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Konzert

11.01.2020

Strahlend-königliche Klänge in der Kirche

Michael Lachenmayer und Johannes Steber brillieren in St. Stephan

Dicht gefüllt war die Kirche St. Stephan zum Abschluss der Reihe besonderer Konzerte. Festliches „Dreamteam“ war diesmal die Kombination aus Orgel (Michael Lachenmayr) und Trompete (Johannes Steber), Inbegriff strahlend-königlicher Klänge.

Steber zeigte gleich zu Beginn, mit dem Eröffnungssatz der Bach-Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“, wo sich Orgel und Trompete die Motive verspielt zuwerfen, dass er nicht nur Glanz verströmen kann, sondern als Kontrast dazu auch ein gepflegtes, butterweiches Piano beherrscht, das wahre Markenzeichen versierter Bläser.

Ein weiteres Klangregister, das kantabel strömende Legato, hörte man anschließend in „Jesu bleibet meine Freude“, ebenfalls aus dieser Kantate. Während die Orgel emsig den Klangteppich webte, „sang“ die Trompete die Choralmelodie. Ein ergreifender Beginn.

Egal ob Vivaldi, Telemann oder die Übertragung eines Oboenkonzertes von Benedetto Marcello: barocke Klangpracht erfüllte das Kirchenschiff. Ein Gesamtkunstwerk von Raum und Musik, Architektur und Tönen. Dass einmal neu angesetzt werden musste, weil die Trompete einen Einsatz verpasste, tat dem Genuss keinen Abbruch.

Schön, dass es zu diesem Genre noch zwei außergewöhnliche Schmankerl als Kontrast gab. Zunächst Variationen über das französische Weihnachtslied „Hört der Engel helle Lieder“, in dem diese über den Feldern das Gloria anstimmen. Die im Programm angegebene Verbindung zu Händel allerdings überrascht, da wüsste man gern Näheres.

Was Claude Debussy dazu trieb, eine Tarantella in der Steiermark anzusiedeln (Tarantelle styrienne), das stellt selbst Musikwissenschaftler vor Rätsel. Auch wenn sich die Hintergründe dieser kuriosen Namensgebung im Dunkel verbergen: ein launiges, anregendes Werk für Orgel solo, zwischendurch als Verschnaufpause für die Trompeterlippen. Als Zugabe und Dank für den stürmischen Applaus legte das Duo nochmal einen Satz des Vivaldi-Konzertes nach – diesmal noch eine Spur spritziger. (no)

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