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Unterallgäu

29.05.2015

Stressfrei durch den Sommer

Damit an der Grillparty auch der Nachbar seine Freude hat, sollte man Rücksicht nehmen - oder ihn am besten einfach einladen.
Bild: Monkey Business, fotolia

Hier einige Tipps, damit Grillpartys und Gartenfeste nicht mit einem Nachbarschaftsstreit enden.

Ein qualmender Grill, ein dröhnender Rasenmäher oder herumtobende Kinder im Garten: Während der warmen Jahreszeit werden die Beziehungen unter Nachbarn häufig auf die Probe gestellt. Im schlimmsten Fall enden Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht. Damit am Gartenzaun erst gar keine Schlechtwetterfront aufzieht, sollte man einige Regeln beachten.

Grillen „Prinzipiell darf man im Garten oder auf der Terrasse so oft grillen, wie man will“, sagt der Memminger Rechtsanwalt Holger Hoffmann. Anders sieht es auf dem Balkon aus: „Hier kann im Mietvertrag oder in der Hausordnung ein Grillverbot festgelegt sein“, erläutert seine Kollegin Carina Pichl. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) dürfen Nachbarn durch das Grillen allerdings nicht zu stark beeinträchtigt werden. „Es hängt aber immer von den örtlichen Verhältnissen ab. Zudem muss ein Kläger die Beeinträchtigung dokumentieren und belegen können“, so Hoffmann.

Gartenfeste Auch beim Feiern im Garten sollte man auf seine Nachbarn Rücksicht nehmen. Den hier gilt: Lärm muss nur in erträglichem Maß hingenommen werden. Dauerbeschallung durch laute Unterhaltungen oder voll aufgedrehte CD-Spieler sind daher tabu. „Vor allem die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr sollte man auf jeden Fall einhalten“, rät Hoffmann. Sonst drohen Polizeibesuch und saftige Bußgeldstrafen. „Bei mehrfachem Vergehen können vierstellige Beträge fällig werden“, weiß der Fachmann. Während der Nachtruhe gilt übrigens auch innerhalb der eigenen vier Wände Zimmerlautstärke.

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Kinder Wer gegen Lärmbelästigung durch spielende Kinder rechtlich vorgehen will, hat laut Diplom-Juristin Pichl dagegen kaum eine Chance. Das gilt jedenfalls, solange die Ruhezeiten beachtet werden. Denn inzwischen wurde das Immissionsschutzgesetz geändert: Demnach werden spielende Kinder nicht mehr wie andere Lärmquellen behandelt.

Gartenarbeit An Sonn- und Feiertagen sowie werktags zwischen 20 und 7 Uhr ist das Rasenmähen in Wohngebieten verboten. Noch strengere Zeiten gelten übrigens für Krachmacher wie Laubbläser oder Grastrimmer: Sie dürfen werktags nur von 9 bis 17 Uhr angeworfen werden. Zudem muss man die Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr einhalten. „Kommunen können zusätzliche Ruhezeiten in speziellen Satzungen festlegen. Daher lohnt es sich, bei seiner Heimatgemeinde einfach mal nachzufragen“, empfiehlt Pichl.

Bei Nachbarschaftsstreitigkeiten rät Anwalt Hoffmann generell dazu, zunächst das Gespräch untereinander zu suchen: „Der Rechtsweg sollte immer die letzte Lösung sein. Schließlich bleibt man weiterhin Nachbar.“

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