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Kirchdorf

27.01.2020

Stiftung für Familien gegründet

Friedrich Hutter (links) freut sich gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Richard über die neue Hutter-Stiftung, die Familien mit pflegebedürftigen und kranken Angehörigen helfen will.
Foto: Ulla Gutmann

Plus Friedrich Hutter aus Kirchdorf erzählt, warum er seinen Grundbesitz eingebracht hat, um damit in Bad Wörishofen und umliegenden Gemeinden zu helfen.

Friedrich Hutter hat etwas nicht Alltägliches getan: Er hat seinen Grundbesitz einer Stiftung für bedürftige Familien mit kranken Angehörigen überlassen. Wer nach Hutters Antrieb dazu sucht, muss nur in die Vergangenheit des Kirchdorfers blicken.

Friedrich Hutter musste mit 16 Jahren den Hof der Eltern weiterführen, weil sein Vater starb. Nach seiner Hochzeit im Jahre 1958 arbeitete er in Eiberg bei Irsee von 1958 bis 1987 als Landwirt mit Milchviehbetrieb, Jungvieh und außer dem Grün- und Ackerland gehörten auch Waldgrundstücke zum Betrieb. Als Kind hatte er eine Mittelohrentzündung und seitdem ist er auf einem Ohr taub. Die Arbeit auf dem Hof war hart, es gab nur wenige Maschinen. Dadurch lernte Hutter auch zu improvisieren und die Tüftelei macht ihm bis heute – in der Werkstatt im Keller – Freude.

Der heute 83-Jährige wohnt seit der Aufgabe des Hofes 1987 in Kirchdorf bei Bad Wörishofen. Seine Frau Eleonore Hutter verstarb im Januar des vergangenen Jahres nach langer Krankheit. Da sie zuletzt nicht mehr laufen konnte erklärte sie ihrem Mann genau, wie bestimmte Gerichte zubereitet werden. So lernten Friedrich Hutter und sein älterer Sohn Richard (60) im Alter noch das Kochen.

Das Schicksal hatte der Familie manches aufgebürdet. Sohn Max bekam bei der Geburt zu wenig Sauerstoff und blieb ein Leben lang schwer behindert. Auch heute ist der 57-Jährige auf Hilfe und die Unterstützung der Familie angewiesen. „Er war auch eine Zeit lang in einem Heim zur Untersuchung untergebracht, aber das hat nicht funktioniert. Max hat dort nicht gegessen und es ging ihm schnell viel schlechter“, berichtete sein Vater. Und weil er Angst hat, dass wenn er sich einmal nicht mehr um den Sohn kümmern kann, dieser einen Heimaufenthalt nicht lange überleben würde, hat sich Hutter zusammen mit seinem langjährigen Vertrauten Josef Kreuzer beraten und die Idee einer Stiftung entstand.

Eine Vielzahl an aktiven und ehemaligen Kommunalpolitikern engagiert sich

Kreuzer war über viele Jahre Hutters Steuersachbearbeiter und kannte sich dadurch sehr gut mit den Familienverhältnissen aus. Die Anerkennungsurkunde der Regierung von Schwaben für die von Friedrich Hutter zusammen mit der Stiftungsgesellschaft errichtete „Familie Hutter Stiftung“, mit Sitz in Irsee, wurde zwischenzeitlich unterzeichnet. Der Stiftungszweck beinhaltet die Unterstützung von kranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen in den Ortschaften, in denen Hutter Besitz – Grünland- und Waldgrundstücke hatte, die jetzt an die Stiftung übergegangen sind: Bad Wörishofen, Markt Rettenbach, Irsee, Eggenthal, Oberrieden und Lamerdingen. Bevorzugt werden Jugendliche unter 15 Jahren gefördert. Der Stiftungsvorstand besteht aus dem Vorsitzenden Altbürgermeister Josef Kreuzer aus Germaringen, dem stellvertretenden Vorsitzenden Fritz Hutter, Irsees Bürgermeister Andreas Lieb und Pfarrer Guido Beck aus Markt Rettenbach. Altbürgermeister Hugo Greisel und Helene Mammensohn aus Eggenthal, Bürgermeister Robert Wilhelm aus Oberrieden, Karin Fischer aus Kirchdorf, Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner aus Irsee und Zweiter Bürgermeister Georg Weiß aus Lamerdingen wurden als Vertrauenspersonen ebenfalls in den Vorstand berufen. Sie können auch einschätzen, ob jemand in ihrer Gemeinde wirklich finanzielle Hilfe benötigt.

So können Familien an Hilfsgelder aus der Hutter-Stiftung kommen

Trotz der schwierigen Zinspolitik und der schlechten Lage am Holzmarkt war die Stiftung in der Lage bereits im Gründungsjahr mehrere Familien, eine davon in Oberrieden, zu unterstützen. Dies wurde jeweils von den Gemeinden vorgeschlagen und in der gemeinsamen Vorstandssitzung beschlossen. Die erhaltenen Beträge von jeweils 500 Euro konnten für Therapien, Medikamente, Behandlungs- und Fahrtkosten verwendet werden, für die es keine anderweitige Unterstützung gibt.

Familien oder Erziehungsberechtigte, deren Kinder dem genannten Kreis angehören und ihren Wohnsitz in den genannten Gemeinden haben, können sich an die jeweiligen Ansprechpartner im Ort wenden und sich über eine finanzielle Förderung informieren.

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