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18.07.2010

Sympathische Burschen aus Tirol

Kirchheim Seit 38 Jahren stehen die Zillertaler, das sind Flori, Toni, Werner, Erwin und Roman auf der Bühne. Sie haben in den vielen Jahren viel gesehen und erlebt. Und dennoch ging ihnen ein erstauntes "Oh, so was gibt's" über die Lippen, als sie zusammen mit Schlossherrin Angela Fürstin Fugger von Glött die Stufen zum Zedernsaal hochgingen. Und Flori hatte gleich die Idee: "Das wäre der Platz für unser Weihnachtskonzert."

Als Stars ohne Allüren präsentierten sich die Musiker aus dem Zillertal. Die Zeit nach dem obligatorischen Soundcheck und vor dem Auftritt im Rahmen des Kirchheimer Open Airs nutzten sie Kirchheim zu erkunden und Freunde zu treffen. Zusammen mit Fritz Mack, dem Vorsitzenden der Behinderten- und Versehrtensportgruppe im TSV Mindelheim sowie Heimatverleger Hans Högel ging es zunächst einmal zum Gasthaus Lechler, um das gute einheimische Bier zu genießen. Zwangsläufig ergab sich ein Gespräch um die Volksmusik, eigentlich besser, volkstümliche Schlager. Die Urzeiten der Band gehen 30 Jahre zurück. 1972 taten sich Florian Prantl mit seinem Bruder Werner und Toni Ringler zu den "Colibris" zusammen. Bereits fünf Jahre später brachten sie unter dem Namen "Original Zillertaler Jodlertrio" die erste Langspielplatte auf den Markt. Danach ging es beständig aufwärts. Die drei jungen Burschen waren sozusagen volkstümliche Pioniere, die auf Dauer behutsam einen neuen Musikstil prägten.

Einen Riesenschritt nach vorne machte die Band dann 1992, als sie den zweiten Platz beim Grand Prix der Volksmusik gewann. "1990 bis 1995 waren goldene Zeiten für die Bands", gibt Florian, der sympathische Sänger und Moderator, zu. Die Gruppe habe die Anfragen gar nicht mehr überschauen können. Ähnlich erging es auch den Zillertaler Schürzenjägern, den Klostertalern und den Kastelruther Spatzen.

Nun sei es ruhiger geworden. Die meisten Musiker seien nach einer Auszeit als Lehrer wieder in den Schuldienst zurückgekehrt. Dies empfinde er aber nicht als negativ, die Gruppe sei auch älter geworden, und da freue man sich, wenn nachts im eigenen Bett schlafen könne.

Sympathische Burschen aus Tirol

Und ein Problem sei heute auch die Präsentation der Lieder. Bei den Fernseh-Stationen sind Gesichter Karl Moik und Caroline Reiber verschwunden, und damit beliebte Sendungen, mit denen man zum Beispiel Neuvorstellungen in die Öffentlichkeit transportieren könne.

Kurz vor dem Event trafen die Musiker noch Angela Fürstin Fugger von Glött auf dem heimeligen Kirchheimer Marktplatz. Und gerne nahmen sie die Einladung zu einem Schlossrundgang an. Der historische Kontakt war schnell hergestellt, schließlich leben die Zillertaler im Bezirk von Schwaz, der Partnerstadt von Mindelheim, und sind eng mit den Namen Frundsberg und Fugger verbunden.

Über die erstaunliche Akustik des Zedernsaales wurden sie schon vor dem Betreten informiert. Und sie konnten sich dann selbst überzeugen, als sie sich bei der Hausherrin spontan mit einem "a capella-Lied" für den Empfang bedankten. (un)

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