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Kirchheim

28.11.2019

Überraschung: Kastner fällt bei eigener Nominierung durch

Johann Kastner konnte die Anwesenden offenbar nicht von sich überzeugen.
Bild: Unfried

Plus Der Derndorfer Johann Kastner wollte als Bürgermeister in Kirchheim kandidieren. Daraus wird nun nichts: Am Mittwoch platzte die Bombe.

Die politische Karriere des Johann Kastner endete schon, bevor sie richtig begonnen hatte. Die Nominierungsversammlung für das Bürgermeisteramt wurde für den 45-jährigen Landwirt zum Albtraum.

Die Versammlung im Gasthaus Lechler versagte ihm die Zustimmung: Kastner erreichte nicht die erforderlichen 50 Prozent der gültigen Stimmen. Das wären in seinem Fall 19 gewesen.

Dabei hatte die Veranstaltung noch ganz „normal“ begonnen. Johann Kastner hatte nach Ernst Striebel, Susanne Fischer und Erich Wörishofer als vierter Kandidat den Hut in den Ring geworfen. Striebel und Fischer sind schon zu Bürgermeisterkandidaten nominiert (hier erfahren Sie mehr: Die Bürgermeister-Kandidaten stehen erstmals im Rampenlicht), Wörishofers Aufstellungsversammlung folgt in der kommenden Woche.

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Johann Kastner sammelte erste politische Erfahrungen durch seine Kandidatur für den Kreistag

Der 45-jährige Agrarbetriebswirt Johann Kastner, der im Ortsteil Derndorf wohnt, begründete seine Kandidatur mit Gesprächen mit Mitbürgern. Erste politische Erfahrungen habe er vor sechs Jahren durch seine Kandidatur zum Kreistag gemacht. (Hier erfahren Sie mehr über Johann Kastner: Johann Kastner will in Kirchheim Bürgermeister werden)

In seiner Rede ging Kastner auf sein politisches Programm ein, mehr Raum für Kindergarten und Schule, um mehr Platz für die Ganztagesbetreuung zu schaffen. Weiter wünschte er sich wie viele Eltern einen Spielplatz und eine Tagespflege, um Angehörige zu entlasten.

Für die Gemeinde Kirchheim wünsche er sich ein flächendeckendes funktionierendes Internet, dies sei eine Voraussetzung für Ansiedlung von Betrieben. Leerstehende Gebäude sollten verstärkt in Wohnraum umgewandelt werden, um landwirtschaftliche Flächen zu schützen.

Kastner forderte eine Aufrüstung der Kläranlage und einen Wochenmarkt für Kirchheim

Weiter forderte er eine Aufrüstung der Kläranlage, um belastende Stoffe wie Nitrat und Phosphat besser abzubauen, somit könnte die Landwirtschaft entlastet werden. Weiter sprach er sich für einen regionalen Wochenmarkt aus. Kritisch setzte er sich mit dem geplanten Bürger- und Vereinshaus in der Gaststätte zum Adler auseinander. Er sehe Probleme, alle Vereine unter einen Hut zu bringen. Jeder Verein müsse zu große Kompromisse eingehen, für ein Jugendzentrum fehle der Platz. Abschließend stellte er noch seine persönlichen Ziele vor, darunter „mehr Mitsprache für die Bürger“ und ein „gesundes Miteinander“.

Mit den Worten „Ich hoffe, ich habe Sie ein wenig begeistern können“, schloss Kastner seine Vorstellung. Gegner des Kandidaten meldeten sich nicht zu Wort.

Am Ende der Versammlung in Kirchheim platzte die Bombe

Die Wahlkommission unter Vorsitz von Othniel Leitner, dem Initiator des Bürgerbehrens gegen den Adler-Umbau, das auch Kastner unterstützt, begann mit der Arbeit und sammelte die Stimmzettel ein. Alles schien seinen normalen Gang zu gehen. Als Leitner von der Auszählung zurückkam und begann, das Ergebnis zu verkünden, ahnten die Besucher noch nicht, dass gleich eine Bombe platzen würde. Er sagte: „In die Wählerliste haben sich 41 Besucher eingetragen. Abgegeben wurden 36 Stimmen. Auf Johann Kastner entfielen elf Stimmen, sieben haben sich enthalten und 18 Stimmen sind ungültig. Damit hat Johann Kastner nicht die notwendige Stimmenzahl von 50 Prozent erreicht und die Wahl ist somit gescheitert!“

Kastner trug es mit Fassung: „Ich bedanke mich trotzdem und es ist kein Beinbruch, ich habe jetzt sicher ein ruhigeres Leben!“ An den Tischen wurde dann natürlich über das Ergebnis diskutiert. Viele deuteten an, dass sie damit gerechnet hätten. Wahlberechtigt war jeder, der sich in die Anwesenheitsliste einträgt. Bei diesem System sollte man nichts dem Zufall überlassen und dafür sorgen, genügend eigene Anhänger zu mobilisieren. Zudem nahmen ihm einige Besucher sein Engagement für die Allgemeinheit und die Vereine nicht ab, dazu habe sich der durchgefallene Kandidat in der Vergangenheit zu wenig im Ort engagiert, so die unterschwellige Volksmeinung.

Mehr über den Wahlkampf in Kirchheim erfahren Sie hier:

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