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07.02.2018

Tiefe Trauer um zwei Türkheimer Persönlichkeiten

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2 Bilder
Herta Fink †

Nachruf Herta Fink und Manfred Stadler sind bei einem tragischem Unfall ums Leben gekommen

Türkheim Die Marktgemeinde trauert um zwei Türkheimer Persönlichkeiten: Die Hobbymalerin Herta Fink (66) und der langjährige Leiter der Musikschule, Manfred Stadler (77), sind bei einem Unfall nahe Memmingen am vergangenen Sonntag ums Leben gekommen.

Herta Fink, im Oberallgäu geboren, lebte in Türkheim und war mit der Malerei aufgewachsen. Ihre Mutter war Heimatmalerin. Für Herta Fink war es geradezu ein Lebenselixier, als Künstlerin und im Kunsthandel tätig zu sein. Ihr verzaubernder, figürlicher Stil zog den Betrachter sofort in ihren Bann. Lachende Kinder zählten zu ihren beliebtesten Motiven – das sagt viel aus über die allseits beliebte und geschätzte Türkheimerin, die mit ihrer liebenswerten Art nur Freunde hatte. Eines der Lieblingsbilder von Herta Fink zeigt Kinder, die fröhlich in den Raum hineinspringen, direkt auf den Betrachter hin zu laufen scheinen. Die kleine Ziegenhüterin bezaubert ebenso wie die Vorleserin, der zwei Mädchen aufmerksam lauschen. Was mag sie wohl lesen? Um welche Geschichte handelt es sich? Man möchte es wissen und auch zuhören. Die positive Einstellung von Herta Fink zum Leben und zu ihrer Heimat bleibt unvergessen. Als Mitglied im Vorstand des Förderkreis engagierte sie sich stets für ihre Heimatstadt Türkheim und auch kommunalpolitisch war sie bei den Freien Wählern aktiv. Das Requiem beginnt am Samstag, 24. Februar, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, anschließend Urnenbeisetzung.

Wer Manfred Stadler kennen lernen durfte, der wusste sofort: Das ist ein Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht, der seine Familie ebenso liebt wie die Musik – und der sich in „seinem“ Türkheim bestens aufgehoben fühlt. Dieses Gefühl wollte er auch zurück geben und engagierte sich wie wenige andere für seinen Heimatort: Weit über den Landkreis, ja Regierungsbezirk Schwaben hinaus, werden die Arrangements von Manfred Stadler aus Türkheim verwendet, erklingen seine Noten. Der vielseitige Musiker hatte sich besonders in der Nachwuchsarbeit einen besonderen Namen gemacht: jahrzehntelang war er als Musiklehrer tätig.

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Musik und Brauchtum – das gehörten bei Manfred Stadler schon immer zusammen und das verband er in idealer Weise. 1953 trat er der Jugendgruppe des Heimat- und Volkstrachtenvereins Türkheim bei und durchlief in diesem Verein fast alle Positionen, vom Revisor bis zum 1. Vorsitzenden.

Immense Arbeit bürdete er sich als Festleiter der Gautrachtenfeste 1973 und 1984 auf. 1968 gründete er die Tanzlmusik Türkheim, umrahmte jahrzehntelang die Heimatabende, trat mit seiner Gruppe bei vielen Volkstanzveranstaltungen auf und hatte auch weit über die Grenzen des Unterallgäus hinaus einen ausgezeichneten Namen.

Als Gau-Musikpfleger wirkte er von 1972 bis 1984 im Altbayerisch-Schwäbischen Gauverband und betreute dabei 40 Volksmusik- und Gesangsgruppen. Seit 1972 hat er vierzig Schuhplattler und fünfzig Volkstänze für Blasmusik bearbeitet, die von vielen bayerischen Trachtenvereinen, von Miesbach bis Füssen, erworben und gespielt werden.

Mit dem Akkordeonorchester, das 1973 mit den Proben begann und im September 1975 gegründet wurde, setzte sich der Musiklehrer (Prüfung beim Bayerischen Musiklehrerverband) und Dirigent (Bundesakademie in Trossingen) ein klingendes Denkmal. Rund 400 Orchesterstücke auf 12 000 Seiten wurden von Manfred Stadler arrangiert oder für das eigene Orchester eingerichtet.

Sowohl das erste Orchester, als auch das Jugendorchester, nahmen viele Male an Wertungsspielen mit bestem Erfolg teil. Manfred Stadler leitete ein Unterrichtsstudio für Akkordeon, Gitarre sowie Heimorgel und führte die gemeindliche Sing- und Musikschule des Marktes Türkheim. Daneben hat er in den vergangenen Jahren die Liederabende im Gasthaus Rose mit organisiert und musikalisch begleitet und war Gründer und musikalischer Organisator der „Sternsinger“, dem Rentnerchor, der sich immer montags im Gasthaus Stern zum Stammtisch trifft.

Das Requiem beginnt am Samstag, 17. Februar, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Türkheim. Die Urnenbeisetzung findet in aller Stille zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis statt. (alf/mz)

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09.02.2018

Schwerer Schicksalsschlag auch für die Familien! Herzliches Beileid,

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