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Unterallgäu

13.02.2020

Tolle Leistungen beim Vorlesewettbewerb in Türkheim

Marlene Fischer vom Ruppert-Ness-Gymnasium Ottobeuren geht als Beste zum Bezirksentscheid.
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Marlene Fischer vom Ruppert-Ness-Gymnasium Ottobeuren geht als Beste zum Bezirksentscheid.
Bild: Maria Schmid

Plus Marlene Fischer uas Ottobeuren gewinnt den Regionalentscheid in der Türkheimer Ludwig-Aurbacher-Mittelschule und kann am Bezirksentscheid mitmachen.

Bolle kann nicht lesen! Welch ein Drama! Ihm passieren Dinge, die es so nicht zu geben brauchte. Er verpasst den Zug, übersieht ein Schild „Vorsicht rutschig!“, kommt zu spät zum Lieblingsfilm und vor allem, er verpasst ein Treffen mit seiner Flamme Lisa. Alles das, nur weil er nicht lesen kann? Das hat ihm keine Ruhe gelassen. Er lernte lesen und gewann sogar bei einem Wettbewerb. Welch ein Erfolg!

18 Mädchen und Jungs nahmen am Vorlesewettbewerb in Türkheim teil

Ganz so wie die 18 Schülerinnen und Schüler (zwei konnten wegen Krankheit leider nicht teilnehmen), die beim Regionalentscheid in der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule Türkheim mitmachten. Dieser 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet. Außerdem wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Bundesweiter Förderer ist seit 2019 die experimenta – Das Science Center in Heilbronn.

Die angetretenen Vorleser waren bereits jeweils in ihren Mittel-, Realschulen und Gymnasien aus dem Landkreis Unterallgäu die Besten und stellten sich einer insgesamt 10-köpfigen Jury. Aufgeteilt in zwei Gruppen in zwei Klassenzimmern (rot und grün mit den Lehrkräften Tanja Frey und Günther Friedel) konnten so die Jurymitglieder alle Leserinnen und Leser kennenlernen und ihr Votum abgeben. In der ersten Stunde lasen sie aus ihren Lieblingsbüchern nicht nur der Jury sondern auch ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern vor, die ein richtig gutes Publikum waren. Sie sparten nicht mit Applaus. Ist er doch der schönste Lohn eines Künstlers.

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Und kleine und größere Vorlesekünstler waren sie alle, mal mehr, mal weniger aufgeregt. Mal musste der Finger mithelfen auf der richtigen Zeile zu bleiben, mal sahen die Vorleser auch immer wieder vom Text auf und hatten ihn trotzdem voll im Blick. Die erste Aufgabe bestand darin, das selbst ausgewählte Buch kurz vorzustellen, den Inhalt in kurzen Worten zu schildern und dann drei Minuten daraus vorzulesen.

Lob für die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs: Literatur ist die Kunst, Worte im Kopf in Bilder zu verwandeln

Die Kriterien bei diesem Wahltext waren die Lesetechnik, Interpretation und die Textstellenauswahl. In der zweiten Stunde mussten die Schülerinnen und Schüler aus dem Buch „Yoda“ - Ich bin! Alles ich weiß!“ von Tom Angelberger einen vorgegebenen Text vorlesen. Auch hier wurden Lesetechnik und Interpretation bewertet. Dass dabei auch auf flüssiges, fehlerfreies Lesen, die Lautstärke, eine deutliche Aussprache und das Lesetempo geachtet wurde, war ebenso wichtig wie die Interpretation, also die sinngemäße Betonung, eine eigene Ausdruckskraft.

Außerdem sollte die wörtliche Rede erkennbar und betont sein. Es sollte bei der Textstellenauswahl die Hinführung zur vorbereiteten Textstelle auch der Zusammenhang verständlich gemacht werden und damit eine passende, interessante, spannende und lebendige Textstelle ausgewählt worden sein. Und das alles in den jeweils vorgegebenen drei Minuten.

Schulleiterin Barbara Engel freute sich über die rege Teilnahme und begrüßte Bürgermeister Christian Kähler und die stellvertretende Landrätin Marlene Preißinger. Sie waren sich gemeinsam sicher, dass lesen Kino im Kopf entstehen lassen würde. Und das bei diesem Wettbewerb nicht nur bei den Vorlesern sondern außerdem bei den Zuhörern. Der Maler und Aphoristiker Hellmut Glaßl bringt es auf den Punkt: „Magie der Literatur - die Kunst, Worte im Kopf in Bilder zu verwandeln.“

Und so erhielten alle Teilnehmer nicht nur eine Urkunde sondern auch ein Geschenk von Bürgermeister Kähler. Die drei Besten gewannen den Wettbewerb: Luzia Schmid für die Mittelschulen, Kreszentia Bersch für die Realschulen und Marlene Fischer für die Gymnasien. Als Beste der Besten gewann Marlene Fischer diesen Vorlesewettbewerb. Sie wird nun am nachfolgenden Bezirksentscheid mitmachen. Was macht die Faszination eines Buches aus?

Das zeigten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a in einer deutlich machenden Pantomime über „Das verrückte Buch“. Das Lied „Bolle kann nicht lesen“ sang die Klasse 5a. Schulamtsdirektorin Ursula Abt, selbst als Jurorin aktiv, rief den Schülern zu: „Ein großes Lob und Respekt. Bleibt am Lesen dran! Es ist ein Schatz, den ihr da habt.“ Gemeinsam mit Schulleiterin Barbara Engel hatte sie die Siegerehrung vorgenommen.

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