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Türkheim: Passen Wohngebiet und Industrie nebeneinander?

Türkheim

Passen Wohngebiet und Industrie nebeneinander?

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    Hier an der Amberger Straße in der Nähe des Salamander-Werks in Türkheim wollte die Gemeinde ein Wohngebiet ausweisen.
    Hier an der Amberger Straße in der Nähe des Salamander-Werks in Türkheim wollte die Gemeinde ein Wohngebiet ausweisen. Foto: Sabine Schaa-Schilbach

    Der Bauboom hält die Verwaltung in Türkheim auf Trab und um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, weist der Türkheimer Gemeinderat in allen Himmelsrichtungen neue Baugebiete aus.

    Bis zu 150 Interessenten stehen auf der Warteliste und hoffen auf einen bezahlbaren Bauplatz, der von der Gemeinde verkauft wird. Trotz des enormen Drucks hat sich der Gemeinderat jetzt aber entschlossen, an der Amberger Straße nun doch kein neues Baugebiet auszuweisen.

    Ein Dutzend Bauplätze hätten im neuen Baugebiet an der Amberger Straße in Türkheim entstehen sollen

    Auf mehr als 10.000 Quadratmetern sollte am östlichen Ortsrand Richtung Amberg gebaut werden können. Zehn bis zwölf Bauplätze hätten dann nach den Vergaberichtlinien der Gemeinde verkauft werden sollen. Um zu klären, ob die aktuell landwirtschaftlich genutzte Fläche in ein reines Wohngebiet geändert werden kann, wurden laut Bürgermeister Christian Kähler weitere Vorgespräche mit einem Gutachter und der zuständigen Behörde geführt. Die so gewonnenen Erkenntnisse der Vorgespräche haben dann zu dieser Entscheidung geführt.

    Südwestlich des Baugebietes befindet sich die Firma Salamander mit einem 24-Stunden-Schichtbetrieb. Der Gemeinderat war unsicher, ob ein Wohngebiet an dieser Stelle entstehen kann oder ob künftige Konflikte zwischen den ruhesuchenden Hausbesitzern und dem Industriestandort programmiert sind.

    Die Vorgespräche mit dem Gutachter und den Behörden bestätigten diese Bedenken, dass hier Konflikte herauf beschworen werden könnten.

    Noch ist offen, wo die Gemeinde entsprechend Ersatz schaffen kann. Bislang sind also folgende Baugebiete geplant:

    Der Bebauungsplan „Nördlich der Alfred-Drexel-Straße“ östlich der Martinstraße und nördlich der Alfred-Drexel-Straße hat knapp 5000 Quadratmeter. In diesem vergleichsweise kleinen Baugebiet sollen etwa sechs Baugrundstücke erschlossen werden. Mögliche Bauformen laut Bebauungsplan: Einfamilienhäuser und Doppelhäuser.

    Hier sollen Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Doppelhäuser auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern entstehen. Mit dem Bau der Erschließungsstraßen wurde bereits begonnen.

    „Südlich der Ramminger Straße“ werden Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Doppelhäuser entstehen. Insgesamt steht hier eine Fläche von gut 25.000 Quadratmetern zur Verfügung.

    Westlich der Stockheimer Straße soll ein Baugebiet mit rund 20.000 Quadratmetern entstehen.

    Bevor die Gemeinde diese Baugebiete ausgewiesen hatte, wurde sicher gestellt, dass 40 Prozent der Fläche von der Gemeinde vermarktet werden können, 40 Prozent beim eigentlichen Eigentümer verbleiben und die restlichen 20 Prozent als „öffentlicher Grund“ genutzt wird, also für Straßen, Spielplätze etc.

    Türkheim will den überhitzten Immobilienmarkt etwas abkühlen

    Der Markt Türkheim will sich ausdrücklich „nicht an spekulativen Preisentwicklungen“ orientieren. Die Bauplätze werden daher durch die Gemeinde zu einem Wert verkauft, der sich am Bodenrichtwert orientiert. Daher soll ganz genau darauf geachtet werden, dass die Preise für die Gemeindegrundstücke vergleichsweise immer noch erschwinglich bleiben sollten, als „Richtwert“ für einen Quadratmeterpreis erschlossenes Bauland von „200 Euro plus x“ war zuletzt die Rede. Auf dem freien Markt würden derzeit Preise zwischen 350 und 450 Euro locker erzielt.

    Mit einem „Punktesystem“ soll sichergestellt werden, dass bei den künftigen Häuslebauern die sozialen Kriterien ebenso berücksichtigt werden wie der Ortsbezug. Auch das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Gemeinde soll „belohnt“ werden.

    Lesen Sie dazu auch: So vergibt der Markt Türkheim seine Bauplätze

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