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Bad Wörishofen

31.07.2018

Umarmung für die Kirche

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Wie groß die Erlöserkirche in Bad Wörishofen eigentlich ist, merkten die Gläubigen, als es daran ging, die Kirche zu umschließen

Die Evangelischen feiern in Bad Wörishofen ein großes Fest. Ein ganz besonderer Ehrengast reiste dazu im hohen Alter an.

Freunde, Liebende, Eltern und Kinder umarmen sich und zeigen damit ihre Zuneigung. Wenn Menschen verschiedener Konfessionen eine Kirche umarmen, so ist das ein sehr starkes Symbol der Zusammengehörigkeit, ein Zeichen für Frieden und Toleranz. Die Umarmung der Erlöserkirche war der krönende Abschluss eines großen Festtages in Bad Wörishofen, der geprägt war von zwei besonderen Jubiläen: 50 Jahre evangelisch-lutherische Erlöserkirche Bad Wörishofen und 70 Jahre eigenständige Kirchengemeinde in der Kneippstadt.

Bereits beim festlichen Gottesdienst in der Erlöserkirche zeigte sich die Gemeinschaft, als die Einladung durch Pfarrerin Susanne Ohr zum Abendmahl aller Anwesenden, gleich welcher Religion, von den Menschen angenommen wurde. Festprediger Regionalbischof Michael Grabow erinnerte an die Entstehungsgeschichten und bettete sie in das damalige Weltgeschehen ein. Er sagte: „Wir denken dabei auch an Martin Luther King und seinen Satz ‚I have a dream’. Wir gut, dass hier eine neue Kirche gebaut werden konnte.“

Die alte Kirche in der Hahnenfeldstraße sei zu klein geworden. Am 18. August 1968 sei es so weit gewesen. Kreisdekan Klaus-Peter Schmid weihte sie ein. Grabow sagte: „Es war ein großer Schritt für die Protestanten in Bad Wörishofen. Wunderbar, dass wir heute miteinander feiern dürfen.“

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Symbolträchtig war auch die Pflanzung eines jungen Apfelbaumes der Sorte „Elstar“. Martin Luther wird der Satz zugeschrieben: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Denn ein Baum steht für Leben und Hoffnung. Der Diakonieverein Bad Wörishofen mit seinem Vorsitzenden Hermann Förschner schenkte der Kirchengemeinde aus dem gegebenen Anlass diesen Baum, den Dekan Christoph Schieder aus Memmingen gemeinsam mit Pfarrerin Andrea Diederich einpflanzte. Er stellt einen Neuanfang für die nächsten 50 Jahre dar.

Prädikant Manfred Gittel, der diesen Tag moderierte, bedankte sich bei Bürgermeister Paul Gruschka für seine anerkennenden Worte, ebenso bei Helmut Koch als Stellvertreter von Landrat Hans-Joachim Weihrater. Auf die Frage nach eventuell anwesenden ersten Konfirmanden vor 50 Jahren, meldete sich Brigitte Leinich aus Frankenhofen. Sie kam mit ihrer Cousine Heidemarie Prandl, die noch in der alten Kirche an der Hahnenfeldstraße getauft worden war.

Ein besonderer Ehrengast war der inzwischen 90-jährige Architekt Franz Lichtblau. Er ist durch seine Arbeit insbesondere im evangelischen Kirchenbau hervorgetreten. Franz Lichtblau zitierte Ernst Bloch: „… das Bauen ist und bleibt nur ein Versuch, menschliche Heimat zu produzieren“. Er sagte: „Der Architekt bedankt sich, dass sein Baukind von so vielen Pfarrern, Kirchenpflegern, Altarschmückern gepflegt, von so vielen Organisten mit Musik und von so vielen Gemeindegliedern eingesungen und eingebetet wurde.“

Für die Musik in der Kirche war in bewährter Weise Kantorin Tanja Schmid zuständig, ob an der Orgel, am Klavier oder als Chorleiterin des Posaunenchores und des Gospelchores „High Spirits“, der am Nachmittag ein mitreißendes Sommerkonzert zum Besten gab. Darunter war das beeindruckende und auffordernde Lied „Sing“ von Pentatonix. Da heißt es unter anderem: „Klatsch einfach in die Hände und stampfe mit deinen Füßen und singe es.“ Das taten die Sängerinnen und Sänger ebenso wie die Kindergruppe, die feststellten: „Hier bewegt sich was!“ Bei strahlendem Sommerwetter spielte das Kurorchester Musica Hungarica auf. Der Kreisjugendring mit Robert Holzmann ließ kleine Plastikenten „heben“. Da gab es für die Besucher etwas zu gewinnen. Kaplan Florian Bach überbrachte nicht nur Grüße, sondern auch einen besonderen Jubiläumskuchen von Stadtpfarrer Andreas Hartmann. Das alles gipfelte dann in der Umarmung der Erlöserkirche, indem die Menschen aus der Kirche traten, zu beiden Seiten bis zur „Lutherrose“ um die Kirche herum gingen und sich singend dabei an den Händen fassten. Eine beeindruckende Szene, nach deren Gelingen sich nicht nur die Organisatoren über die bewegte und bewegende Erlöserkirche freuten.

Hier geht es zur großen Bildergalerie mit zahlreichen Fotos vom Doppel-Jubiläum.

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