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08.06.2009

Straßen im Allgäu müssen dringend saniert werden

Allgäu (dec) - Beim Straßenbau hat das Allgäu im Vergleich zum Rest Bayerns Aufholbedarf. "Das liegt daran, dass wir uns aufgrund von Klima und Topographie schwerer tun", erklärt Bruno Fischle. Leiter des Staatlichen Bauamts in Kempten. Im Allgäu seien zum Beispiel die Winter strenger. Deshalb koste der Winterdienst mehr Geld, das in anderen Regionen für Straßensanierungen bleibt. Auch sei das Straßennetz im Allgäu nicht so dicht und damit einzelne Strecken belasteter.

In diesem Jahr jedoch kann die Behörde bei der Fahrbahnsanierung aufholen, den für den Straßenbau steht mehr Geld zur Verfügung. Das teilte Fischle vor einiger Zeit mit (wir berichteten). Doch wer profitiert von den zusätzlichen Millionen aus dem Konjunkturprogramm und warum? "Es gibt circa 150 Bürgermeister im Allgäu und jeder hat eine eigene Ansicht davon, wo am dringendsten gebaut werden muss", sagt Fischle. "Diese Wünsche können wir nicht alle erfüllen."

Deshalb werden die Baumaßnahmen nach fachlichen Kriterien vergeben. Dazu zählen Straßenzustand, Verkehrssicherheit bzw. Unfallgeschehen, Verkehrsbelastung und die Möglichkeit, mit Kommunen zusammenzuarbeiten. Das heißt zum Beispiel, eine Fahrbahn wird in Absprache mit der Gemeinde saniert, weil die an gleicher Stelle noch Leitungen verlegen will.

"Viel getan hat sich", so Fischle, vor allem bei der Ermittlung des Straßenzustandes. Wo früher der Straßenmeister persönlich herumgefahren ist und Fahrbahnen begutachtet hat, kommen heute moderne Messfahrzeuge zum Einsatz. In ganz Deutschland gibt es laut Fischle zwei bis drei Firmen, die damit arbeiten. Sie kontrollieren im Vier-Jahres-Rhythmus das Straßennetz. Dabei ertastet zum einen ein Laser Unebenheiten wie Spurrinnen auf der Fahrbahn. Kameras auf dem Fahrzeug filmen die Straßenoberfläche. So lassen sich Risse und Flick-stellen erkennen. Das dritte Instrument ist ein Schlepprad unter dem Fahrzeug, das mit einem bestimmten Druck über die Fahrbahn läuft und deren Griffigkeit testet. Anhand der gesammelten Daten erstellt ein Computer eine Prioritätenliste für die Reihenfolge der Bauarbeiten.

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Ermittelt werden auf diese Weise laut Fischle auch der Gebrauchswert - "das was den Fahrer interessiert", zum Beispiel Spurrinnentiefe und Griffigkeit - sowie der Substanzwert, der für den Baulastträger interessant ist und Risse sowie Flickstellen beinhaltet. Ist der Substanzwert einer Straße schlecht, heißt das laut Fischle: Sie ist öfter kaputt.

Trotzdem wird eher in den Gebrauchswert investiert - gerade, "wenn wenig Geld da ist", sagt der Bauamtsleiter. Warum? "Hätten wir auf der B12 östlich von Kempten bei der Spurrinnenbeseitigung ganz richtig saniert, hätten wir statt fünf nur einen Kilometer für das gleiche Geld richten können", begründet Fischle. Die Kompromisslösung: Nur eine neue Deckschicht, die 10, 15 Jahre hält, anstatt die Tragschicht der Straße von unten zu reparieren.

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