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Soziales

27.12.2014

Tafel deckt 80 Familien den Tisch

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Ruth Holzerland, Hilmar Rath, Josefine Lagrün, Maria Dutz, Andrea Bunk, Marlies Keblatt, Gisela Ledermann, Sylvia Weber, Regine Heisel, Felix Heisel, Jana König (stellvertretende Vorsitzende) und Olaf Schwabbauer (von links) geben die Waren an die Kunden aus.

Viele fleißige Hände packen in Bad Wörishofen mit an, um die Not der Ärmsten zu lindern und ihnen ein schönes Fest zu ermöglichen

Die Bad Wörishofer Tafel tut ihr Möglichstes, um die Not der Ärmsten der Stadt zu lindern. Dazu werden viele fleißige Hände benötigt, die ehrenamtlich ihre Kraft und die Liebe zu den Nächsten einsetzen, die mit anpacken, um die gespendeten Waren zu sortieren und diese weitergeben. Es sind vor allem die Spender und Sponsoren, die helfen, das Leid Woche für Woche zu lindern. Insgesamt betreut die Bad Wörishofer Tafel 80 Familien mit 180 Personen. Das erfordert eine logistische Meisterleistung.

Doch das ausgeklügelte System ist für die Betroffenen nicht nur Hilfe, sondern auch ein kommunikatives Treffen im Café der Tafel. Hier heißt es warten. Jeder Kunde gibt seinen Tafelausweis bei Hilmar Rath ab. Diese werden wie in einer Lostrommel gesammelt und gemischt. Niemand wird so benachteiligt oder bevorzugt. Anschließend zahlen die Aufgerufenen 1,50 Euro pro Erwachsenem und können in Vierergruppen im Laden einkaufen.

Schon ab sieben Uhr in der Frühe standen die Sortiererinnen bereit, um die angelieferte Ware von Fahrern in Empfang zu nehmen, sie durchzusehen, Schäden zu beseitigen und in die Regale einzuordnen. Allen voran ist es die 92-jährige Erna Schneider, Trägerin der Silberdistel dieser Zeitung, die alles im Blick hat und eifrig Gemüse putzt.

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Ihr helfen Elfriede Einsiedler, Ulrike Frühauf, Elfriede Holzmann, Claudia Laube und Elisabeth Schneider. Die Fahrer sind an diesem Tag Gottlieb Kaufmann und Josef Geiger. Sie holen von den Geschäften die Ware für die Tafel ab. Eine Lieferung fehlt an diesem Tag: Ein Biohof, der sonst sehr viel Gemüse, vor allem Salat liefert, hat offenbar selbst alles verkauft.

Doch einen Tag vor Heiligabend erhalten die Kunden nicht nur Lebensmittel, sondern auch Geschenke. Da stehen große Tüten vom Rewe-Markt Türkheim bereit, bestückt unter anderem mit Kaffee, Öl, Zucker, Mehl, Salz, Tee oder auch Schokolade. Rund 4000 dieser Tüten stellt das Unternehmen für etliche Tafeln zur Verfügung, für einen Preis von fünf Euro.

Für die Kinder der Tafelkunden gibt es weihnachtlich verpackte, gespendete Geschenke einer Hilfsorganisation, die nach Altersstufen und für Buben und Mädchen aufgeteilt sind. Felix Heisel, zu Besuch bei seiner Mutter Regine vom Ausgabeteam, hilft hier gerne mit. Außerdem hat eine Firma Pflegesets für die Kinder gespendet, ebenfalls nach Buben und Mädchen sortiert.

Im Laden gehen die Ausgabedamen mit den Kunden von Regal zu Regal, wo diese das aussuchen, was sie gerne haben möchten: Gemüse, Brot, Käse, Milch oder Nudeln. Immer wieder wird gelacht. Es gibt ein gutes Wort und gute Wünsche für das Fest auf beiden Seiten.

Jana König, die stellvertretende Vorsitzende, liebt ihre Arbeit. Doch es gibt auch Wermutstropfen: Wie erklärt man einigen Asylbewerbern, dass die Kapazität der Tafel erschöpft ist und sie keine Waren bekommen können? Mit Konsequenz und klaren Aussagen wird es ihnen erklärt. Sie sind verärgert, müssen jedoch die Situation akzeptieren. Auch hier sind leider Grenzen gesetzt. Doch immerhin 80 Familien konnten dank der Tafel ein frohes Fest feiern.

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