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Unterallgäu

14.11.2019

Trauer um Altlandrat Hermann Haisch

Trauer um Altlandrat Hermann Haisch
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Der beliebte Politiker ist im 81. Lebensjahr nach schwerer Krankheit gestorben.

Der Landkreis Unterallgäu trauert. Am heutigen Morgen ist mit Hermann Haisch einer der beliebtesten Politiker der vergangenen Jahrzehnte gestorben. Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter sagte in einer ersten Reaktion: „Für mich war Hermann Haisch ein Menschenfreund par excellence“. Der CSU-Kreisvorsitzende und frühere Staatsminister Franz Josef Pschierer würdigte die Integrationsleistung von Herman Haisch. Bei der Gebietsreform habe dieser den Landkreis zu einer Einheit gefort. „Hermann Haisch war das Unterallgäu“, sagte Pschierer.

Der Landtagsabgeordnete und frühere Bürgermeister von Bad Wörishofen, Klaus Holetschek, erklärte: „Er war ein Freund für mich und ein Freund der Menschen. Ihm lag es immer am Herzen das es den Bürgerinnen und Bürgern im Unterallgäu gut geht.“

Der Altlandrat und Ehrenringträger der Kreisstadt Mindelheim erlag am Donnerstagmorgen kurz vor seinem 81. Geburtstag einer schweren Krankheit. Der CSU-Politiker Haisch war von 1978 bis 2006 Landrat.

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Politische Wegbegleiter über alle Parteigrenzen hinweg würdigten Hermann Haisch als herausragenden Landrat, der das Unterallgäu entscheidend vorangebracht hat. Der Bau der Autobahn A96, die so etwas wie die Lebensader für die Betriebe und damit Menschen in der Region geworden ist, ist maßgeblich Verdienst von Hermann Haisch.

Gefördert hat er auch immer die Schulen. Für Mindelheim waren das die Berufsschule, die Förderschule, die Erweiterung des Maristenkollegs oder die Maria-Ward-Realschule. Haisch hat auch den Grundstein dafür gelegt, dass die Kliniken in Mindelheim und Ottobeuren in Größe und Qualität ausgebaut wurden. Auch der Bau von Altenheimen war in der Ära Haisch vorangetrieben worden. Von der Müllpolitik des damaligen Landrats Haisch profitieren die Unterallgäuer noch heute durch vergleichsweise günstige Müllgebühren. Mit Neu-Ulm war ein Vertrag zur Verbrennung des Restmülls abgeschlossen worden.

In den vergangenen Monaten litt Hermann Haisch unter einer schwerwiegenden Krankheit. Zuletzt war er an seinem 80. Geburtstag am 6. Dezember 2018 öffentlich aufgetreten. In der vollbesetzten Stadtpfarrkirche St. Stephan in Mindelheim hat Haisch die „Schwäbische Weihnacht“ seines Freundes Arthur Maximilian Miller vorgelesen. Der Unterallgäuer Bäuerinnenchor, das Ensemble Classic, die Günztaler Alphornbläser und der Gitarrist Andreas Gsöllpointner begleiteten diese bewegende Feier damals vor knapp einem Jahr. Eswar ein Geschenk an alle, die einfach nur „zualosa“ wollten, wie er damals sagte.

Der studierte Tierarzt Dr. Hermann Haisch hat sich immer ein Gespür für die sogenannten kleinen Leute bewahrt. Von der Bürokratie fühlen sich viele an die Wand gedrückt, sagte er im Gespräch mit der MZ. Wenn jemand seinen Führerschein verloren hat, „dann steht da immer eine Familie dahinter“, sagte Haisch. Da müsse man Lösungen finden. Die hat er dann auch meist gefunden, ganz kreativ und weniger nach den Buchstaben der Paragrafen.

Der leutselige Hermann Haisch war immer ein Landmensch. Als er mal im schweizerischen Nobelkurort Davos war, hat es ihn in einen Kuhstall gezogen. Er brauchte einfach den Stallgeruch. Dass diese heile kleinbäuerliche Welt längst in Gefahr ist, war Hermann Haisch nur zu bewusst. Ihn ärgerte, dass Berufe wie Landwirte oder Metzger immer mehr mit Vorschriften überzogen werden, so dass kaum noch einer diesen Weg gehen mag.

Der Wandel in der Landwirtschaft setzte Arbeitskräfte frei. Dass neue Arbeitsplätze in Gewerbe und Industrie geschaffen werden konnte, hatte auch mit dem Wirken von Hermann Haisch zu tun. Die Autobahn A96 war so ein Erfolg der Ära Haisch. Dass sich Unternehmer wie Burkhart Grob gut im Unterallgäu aufgehoben gefühlt haben, nicht minder.

Immer hat Hermann Haisch sein Zugehen auf die Menschen ausgezeichnet. Geholfen hat ihm dabei eine besondere Gabe: Haisch konnte sich sofort Namen merken. Auf die Uhr hat er nie geschaut. Am Ende aber hatte er 22 000 Überstunden angehäuft, ohne all die Termine für die CSU. Der CSU-Kreisvorsitzende Franz Josef Pschierer sagte, Hermann Haisch habe nie vergessen, dass im Namen seiner Partei CSU auch das „S“ steht für sozial. 25 Jahre lang war er beim Bayerischen Roten Kreuz engagiert, 22 Jahre davon als Bezirksvorsitzender.

Hermann Haisch hatte sich auch in der Landzunge engagiert, beim Mühlenverein, bei der Schickler-Stiftung, beim Freundeskreis der Benediktinerabtei Ottobeuren und beim Förderverein des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes ASM. Der Trompete und Alphorn blasende Altlandrat war nicht nur leutseliger Politiker, sondern Gemütsmensch. Um Hermann Haisch trauern in besondere Weise Frau Karla, die drei Kinder und die Enkel.

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