelheim etwa gebe ebenfalls rund 7,7 Millionen Euro für Personal aus. Allerdings würde Bad Wörishofen mit dem gleichen Betrag „zusätzlich noch rund 40 Personen im Kur- und Tourismusbetrieb einschließlich aller geringfügig Beschäftigten“ bezahlen und „einen relativ großen Betriebshof mit ebenfalls rund 40 Personen“ finanzieren.

Die Personalkosten der Kneippstadt gerieten im Zuge der Debatte um den Bau der Dreifachturnhalle in den Blickpunkt. Die Stadt weist in ihrer Erklärung allerdings darauf hin, dass lediglich drei Personen in der Diskussion im Stadtrat die Höhe der Ausgaben kritisiert hätten. Bürgermeister Paul Gruschka hatte den Ratsmitgliedern von einem Haushaltsloch berichtet, das Kämmerin Beate Ullrich mit 4,12 Millionen und samt Abschreibungen mit etwa sechs Millionen Euro bezifferte. Gruschka hatte deshalb Zweifel angemeldet, ob der Baubeginn für die Halle in diesem Jahr sinnvoll ist. Die Kosten für die insgesamt 5,21 Millionen Euro teure Halle tragen erheblich zu dem Finanzierungsproblem im Etat bei.

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Der Stadtrat hat den Bau trotzdem beschlossen, gegen die Stimmen des Bürgermeisters und des FW-Fraktionssprechers Wolfgang Hützler. Auf die Personalkosten stellten etwa Finanzreferentin Michaela Bahle-Schmid (CSU) und Wirtschaftsreferent Alwin Götzfried (Freie Wähler) ab. Auch der stellvertretende SPD-Fraktionssprecher und Personalreferent Helmut Vater sagte, er sei froh, dass Kämmerin Ullrich das Thema Personalkosten angesprochen habe. Er selbst werde seit bald einem Jahr „ausgebremst“ bei dem Versuch, intensiv Einsicht in die Angelegenheit zu nehmen. In diesem Disput vertritt die Stadtspitze bekanntlich eine andere Auffassung als Vater, was die Einsichtnahme angeht. Götzfried verlangte in der Sitzung zu wissen, welche Ämter die höchsten Zuwächse bei den Personalkosten zu verzeichnen hätten. Finanzreferentin Bahle-Schmid sagte, die Personalkosten „machen uns viel mehr Sorgen“ als die Kosten für die Turnhalle. „Das müssen wir genau untersuchen“, forderte sie.

„Personalsteigerungen hat es in den letzten Jahren nur im Kita-Bereich gegeben“, teilt das Rathaus dazu mit. Zusätzliche Krippengruppen seien geschaffen worden.

Sonstige Personalkostensteigerungen seien „fast ausschließlich bedingt durch tarifliche Erhöhungen, nicht Stellenmehrungen oder Beförderungen“ zu erklären, heißt es weiter. Im Vorjahr hätten die Personalkosten rund 7,5 Millionen Euro betragen. Der Tarifabschluss mit einer Steigerung von 2,4 Prozent ergebe 2015 die diskutierten 7,7 Millionen Euro. „Das bedeutet auch, dass bei tariflichen Lohnsteigerungen von durchschnittlich drei Prozent in etwa zehn Jahren die Zehn-Millionen-Euro-Marke überschritten wird, ohne Personalmehrungen oder Beförderungen“, stellt das Rathaus fest.

Noch eines gibt man dort zu bedenken: „Sofern frei werdende Stellen der ohnehin dünnen Personaldecke nicht mehr nachbesetzt werden, hat dies unweigerlich Auswirkungen auf die Serviceleistungen.“

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