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Mindelheim - Nassenbeuren

30.01.2021

Stadträte kritisieren die Bahn nach Zugunfall bei Nassenbeuren scharf

Bei Nassenbeuren hat es einen Bahnunfall gegeben: Ein Zug hat ein Auto erfasst.
Foto: Axel Schmidt

Plus Vor Jahren schon hatte die Bahn zugesagt, den Bahnübergang Nassenbeuren besser zu sichern. Passiert ist aber nichts - bis es nun erneut gekracht hat.

2012 gab es bereits einen Zusammenstoß eines Autos mit einem Zug in Nassenbeuren. Vergangenen Mittwoch wiederholte sich das Geschehen. Wieder wurde ein Auto am Bahnübergang Hauptstraße in Nassenbeuren erfasst und rund 25 Meter mitgeschleift. Ein Mensch wurde verletzt. Seit Jahren gibt es Forderungen, gerade diesen Bahnübergang besser zu sichern. Der neuerliche Unfall hat die beiden Stadträte Fritz Birkle und Wolfgang Streitel (beide CSU) auf den Plan gerufen. Wieder einmal. Sie haben bereits vor Jahren auf eine bessere Absicherung des Bahnübergangs gedrängt - und haben nun eine Forderung an die Bahn.

Vor gut vier Jahren war ein Vertreter der DB Netz AG aus Nürnberg im Mindelheimer Stadtrat zu Gast. Damals ging es um die Bahnstrecke Mindelheim - Günzburg, die in den Jahren davor immer wieder von teils schweren Bahnunglücken betroffen war. Von neun Bahnübergängen, die damals zum Stadtgebiet Mindelheim gehören, waren nur zwei technisch gesichert. In der Zwischenzeit wurde die Zahl der Übergänge etwas reduziert, etwa am Gleisdreieck in Mindelheim. Der Übergang in Nassenbeuren an der Hauptstraße ist bisher nicht nachgerüstet worden.

Im Dezember 2016 gab es bereits ein Gespräch mit der Bahn und dem Mindelheimer Stadtrat

In der Stadtratssitzung vom Dezember 2016 wurde mit dem Vertreter der Bahn diskutiert, wie insgesamt die Bahnlinie „Mindelheim - Günzburg“ sicherer gestaltet werden kann. Fritz Birkle und Ortssprecher Wolfgang Streitel haben damals deutlich darauf hingewiesen, dass die oberste Priorität die Sicherung des Bahnübergangs an der Hauptstraße haben müsse.

Entsprechende Lösungsvorschläge hierzu wurden der Bahn mitgeteilt, betonen Streitel und Birkle in einer Reaktion auf den aktuellen Unfall. „Aus unserer Sicht unverständlich erfolgte bis zum heutigen Tag keine Umsetzung der Maßnahmen.“ Es fand auch kein vertiefendes Gespräch mit der Bahn statt.

Erst von Kurzem wurde das Ordnungsamt der Stadt Mindelheim von der Bahn informiert, dass die Bahn nun den Sachverhalt wieder auf der Agenda habe. „Aus unserer Sicht ist diese verzögerte Vorgehensweise von Seiten der Bahn nicht akzeptabel, zudem die Gefahrenlage hier sehr hoch ist und auch der Bahn bekannt ist“, betonen Birkle und Streitel. Die Sicherung des Bahnübergangs an der Hauptstraße nur in Verbindung mit der Schließung von weiteren Bahnübergängen im Stadtgebiet in Verbindung zu bringen, „ist aus unserer Sicht ebenfalls nicht zu akzeptieren“.

Das fordern die beiden Stadträte für den Nassenbeurer Bahnübergang

Die beiden Stadträte sehen zwei Möglichkeiten, wie die Bahnüberfahrt sicherer gemacht werden kann:

  • Technische Sicherung mittels einer Schranke oder als absolute Minimallösung eine
  • Technische Sicherung mit einer Blinklichtanlage. Die zweite Variante kommt für die beiden Stadträte aber nur in Frage, wenn die die Bahn auf absehbare Zeit nicht bereit ist, eine Schrankenanlage zu installieren.

In ihren Augen wäre eine Schrankenanlage an dieser Stelle die beste Lösung, da eine Blinklichtanlage etwa bei tief stehender Sonne auch übersehen werden kann. Aktuell ist der Bahnübergang in Nassenbeuren lediglich mit einem Andreaskreuz gekennzeichnet.

Birkle und Streitel erinnern die Bahn an ihre Verantwortung. Es müsse zeitnah eine Lösung gefunden werden. Der Autofahrer am Mittwoch hatte Glück im Unglück, da niemand auf der Beifahrerseite im Auto saß und er ortsauswärts unterwegs war und der Zug von rechts kam. „Wir können und wollen nicht warten, bis sich ein Unfall mit noch gravierenderen Folgen an dieser Stelle ereignet.“

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