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26.07.2010

Übung macht den Meister

Bad Wörishofen In Duisburg müssen sich Polizei, Stadt und Veranstalter nach der Massenpanik mit 19 Toten und mehr als 340 Verletzten den Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend auf einen Ernstfall vorbereitet gewesen zu sein. Große Sicherheitsmängel zeichneten sich bereits wenige Stunden nach der Tragödie ab - Warnungen wurden überhört. In der Kurstadt sorgen die Verantwortlichen immer wieder dafür, dass an neuralgischen Punkten und Veranstaltungsorten Übungen stattfinden, um Abläufe zu koordinieren und die Zusammenarbeit der jeweiligen Hilfskräfte zu optimieren. So auch vergangenen Samstag. Ein Tunnelbrand wurde vorgetäuscht und der Einsatzleiter musste vor Ort feststellen, dass sich ein Unfall mit drei beteiligten Autos ereignet hat. In jedem waren zwei Personen eingeklemmt.

Barbara Knoll

"Gerade jetzt die richtige Aufgabenverteilung zu treffen, damit jeder strukturiert schnelle Hilfe leisten kann, muss geübt werden", so Feuerwehrkommandant Peter Eichler. Hier treffe wieder der alte Spruch "Übung macht den Meister" zu. Eine gewisse Routine sei nur durch praktische Übungen unter realistischen Bedingungen zu erreichen.

Eine wichtige Erkenntnis der jüngsten Übung war, dass die Tunnellüftung tatsächlich so leistungsstark ist, dass der Rauch entgegen der natürlichen Luftströmung aus dem Tunnel gedrückt werden kann. Das nehme der Feuerwehr jetzt laut Eichler bei einem tatsächlichen Tunneleinsatz auch ein wenig den Druck.

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Diese und weitere Erkenntnisse aus der Übung werden nun gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Kempten, dem Baulastträger der Straße, und der Polizei, die ebenfalls Übungsbeobachter vor Ort hatte, ausgewertet und in einen Gefahrenabwehrplan eingearbeitet.

Rettungsarbeiten erfolgten gut strukturiert Hand in Hand

Kreisbrandrat Franz Gaum und Kreisbrandinspektor Rudolf Fischbach, die als Übungsbeobachter anwesend waren, zeigten sich beeindruckt von der Art und Weise, wie von den Einsatzkräften die Übungsvorgaben abgearbeitet wurden. Sie lobten insbesondere das ruhige und zielgerichtete Vorgehen sowie das gute Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst.

"Vor dem Hintergrund der Love-Parade-Tragödie in Duisburg kann solch ein Übungseinsatz unserer Feuerwehren, der Polizei und den Rettungsdiensten nicht hoch genug bewertet werden", so Bürgermeister Klaus Holetschek. Die Erkenntnisse, die bei solch einer Übung gemacht werden, könnten im Notfall Leben retten. Als Bürgermeister begrüße und unterstütze er selbstverständlich alle Bemühungen, entsprechende Gefahrenabwehrpläne zu erstellen.

Vorbereitungen für die Bayern-1-Sommerreise laufen

Alle bereiteten sich jetzt bereits auch schon auf die große Open-Air-Veranstaltung im Ostpark - die Bayern-1-Sommerreise - vor. "Ortstermine und Besprechungen haben gezeigt, dass entsprechende Auflagen gemacht werden müssen, die dann der Veranstalter einhalten muss. Wir von der Polizei werden dies auch überwachen", so Edmund Martin, Leiter der PI Bad Wörishofen. Das Gelände sei jedoch optimal, offen nach allen Seiten hin, und bei den bereits durchgeführten Veranstaltungen dort habe es keinerlei Sicherheitsprobleme gegeben.

Doch selbst bei optimaler Vorbereitung, und das ich Eichler wichtig, sei eine absolute Sicherheit nie gegeben. "Stellen Sie sich vor, im Kursaal geht das Licht aus und einer ruft: ,Feuer.' Da bricht schnell eine Panik aus, die Menschenmenge entwickelt eine Eigendynamik, die auch wir nicht mehr steuern können", so Eichler.

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