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Pfaffenhausen

03.01.2019

Übung macht den Schafkopf-Meister

Sie spielten sich für das große Schafkopfturnier schon mal warm (von links): Josef Schmid, Spielleiter Michael Ziegenaus und Adolf Pelikan.
Bild: Sabine Adelwarth

An diesem Samstag findet in Pfaffenhausen wieder Bayerns größtes Schafkopf-Turnier statt. Einige haben sich bereits für das Großereignis eingespielt.

Früher gab es zum Wirtshausbesuch der Männer meist nur ein Spiel: Schafkopf. Mittlerweile ist das Sauspiel zwar nicht mehr gar so häufig in den Gasthäusern anzutreffen, doch jene, die es einmal erlernt haben, verlernen es eigentlich nie. Wenn es am Samstag, 5. Januar, in Pfaffenhausen wieder heißt „Herz ist Trumpf“, kommen begeisterte Schafkopfer aus ganz Schwaben zusammen, um diese altbewährte Tradition wieder aufleben zu lassen.

Außenstehende verstehen meist nur Bahnhof, wenn die Profis unter sich sind und mit Worten wie „Wenz“, „Sie“ oder „Du“ um sich werfen. Um auch Laien, die das Traditionsspiel nur bedingt beherrschen, auf die Sprünge zu helfen, gibt es seit einigen Jahren kurz vor dem großen Turnier in Pfaffenhausen ein Schafkopftraining für alle Altersklassen im Stockschützenheim. „Die vergangenen Jahre hat sich dieses Training bewährt“, berichtet Benjamin Adelwarth, der sich bereits zum siebten Mal dieser Mammutaufgabe angenommen hat, den bayernweiten größten Schafkopftag in Pfaffenhausen zu organisieren.

Vor dem eigentlich Schafkopf-Turnier in Pfaffenhausen wird fleißig geübt

Heuer kam zwar nur ein Spieler aus Kirchdorf angereist, um zu üben, doch der Übungsabend ist auch für die Spielleiter wichtig. Denn neben allgemeinen Informationen zum Turnier durch Benjamin Adelwarth, wurden alle wichtigen Spielszenarien nochmals angesprochen, damit die sieben Spielleiter am Turniertag auch genau wissen, was sie zu tun haben.

Wilhelm Rogg ist dabei der Mann an der Spitze und wird als Turnierleiter für alle Fragen Ansprechpartner Nummer eins sein. Auch jüngere Spielleiter sind in den Reigen der älteren Herren zu finden, wie Max Moser. Er hat das Schafkopfen damals in den Schulpausen gemeinsam mit seinen Klassenkameraden gelernt. „Ein mittlerweile eher ungewöhnlicher Ort“, da sind sich die Spielleiter sicher. Denn immer weniger junge Menschen können das Sauspiel. Allerdings hat der Bayerische Philologenverband erst kürzlich gefordert, dass Schüler mehr schafkopfen sollten. Das Spiel sollte sogar Teil des Unterrichts werden. Der Vorsitzende Michael Schwägerl sagte, in Zeiten der globalisierten Welt gebe es eine Rückbesinnung auf Heimat und Tradition, dazu zählten auch Spiele wie Schafkopf.

Wichtig beim Schafkopf: Übung und Routine

Peter Strübel, Spielleiter im Fratelli, hat das Karteln als junger Bursche durch seine Eltern gelernt. „Bei uns haben meine Eltern früher viel mit Freunden gespielt und ich habe zugeschaut.“

Wie lange man braucht, um Schafkopf zu lernen, lässt sich nur schwer beantworten. Eine gewisse Routine und Übung sind unumgänglich. „Da man nicht gegeneinander, sondern meistens zu zweit spielt, muss man für den Partner mitdenken“, erzählt Wilhelm Rogg.

In Pfaffenhausen soll die Tradition des Schafkopfens aufrecht erhalten werden

„Um die Tradition in Pfaffenhausen aufrecht zu erhalten, liegt mir das Turnier sehr am Herzen“, betont Benjamin Adelwarth, der sich seit Wochen damit beschäftigt und hofft, dass auch heuer wieder viele Kartler nach Pfaffenhausen kommen, um für den guten Zweck zu spielen. Der Erlös des Abends geht zu gleichen Teilen an die Sabine-Adelwarth-Stiftung und die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. Die Adelwarth-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Mukoviszidose-Erkrankte zu unterstützen und die Erforschung der Krankheit zu fördern. Die Kartei der Not unterstützt Menschen in Bayerisch-Schwaben, die unverschuldet in Not geraten sind. (müsa)

„Herz ist Trumpf“ findet am Samstag, 5. Januar statt. Kartenverkauf und Anmeldung gibt es im alten Rathaus (Schranne) ab 18 Uhr. Beginn ist um 20 Uhr. Der Spieleinsatz beträgt 15 Euro.

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