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Natur

10.10.2017

Stefanuskreis will Baum retten

Weil diese 100 Jahre Rotbuche zu dicht am Nachbargrundstück steht, muss sie wohl weichen.
Bild: Johann Stoll

Im Konflikt um die Blutbuche appelliert die kirchliche Gruppe an die Mindelheimer Wohnbau und schlägt einen Kompromiss vor

Im Nachbarschaftskonflikt um den Erhalt einer alten Blutbuche in Mindelheim hat sich jetzt auch der Stefanuskreis, Mitglied in der Katholischen Erwachsenenbildung, eingeschaltet. In einem offenen Brief appelliert Hannelore Bühler im Namen des Kreises, den alten Baum an der Landsberger Straße zu retten.

In dem Schreiben ist von einem „Todesurteil“ für einen prachtvollen mächtigen Riesen die Rede, der seit mehr als 100 Jahren pure Menschenfreundlichkeit praktiziere. Wie berichtet, hat die Wohnbau das zur Buche benachbarte Grundstück gekauft und will dieses bebauen. Der Baum steht allerdings zu nah und verletzt damit die Rechte des Nachbarn. Bühler findet es bedauerlich, dass die Mehrheit der Mindelheimer der Fall offenbar gleichgültig lässt. Zwar hat es eine Online-Petition gegeben, bei der mehrere hundert Mindelheimer unterzeichnet und sich für den Erhalt des Baumes ausgesprochen haben.

Die Mehrheit scheint laut Bühler aber zu denken, es herrsche Wohnungsnot. Was soll da der Einsatz für den Baum? Die Wohnbau pflanze schließlich Hunderte von Bäumen für alle ihre Bauprojekte. Bühler weist auf die Sauerstoffproduktion des Baumes hin. Gerade in Wohngebieten seien hohe Bäume für die Reinigung der Atemluft wichtig. Der Fall sei rechtlich unstrittig. Aber rechtlich unstrittig dürften „wir alle pausenlos Giftgase in unsere Luft blasen – durch unsere Kamine und Autos“. Niemand müsse sein Gesicht verlieren, meint Bühler. Ihr Vorschlag: Um den Baum sollte ein Halbkreis gezogen werden, damit der Wurzelbereich geschützt werde.

Eine Ruhebank sollte zum Verweilen einladen. Keine einzige Wohnung müsste verloren gehen, „wenn wir innerstädtisch höher bauen“, um Fläche zu sparen. Das ist auch Anliegen des derzeit laufenden Volksbegehrens von Grünen und ÖDP.

Für das Entgegenkommen wäre der Baugenossenschaft die Dankbarkeit der Bevölkerung sicher. Als Lösung schlägt der Stefanuskreis vor, auf die Tiefgarage im Wurzelbereich des Baumes zu verzichten. Dafür sollte höher gebaut werden dürfen, dass am Ende sogar mehr Wohnungen geschaffen werden als derzeit geplant.

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