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Landkreis Unterallgäu

29.12.2020

Tussenhausen entwickelt Quartierskonzept für Senioren

Jedes Jahr findet ein Informationstreffen der teilnehmenden Gemeinden im Unterallgäuer Landratsamt statt.
Bild: Irmengard Gnau (Archiv)

Plus Die Marktgemeinde Tussenhausen erhält vom Landkreis Unterallgäu eine Förderung, um ein altersgerechtes Quartierskonzept zu erarbeiten. Wie andere Unterallgäuer Gemeinden Projekte für ältere Menschen umsetzen.

Auch die Gemeinde Tussenhausen erhält vom Landkreis Unterallgäu eine Förderung, um ein altersgerechtes Quartierskonzept zu erarbeiten. Ziel ist, dass Ältere und Menschen mit sonstigem Unterstützungsbedarf in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben können. Im Landkreis Unterallgäu haben sich bisher 16 Kommunen begonnen, derartige Konzepte zu entwickeln.

Quartiersentwicklung wegen Corona verzögert

Jedes Jahr findet ein Informationstreffen der teilnehmenden Gemeinden im Landratsamt statt. Die jeweiligen Quartiersmanager, Seniorenbeauftragten und Bürgermeister tauschen sich über die Quartiersentwicklung aus. Heuer fand dieser Austausch jedoch nur online statt.

Hubert Plepla von der Koordinationsstelle Seniorenkonzept am Landratsamt und Anja Preuß von der AfA (Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung) führten das Treffen. Sie informierten, der Beginn der Quartiersentwicklung in Tussenhausen habe sich wegen Corona verzögert: „Aber wir wollen zu Beginn des neuen Jahres den Startschuss geben und haben dafür den ersten Workshop mit der Gemeinde online geplant.“

Viele Projekte der Quartiersentwicklung mussten ebenfalls an die derzeitigen Umstände angepasst werden. In Wolfertschwenden wurde zum Beispiel der gemeinsame Mittagstisch umgewandelt. Senioren können ihr Essen jetzt abholen. Der Mittagstisch in Lachen lieferte zeitweise Mahlzeiten. Deutlich wurde: Gerade während der Corona-Pandemie rückt das Thema Digitalisierung in den Vordergrund. Für manche Erledigungen ist eine Online-Anmeldung nötig, Kommunikation via Handy oder Computer wird dabei auch für Senioren immer wichtiger. Dazu berichtete Andrea Barth von der Gemeinde Bad Grönenbach: Im Rahmen der Quartiersentwicklung sei hier ein Kurs entstanden zum Umgang mit Tablets und Smartphone. Derzeit werden Übungsaufgaben per Whatsapp versendet. Auch in Mindelheim gibt es ein Projekt, um Senioren den Umgang etwa mit dem Smartphone zu erleichtern.

Der Landkreis unterstützt die Projekte bei Organisierung und Finanzierung

In einigen Gemeinden springen in Zeiten des Lockdowns vermehrt Nachbarschaftshilfen ein. Neu wurde eine Nachbarschaftshilfe in Wiedergeltingen ins Leben gerufen, berichtete Quartiersmanagerin Birgit Möller. Plepla wies darauf hin: „Wertvolle Unterstützung beim Auf- und Ausbau erhalten organisierte Nachbarschaftshilfen im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen bei der entsprechenden Servicestelle der Freiwilligenagentur Schaffenslust.“

Gemeinden, die ebenfalls ein Quartierskonzept entwickeln und ihren Ort seniorengerechter gestalten wollen, können sich mit der Koordinationsstelle Seniorenkonzept am Landratsamt in Verbindung setzten.

Der Landkreis unterstützt organisatorisch und finanziell. Zudem besteht die Möglichkeit, über das Programm „Selbstbestimmt Leben im Alter (SeLA)“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales eine Anschubfinanzierung für die Personal- und Sachkosten zu beantragen. Über das Programm können bis zu 80.000 Euro auf vier Jahre gefördert werden. (mz)

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