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Schule

03.08.2015

Stettens bunter Pausenhof

Die Malerin Nina Schmid hat mit Kindern der Grundschule in Stetten den Pausenhof neu gestaltet.
Foto: tisch

Wie eine Drittklässlerin eine gute Sache angestoßen hat

Johanna Hößle dürfte wohl selbst am allermeisten überrascht sein, was ihr Brief an den Bürgermeister von Stetten, Siegfried Jacob, auslösen werde. Voriges Jahr hatte die Drittklässlerin dem Gemeindechef geschrieben, dass der Pausenhof so grau in grau gar nicht kinderfreundlich sei. Ob sich da nicht was machen ließe?

Vor Jahren hatte die damalige Lehrerin an der Außenstelle der Mindelheimer Grundschule in Stetten, Gabriele Binder-Stoll, den Pausenhof schon einmal zusammen mit Eltern gestaltet. Ein Wassserspiel war geschaffen worden. Mit viel Farbe haben sie an mehreren Samstagen den Pausenhof aufgehübscht.

All das ist in die Jahre gekommen. Jetzt nimmt sich die Künstlerin Nina Schmid aus Oberauerbach der Sache an. Die Gemeinde ließ sich gerne überzeugen und versprach Unterstützung. Die Kinder haben zunächst bei ihrem Sommerfest Geld gesammelt für die Anschaffung neuer Spielgeräte. Knapp 60 Euro sind es geworden, die sie mit Schminken, Nägel lackieren, dem Flechten von Armbändchen und anderen hübschen Bastelideen eingenommen haben. Die Kosten für die Farben wird die Gemeinde übernehmen, Kosten für Nina Schmid fallen nicht an, denn die Künstlerin hilft gern: „Das ist selbstverständlich. Ich war sofort begeistert von der Idee!“

Doch so selbstverständlich ist das gar nicht, da Schmid mit zahlreichen Projekten eingedeckt ist. Für die Kinder war es auf jeden Fall ein Glücksfall und bedeutete jede Menge Spaß. Ob sich wohl eines der Käfertiere, die Schmid sonst so leichthändig und filigran aufs Papier zaubert, in den Pausenhof schmuggeln wird? Schmid lacht: „Das wäre viel zu aufregend für den Käfer“, zumal es im Pausenhof natürlich hoch hergehen wird.

Die Kinder wünschten sich ein Fußballfeld, das Spiel Twister und eine witzige Version des Kästchenhüpfens, das zu einer ganzen Stadt geworden ist. Mit großer Freude waren Kinder aus der dritten und vierten Grundschulklasse dabei, nahmen Maß für das Fußballfeld, denn alles soll schon seine Richtigkeit haben. Schmid half beim Umsetzen der Ideen, machte Skizzen für die Kästchen-Stadt und half beim Vorzeichnen. Wer am Morgen noch in sauberen Klamotten angekommen war, hatte spätestens nach einer Stunde bunte Spuren seiner Arbeit auf Shirt und Hose. Gemalt wurde mit Fassadenfarbe für die weißen Streifen des Fußballfeldes und mit Voll- und Abtönfarbe für die bunten Elemente, so dass die schönen Spielunterlagen auch halten.

Johanna Hößle, die nun zum Schuljahresende die Grundschule verlassen wird, war vor allem glücklich, dass sie bei diesem schönen Projekt noch mithelfen konnte. Sie freut sich für ihre Klassenkameraden und wird sie bestimmt auch das eine oder andere Mal besuchen.

Den Eingang ziert nun eine strahlend gelbe Sonne mit Regenbogen und den Handabdrücken der Kinder. Einen freundlicheren Empfang kann man sich wohl nicht wünschen.

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